(Der Text stammt von Jürgen, die kursiven Ergänzungen von Kurt.Merkert@web.de.)

"Legendärer Westen"


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Eine Trails-Reise in den Westen der USA
9. Juni - 1. Juli 2001


 

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Drei Landschaftsbilder haben mich seit langer Zeit schon fasziniert:
      die Inka-Festung Machu Picchu in Peru,
      der Ayers Rock in Australien und
      das Monument Valley in Arizona/Utah.
Die beiden ersten Plätze konnte ich in den letzten Jahren schon aufsuchen, nun sollte es die Kulisse unzähliger Wild-West-Filme sein. Nach Durchsicht verschiedener Angebote fiel meine Wahl auf die Reise "Legendärer Westen" von Trails, die durch verschiedene Nationalparks führt. Ausschlaggebend war die Möglichkeit im Valley zu übernachten, sodass man die roten Felsformationen bei Sonnenuntergang und -aufgang erleben kann.
 
Freitag, 8.6.
Erst am Samstag müsste ich zum Abflug in Frankfurt sein, das aber schon um 08.00 Uhr! Ich habe aber keine Lust, in der Nacht zu fahren, zumal der folgende Tag recht lang wird. So bringt mich denn mein Nachbar schon heute um 14 Uhr zum Rotenburger Bahnhof, um die lange Bahnreise nach Frankfurt anzutreten. In Bremen hat der Anschlusszug Verspätung. Das macht aber nichts, denn der Anschlusszug in Hannover hat noch mehr Verspätung. (Hieß es nicht mal "pünktlich wie die Bahn"? Das muss lange her sein.) Um 20 Uhr treffe ich dann im Queens-Hotel in Frankfurt ein (während mich der Shuttle in 20 Minuten zum Hotel kutschiert, nimmt der Fahrer nicht ein einziges Mal sein Handy vom Ohr).
 
Samstag, 9.6.
Um 7.30 Uhr bringt mich der Hotel-Shuttle zum Flughafen. Nach dem Einchecken werden erste Kontakte mit der Gruppe geknüpft, die braunen Trails-Kofferanhänger dienen als Erkennungszeichen. Ich bin das einzige Nordlicht, der Rest kommt aus dem Rheinland:
Edmund und Helga, ein älteres Ehepaar aus Karlsruhe; Ilona, Michael, Martin und Martina, eine Familie aus Darmstadt; Andrea aus Leonberg; Sabine aus Ditzingen; Brigitte aus Wiesbaden und Kurt aus Schlangenbad. Benjamin, Berliner aus Java, reist mit anderer Fluglinie an und trifft morgen mit uns zusammen. Um 10.30 Uhr hebt unsere American-Airlines-Boing ab. Ich durfte mir den Platz nicht aussuchen, er war von Trails reserviert worden. Ich sitze genau in der Mitte der Bankreihe, weit weg von Fenstern, weit weg vom Rest der Gruppe, zwischen zwei Amerikanern und frage mich, was eine solche Reservierung soll. Die Plätze für den Rest der Gruppe waren zwar von Trails reserviert aber der Fluggesellschaft gegenüber nicht noch einmal bestätigt worden. So mussten wir anderen bis zum letzten Augenblick warten, ob wir überhaupt mitdürften, da der Flug restlos überbucht war. Es ging doch noch gut aus. Dafür waren wir aber über das ganze Flugzeug verteilt. Im vorigen Jahr klappte das bei meiner Trailsreise nach Kanada viel besser.
Um 21 Uhr landen wir in Dallas, hier ist es allerdings erst 14.00 Uhr. Um 16.00 Uhr soll es weitergehen nach Las Vegas, aber auch hier wieder 40 Minuten Verspätung. So landen wir dann um 17.11 Uhr Ortszeit in der Spielerstadt in der Wüste Nevadas. Zu Hause ist es jetzt schon 02.11 Uhr Sonntag früh! Unser Reiseleiter empfängt uns am Flughafen. Albert ("Albi") kommt, wie man deutlich hört, aus der Schweiz; lebt aber seit 4 Jahren in den USA.
Vor dem Flughafen warten wir etwas müde in der Hitze auf den Hotelbus, der "schon" nach einer Stunde eintrifft. Um 19 Uhr sind wir dann im Hotel, duschen schnell, um noch einen Bummel durch die Stadt zu machen. Wir essen eine Kleinigkeit, tauchen ein in das Lichtermeer. Die Illusion ist perfekt. Von der Cheopspyramide als äußere Hülle eines Hotels bis zum Eifelturm, der einfach aus einem Gebäude herausragt, alles ist hier nachgebaut. Wir schlendern durch einen arabischen Basar, der in einem riesigen Gebäude aufgebaut ist. Das Himmelsgewölbe ist täuschend echt blau mit weißen Wolken. Diese verdunkeln sich kurz, es blitzt und donnert - wenn jetzt Regen vom "Himmel" gefallen wäre, hätt`s mich nicht gewundert. Es gäbe hier noch so viel zu sehen. Ich gehe aber nur noch einmal durch eines der unzähligen Spielcasinos - ohne zu spielen - und falle dann um 23 Uhr müde ins Bett (in Deutschland ist es jetzt schon wieder 8 Uhr morgens).
Auch ich stürze mich mit Sabine und Andrea in das Menschengewimmel von Las Vegas. Mein Zimmergenosse Benni ist noch nicht eingetroffen. Vielleicht ist er ja nächtens da, wenn wir zurückkommen. Andrea ist ganz heiß uns Las Vegas zu zeigen. Sie war schon mal ein paar Tage hier. Auf mich wirkt alles künstlich. Trotz teuerstem Baumaterial, es ist nicht echt, sondern nur nachgebaut. Die Amis haben halt wenig eigene Kultur. Ich mache mir so meine Gedanken über diese Kunstwelt, als wir durch die Casinos und Hotels streifen. Beeindruckend ist es ja schon, aber Gott sei Dank geht es morgen ab in die Natur. Zurück im Hotel geht mitten in der Nacht das Licht in meinem Zimmer an. Ein fremder Mann steht vor meinem Bett. Benni ist eingetroffen - ein Berliner aus Java. Er war direkt in die City gefahren und hat viel fotografiert. Java liegt doch nicht so weit von Japan weg.
 
Sonntag, 10.6.
Nach dem Frühstück im Hotel und einer ersten Einweisung durch Albi verladen wir unsere Ausrüstung. Der Kleinbus mit nominal 15 Sitzen (es ist aber für uns 13 ziemlich eng) und einem Anhänger fürs Gepäck wird uns in den nächsten Wochen zu den verschiedenen Plätzen fahren. Wir verlassen Las Vegas und fahren zum Hoover-Damm, der den Colorado staut. Eine Besichtigung des Dammes führen wir nicht durch, da wir später in Page noch Gelegenheit haben, den ebenso interessanten Glencanyon-Damm zu besichtigen. Aber auch von einem Aussichtspunkt an der Straße hat man einen guten Überblick über die Anlage, von der mächtigen 220 m hohen Staumauer sieht man von hier aus aber nur die Krone.
Es geht weiter über die 93 nach Kingman. Auf einem staubigen Campingplatz (wo ist es hier nicht staubig) schlagen wir bei kräftigem Wind zum ersten Male die Zelte auf und kühlen uns im kleinen Pool etwas ab. Mit 35 °C ist die Luft ziemlich heiß. Da es aber sehr trocken ist, verdunstet Flüssigkeit sehr schnell und man hat das Gefühl, nicht zu schwitzen.
Zum Abendessen gibt es Schnitzel mit Nudeln und Tomatensauce, sowie Staubkörner als Pfefferersatz. Albi hat für die ersten Tage schon eingekauft. Für die nächsten Tage müssen wir selber einkaufen, festlegen was gekocht wird, wer kocht, wer abwäscht usw. Ich werde zum Finanzminister auserkoren und bin damit zunächst stolzer Besitzer von 1200 $.
 
Montag, 11.6.
Wir verlassen Kingman auf der "legendären Route 66", einer berühmten Straße, die aber, wie ich meine, keine Besonderheiten bietet. Wir fahren durch Steppenlandschaft, einige wenige Ortschaften am Rande, die sicher einmal aus einzelnen Rinderfarmen entstanden sind.
Wir biegen ab auf eine Nebenstraße Richtung Norden. Kurvenreich gewinnt die Straße an Höhe. Die Vegetation wird auf der Höhe etwas dichter, geht dann aber doch wieder in trockene Steppe über. Plötzlich tut sich vor uns ein weiter, steiler Canyon auf, die Straße ist zu Ende. Ab hier, dem Hualapai Hilltop geht es nur noch mit Muli oder zu Fuß weiter.
Unsere Zelte, die Schlafsäcke und Matratzen werden auf Mulis verladen, den Rest muss jeder selbst tragen. Da wir sehr viel Wasser brauchen werden - ich habe 3 Liter dabei -, muss für weitere Ausrüstung ein enger Maßstab angelegt werden. Unser Ziel ist das Indianerdorf Supai. In diesem Reservat leben die Havasupai-Indianer, die "Menschen vom türkisgrünen Wasser". Um 10.30 Uhr steigen wir bei 36°C im Schatten (den gibt es nicht) den Canyonrand hinab und folgen dann dem Canyon in nördlicher Richtung. Nach 1 ½ Std. verstecken wir etwas abseits des Weges jeder eine Wasserflasche. Wir glauben, dass wir die Flüssigkeit beim Rückmarsch vor dem Aufstieg am Canyonrand sehr nötig haben werden (ich habe die Flasche nie wiedergefunden.) Was ist Jürgen für ein Glückspilz. Ich habe meine Flasche wiedergefunden, sie aber nicht gebraucht. So hatte ich nur zusätzliches Gewicht zu schleppen.
Scheinbar endlos schlängelt sich der Weg durch den roten Sandstein, immer taucht eine neue Kurve auf, während die Sonne unbarmherzig brennt. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir das Indianerdorf, eine 400-Seelen-Ansiedlung von einfachen Häusern mit Obstbäumen und kleinen Feldern in einem Talkessel, umgeben von interessanten Felsformationen.
Am interessantesten ist aber das erste Haus des Dorfes, weil es eisgekühlte Getränke anbietet und eine Klimaanlage besitzt. Aber bis zum Lagerplatz ist es noch eine weitere Stunde Gehzeit. Also, weiter durch das Dorf, dann mühsam auf einer sandigen Piste entlang. Die Hitze scheint langsam unerträglich. Dann rechter Hand ein leises Rauschen, das Schritt für Schritt zunimmt. Unvermittelt stehen wir in dieser staubtrockenen Gegend vor einem paradiesisch anmutenden Fleckchen Erde. Der über 30 m hohe Havasu-Fall ergießt sich in einen kleinen See, von dort aus in mehrere türkis schimmernde Pools. Wir machen schnell einige Fotos und gehen weiter zum nahen Lagerplatz, um erst einmal unsere Zelte und die "Küche" aufzustellen. Nach dem Abendessen gehen wir um 18 Uhr noch einmal zurück zum Wasserfall, der bei Sonnenuntergang besonders schön aussehen soll, aber die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden. Morgen ist auch noch ein Tag!
 
Dienstag, 12.6.
Ausruhtag!
Am Vormittag gehen wir ein Stück weiter flussabwärts zu einem weiteren Wasserfall, dem Mooney-Fall. Auf staubigem Weg, immer entlang des Baches geht es langsam bergab. Nur am Bach gibt es dichtere Vegetation, sonst nur Kakteen und Gräser. Irgendwo am Felsen tschilpt ein Vogel sehr laut. Ich versuche ihn zu entdecken und traue meinen Augen nicht, als ich sehe, dass dieses laute Geräusch von einer Eidechse kommt.
Rechter Hand kündigt sich durch kräftiges Rauschen dann der Mooney-Fall an, der hier in einem Kessel 60 m tief herunterdonnert.
Um zu dem kleinen See am Fuß des Falles zu kommen, muss ein Stück steil bergab gestiegen werden, durch enge Tunnels, über Leitern, über glatte, Drahtseil gesicherte Felsen. Kurt, Andrea und Sabine gehen noch weiter die Schlucht hinunter, die irgendwo im Grand Canyon mündet. Weiter unten ergießt sich der Fluss in herrliche Kaskaden.Je weiter wir gehen, um so schöner wird es. Der Pfad wechselt ständig die Flussseite, also Wanderschuhe aus, Sandalen an, Fluss durchqueren, Sandalen aus, Wanderschuhe an usw. Wir finden unseren privaten Pool. Es gibt keine Touristen mehr. Wir sind allein mit der Natur. Es ist einfach fantastisch. Es fällt uns sehr schwer umzukehren, aber heute ist ja Ruhetag, und wir haben noch ein ganz schönes Stück zurückzulaufen.
Ich nehme ein Bad im See und versuche, zum Wasserfall zu schwimmen, aber die starke Strömung lässt dies nicht zu. An einem kleinen Nebenfall sehe ich zu, wie sich einige Jugendliche mit einem Seil über den Fall hinausschwingen und nach unten ins Wasser plumpsen lassen. So was muss ich natürlich auch gleich ausprobieren.
Gegen Mittag verlasse ich nur ungern diesen idyllischen Ort, um noch einmal zum Havasu-Fall zu gehen. Der Havasu-Fall ist zwar nur halb so hoch wie der Mooney-Fall, hat aber mit seinen türkisgrünen Pools weit mehr beeindruckt. Den Nachmittag verbringe ich mit Sonnen und Baden.Auch Sabine, Andrea und ich treffen am Spätnachmittag wieder am Lager ein. Doch kein Halt. Es geht gleich weiter zum Mooney-Fall. Diesmal wird mir der Sonnenuntergang nicht wieder davoneilen.
 
Mittwoch, 13.6.
Wir wollen nicht wieder in der Mittagshitze den Rückweg antreten, deshalb ist schon um 3 Uhr in der Nacht Wecken. Im Lichte der Taschenlampen werden die Zelte abgebaut und die Ausrüstung zum Muli-Transport an die "Haltestelle" gebracht. Biggi wird als Wache zurückgelassen. Sie traut sich die 6 Stunden Aufstieg nicht zu und darf auf einem Muli für 80 Dollar mit einem Indianer unser Gepäck begleiten. Schnell einen Happen gegessen, dann machen wir uns auf den Weg. Als wir das Dorf erreichen, wird es schon hell.
Es dauert noch lange, ehe die Sonne so weit gestiegen ist, dass sie über die Felswände in den Canyon hineinscheint. Dann kommen aber auch schon Wolken auf, sodass auch der letzte steile Aufstieg zum Canyonrand bei angenehmen Temperaturen durchgeführt werden kann.(Leider habe ich meinen vergrabenen Wasservorrat wiedergefunden s. o.) Oben wird es sogar etwas frisch, als wir auf das Gepäck und Biggi warten, man hätte gut eine Jacke gebrauchen können. Es ist zwar einige 100 m höher als im Tal, aber es ist auch so merklich abgekühlt.
Nachdem die Mulis mit dem Gepäck und Biggi eingetroffen sind, Biggi uns ihre aufgeriebenen Beine gezeigt hat, fahren wir auf der Stichstraße zurück und dann weiter auf der Route 66 bis zu dem kleinen Ort Seligman, wo ich mit einem Teil der Gruppe bei einem Chinesen stärke. Die Uligs, Andrea, Sabine und ich gehen zu "Delgadillos's Snow Cap" *Malts* Shakes*Sundaes*Hamburgers*Dead Chicken*Cheesburgers with Chees*so steht auf dem Kneipenschild. Man muss die zwei Kneipiers erlebt haben. Das darf man nicht erzählen. Also, wer nach Seligman kommt, nichts wie hin. Dann geht's weiter auf der Interstate 40, vorbei an Wäldern, den Williams Mountains, bis nach Williams, wo wir nach Norden abbiegen auf die 64. Auf endlos erscheinender schnurgerader Straße durch dürre Steppenlandschaft geht es zum Grand-Canyon-Nationalpark, wo wir unter Bäumen unsere Zelte aufstellen.
Es ist sehr kühl geworden, ich brauche zum ersten Male die Fleecejacke. Zum Abendessen benutzen wir den hier vorhandenen Grill.
Wir fahren nochmals los zum Mather-Point, einem Aussichtspunkt auf 2170 m Höhe, um den Grand Canyon bei Sonnenuntergang zu erleben. Benni dauert es zu lange bis wir losfahren. Er hat Angst den Sonnenuntergang fotografisch zu verpassen, und läuft zu Fuß los. Als wir ankommen, ist er natürlich noch nicht da. Doch kurz vor Sonnenuntergang erscheint ein Auto der Parkranger und liefert unseren Benni ab. Er hat sie einfach angehalten und als Taxi benutzt. Für ein gutes Foto macht unser Benni alles. Der Blick in diese riesige zerklüftete Schlucht ist in der Tat überwältigend, obwohl die Sonne eher blass untergeht und somit nicht für eine stärkere Rotfärbung sorgt. Allerdings teilt man am Südrand des Grand-Canyon den Blick mit Hunderten anderer Touristen.
 
Donnerstag, 14.6.
Die Nacht war bitter kalt. Im Zelt lese ich um 5 Uhr vom Thermometer 5°C ab, draußen war es sicher um den Gefrierpunkt. Man mag sich gar nicht aus dem Schlafsack schälen. Aber die ersten Sonnenstrahlen beim Frühstücken wärmen dann schnell wieder auf.
Ein Helikopterflug durch den Canyon steht heute auf dem Programm. Ich fliege nicht mit, weil ich meine Flugtauglichkeit kenne und ich mir das Frühstück nicht noch einmal durch den Kopf gehen lassen will. 120 $ sind zudem eine Stange Geld, und wenn man Pech hat, sitzt man in der Mitte mit eingeschränkter Sicht. Wir anderen nehmen den Heli. Andrea, Sabine und Biggi sind ganz aufgeregt, wer neben dem gut aussehenden Piloten sitzen darf. Biggi lässt sogar ihren Foto am Gate liegen. Einfluss auf die Sitzverteilung haben wir nicht. Wir werden alle gewogen, damit der Helikopter genau austariert ist. Biggi zieht das große Los. Was zählt es schon, keine Fotos zu machen, wenn man neben diesem Piloten sitzt. Wie auch immer, wir kehren nach 30 Minuten Rundflug begeistert zurück. (Der Fotoapparat ist zum Glück abgeben worden.) ). Und so fahren wir zu zwei Aussichtspunkten, dem "Grand View Point" und dem "Desert View" und genießen die grandiose Aussicht.
Hier verlassen wir den Nationalpark und fahren über die 89, 160 und 163 durch Felswüste und Steppe zu meinem ganz speziellen Ziel, dem Monument Valley. Bald schon sehen wir in der Ferne einige der markanten, bis zu 400 m hohen Felstürme. Am Eingang des Nationalparks wird die Gelegenheit zum Shopping genutzt. Die Indianer bieten hier Töpfereien und andere Handarbeiten an.
Wir trennen uns dann von Albi, Helga und Edmund, da wir eine Jeeptour mit Übernachtung im Valley mitmachen wollen. Die Fahrt mit eigenem Kfz ist Touristen in diesen Teil der Indianer-Reservation nicht gestattet, Fahrten sind nur mit den Navajo-Indianern möglich.
Auf der Ladefläche eines Kleintransporters sind Sitze montiert, und so fahren wir im offenen Wagen durch das Valley mit Fotostopps an den markanten Punkten. David, unser Navajo-Guide erklärt uns die Namen der Felsen, und wenn man genau hinsieht, erkennt man tatsächlich den "Elefantenfelsen", "Snoopy", "Alfred Hitchkock", den Totempfahl und andere Felsformationen. Viele Filme wurden hier gedreht, u.a. auch Indiana-Jones (wir werden zu dem Felsloch geführt, durch das der Filmheld in eine Schlangengrube stürzt).
Kein weiteres Touristenfahrzeug ist jetzt noch zu sehen, wir scheinen allein zu sein inmitten dieser roten Felsentürme, der fantasieanregenden Felsformationen, der verschiedenen Naturbrücken, die in der untergehenden Sonne einen unbeschreiblichen Eindruck hinterlassen.
Bei einem der rotbraunen Felsendome suche ich gerade einen guten Platz, um das kreisrunde Loch in der Decke zu fotografieren, als ich lauschend innehalte. David, unser Navajo-Guide, hat eine Flöte hervorgeholt und spielt eine leise indianische Weise. Sein melodisches Flötenspiel widerhallt in diesem Felsendom. Es gibt Momente, die möchte man festhalten, weil sie irgendwie die Seele tief berühren. Das war so einer. Als die Flöte verstummt, bleibe ich noch eine ganze Weile stehen und lasse die Stimmung auf mich wirken. David bleibt nicht unbemerkt, wie die Stimmung auf uns wirkt. Er zeigt uns Fotos, die er selbst gemacht hat. Sie sind wirklich Klasse und wir dürfen uns eins aussuchen. Er fährt uns dann an die Stelle, damit wir es auch aufnehmen können. Er taut immer mehr auf, und die den Indianern eigene Zurückhaltung ist kaum noch zu spüren.
Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, fahren wir zu einem Lagerplatz mitten im Tal. Die Navajos reichen uns eine Art Pizza: ein Fladenbrot mit Oliven, Zwiebeln, Tomaten u.a. Zu trinken gibt es Tee, Alkohol ist hier sowieso verboten. Eine Folkloredarbietung, umgeben von der Skyline des Valleys schließt diesen eindrucksvollen Tag ab, bevor wir in einer traditionellen Erdhütte übernachten. Die Übernachtung im Hogan ist sehr interessant, alle nebeneinander auf dem sehr staubigen Lehmboden. Es gibt kein Licht, aber durch eine Öffnung im Dach kann man den herrlichen Sternenhimmel funkeln sehen.

 
Freitag, 15.6.
Früh um 4.50 Uhr wecken uns die Indianer. David ist nicht mehr da, er ist gestern Abend schon wieder weggefahren. Wir fahren zum "Marterpfahl", um hier den Sonnenaufgang zu erleben. Benny schwärmt wie immer aus, um den bestmöglichen Fotostandort zu finden. Zu so früher Stunde und bei niedriger Temperatur hält sich meine Begeisterungsfähigkeit immer in Grenzen. Und so hat mich, fürchte ich, der heiße Kaffee nach Rückkehr mehr erbaut als der Sonnenaufgang. Nach dem Frühstück diskutieren wir mit den Indianern über ihre wirtschaftliche und politische Situation. Sie sind recht aufgeschossen und erzählen auch aus ihrer Geschichte. Anschließend fahren wir dann zurück und treffen mit dem Rest der Gruppe wieder zusammen.
Weiter geht es dann über die Staatsgrenze nach Utah, dem "Mormonenstaat". Alkohol ist hier verpönt, es wird gesoffen wie überall, nur noch mehr. Kaufen kann man Spirituosen nur in lizenzierten Läden. Bierdosen erhält man in braunen Plastiktüten, die beim Trinken in der Öffentlichkeit dann züchtig die Dose verdecken sollen. Da aber nur Alkoholdosen in braune Tüten kommen, erkennt man sofort, wer was trinkt.
Beim "Goose-neck" machen wir einen Fotostopp. Der San Juan-River windet sich hier in mehreren dicht nebeneinander liegenden Schleifen, den "Schlangenhälsen".
Weiterer Halt am "Newspaper-Rock", einem Felsen, überzogen mit lauter merkwürdigen indianischen Zeichnungen.
Über die 191 und 211 erreichen wir dann Canyonlands-Nationalpark, wo wir bei wieder mehr als 30°C unsere Zelte in einer kleinen Baumgruppe unterhalb eines rotbraunen Sandsteinfelsens aufstellen. Vor dem Abendessen erklimmen wir noch unseren "Hausberg" und genießen die Aussicht. Die Stimmung ist wieder mal großartig, denn außer uns ist niemand da.

Samstag, 16.6.
Der Canyonlands-Nationalpark umfasst ein Gebiet von 850 km² am Zusammenfluss vom Green River und Colorado. Im Park gibt es drei Hauptgebiete: "Island in the Sky", ein breiter ebener Tafelberg im Norden, "The Maze", ein Canyon-Labyrinth im Westen und "The Needles", der Teil, in dem wir campieren, im Südosten. Die vielen schmalen Felstürme aus rotweiß gestreiftem Sandstein gaben diesem Gebiet den Namen. Die unterschiedlichen Schichten werden durch die Erosion unterschiedlich schnell abgetragen, und so sieht es manchmal aus, als würden lauter riesige Kuhfladen auf den Säulen liegen. Wir wandern auf einem Bergpfad zum "Elephant-Hill". Beim auf und ab gibt es immer wieder herrliche Ausblicke auf die eigenartigen Gesteinsformationen und die Weite des Landes. Nachmittags erfrischen wir uns von der Hitze in einem kleinen Naturpool und lassen uns den kleinen Wasserfall auf den Kopf prasseln.
 
Sonntag, 17.6.
Martin feiert heute seinen 19.Geburtstag. Zum Frühstück singen wir ihm ein vielstimmiges Ständchen.
Als Geschenk erhält er mehrere Duschmarken, die er sofort in fließendes Wasser umsetzt.
Wir bauen unsere Behausungen wieder ab. Irgendwie ist es doch erholsamer, wenn man die Zelte für 2 Nächte stehen lassen kann. Wir fahren die gleiche Strecke zurück und kaufen in Monticello für die nächsten Tage ein. Hier haben die Läden auch am Sonntag auf! Hinter Blanding biegen wir auf die 95 ab und erreichen Natural Bridges Monument. Wir durchwandern den Canyon, in dem die Brücken durch Auswaschung entstanden sind.
Das Querfeldeingehen in Naturparks ist immer mit Zerstörung verbunden. Hier wurden wir auf die "Cryptobiotic soil" aufmerksam gemacht, die es auch an anderen Stellen gibt. Dies ist eine unscheinbare schwarze Kruste auf der Erde, auf die ich zugegebenermaßen auch nicht geachtet hätte. Die Kruste besteht aus verschiedenen Moosen, Algen und Bakterien. Die Erde wird so vor dem Austrocknen geschützt und nicht beim nächsten Regen fortgeschwemmt, andere Pflanzen folgen. Beim Zertreten wird jahrzehntelange "Arbeit" zunichte gemacht, also immer auf den Wegen bleiben.
Beim Abstieg in den Canyon hat man schon die Sipapu-Brücke vor sich, nach der "Rainbow-Bridge" die zweitgrößte Naturbrücke der Welt. Direkt unter der Brücke kommen die gewaltigen Ausmaße richtig zum Tragen. In den Hopi-Legenden ist Sipapu ein Loch, durch das ihre Vorfahren aus der dunklen Unterwelt ans Licht gekommen sind.
Weiter im Canyon sehen wir oben unter einem Felsvorsprung Ruinen - Wohnstätten der Anazazi, die bis ins 13. Jahrhundert hier lebten. Im weiteren Verlauf sind noch zwei große Steinbrücken zu bestaunen. Nach dem Aufstieg zum Canyonrand joggt Albi zurück zum Ausgangspunkt, um den Wagen zu holen. Wir fahren ein Stückchen zurück zu unserem heutigen Zeltplatz: ein mit Kuhfladen bedeckter freier Platz auf einer Anhöhe, auf der der Wind den Staub treibt. Wasser oder WC gibt es nicht. Dies "Wilderness-Camp" ist angeblich eine Forderung von Trails. Nun ja, man kann ja durchaus auf Komfort verzichten, aber ich meine, es gäbe schönere Plätze dafür.
 
Montag, 18.6.
Die Nacht auf dem buckligen Acker hat mich geschafft, überall drückte etwas unter der Matratze. Wir fahren gen Norden, überqueren den Colorado an der Stelle, wo er in den Lake Powell übergeht. Als wir ein Stück an dem malerischen See entlang fahren, sehen wir etliche Camper. Ich frage mich, warum wir gestern nicht bis hierher weiter gefahren sind, die Zeit war da, und verschwitzt und verstaubt wie wir waren, hätte ein Bad im See gut getan.
Wir fahren weiter über Hanksville die 24 entlang zum Capitol Reef Nationalpark. Hier wandern wir durch den "Grand Wash", einer Schlucht mit steil aufragenden glatten rotbraunen Felsen. Es geht dann immer weiter aufwärts, bis der Blick frei wird auf das tief unter uns liegende Tal.
Die Felswände fallen fast senkrecht ab. Hier oben befindet sich unser Ziel, die Cassidy Bridge, eine Naturbrücke, die sich spektakulär über einer tiefen Schlucht krümmt. Zum Fotografieren muss ich natürlich einmal auf die Brücke, ein besonders sicheres Gefühl hat man dabei nicht. Wir wandern zurück zum Parkplatz und fahren weiter über die 12 zum Kodachrom-Basin, einem Felskessel mit einem sehr eigenartig geformten Felsen, von dem die Frauen den Blick gar nicht wenden können.... Als Helga meint, es würde aber auch wirklich wie ein steifer Finger aussehen, wird sie schallend ausgelacht.
Wir stellen die Zelte auf und genießen die Dusche. Ein wunderschöner Platz, wenn nur diese elendigen kleinen Black Flies (Kriebelmücken) nicht wären!!! Sie haben eine Vorliebe für den Kopf und vor allem für die Ohren. Gott sei Dank habe ich noch mein Mückennetz von Kanada dabei. Einige der Gruppe halten sich diesen Abend am liebsten im Auto auf.
 
Dienstag, 19.6.
Wir stehen früh auf, um unsere heutige Wanderung im Bryce-Canyon nicht in der stärksten Hitze durchzuführen. Um 6 Uhr ist es allerdings noch ziemlich frisch, wir sind immerhin über 2000 m. Wir fahren zum Sunrise-Point, um von hier aus auf dem "Navajo-Trail" durch das Tal zu wandern. Ich habe in diesem Nationalpark eine Neuauflage der Felsformation wie am Grand Canyon oder Canyonlands erwartet. Von dem was sich hier auftut, bin ich aufs positivste überrascht. Eine Armee von leuchtenden rot-weiß-ocker gestreiften Säulen mit bizarren Formen, zwischen denen sich grüne Kiefern kontrastreich abheben. Alle paar Schritte nehme ich den Fotoapparat heraus. Man kann hier wirklich den ganzen Tag herumlaufen, immer entdeckt man ein neues farbenprächtiges Fotomotiv.
Auf einem Rastplatz betteln kleine possierliche, ziemlich zutrauliche Streifenhörnchen nicht ohne Erfolg um Erdnüsse. Eine Art Eichelhäher wartet auch auf seine Chance, die er natürlich auch bekommt. Durch eine schmale Schlucht und steilen Serpentinen erreichen wir am frühen Nachmittag wieder den Canyonrand. Etwas Hektik kommt auf: Helga und Edmund, die vorgegangen waren, sollten am Wagen eigentlich auf uns warten, sie sind aber nicht da. Auch Biggi, die nach einem Teil der Strecke allein zum Canyonrand aufgestiegen war, ist verschwunden. Wir suchen am Sunrise- und am Sunset-Point, fahren zum Visitor-Center,
wieder zurück zum Parkplatz, wo wir die drei dann doch wieder finden. Den ersten richtigen Krach gibt es auch in der Gruppe, es geht um feste Sitzplätze im Auto. Wir vereinbaren, auch weiterhin die Plätze reihum zu tauschen. ("aber nur, wenn die Plätze aufgeräumt verlassen werden" wie unsere Karlsruher fordern. Sie hatten Mallorcalike jeden Morgen ihren Anspruch auf einen Liegestuhl äh... sprich Sitzplatz durch Auslegen der Rucksäcke - nicht Handtuch - auf selbigen dokumentiert.)
Heute Abend wird nicht gekocht, wir fahren zu "Ruby`s Inn und essen für einige Dollar "soviel wir möchten", allerdings ohne die Karlsruher, denn dieser Punkt war im Programm nicht ausgeschrieben!!
 
Mittwoch, 20.6.
Heute fahren wir zum Lake Powell, einem riesigen See, entstanden durch die Stauung des Colorado mit dem Glencanyon-Damm. Über eine Sandpiste (400) fahren wir über bergiges Land mit Heidevegetation. Ein kleiner Abstecher auf die 440 bringt uns zur Grosvenor-Arch, wiederum eine spektakuläre Steinbrücke.
Weiter geht es über die 89 nach Page einer kleinen Stadt am Lake Powell. Ein offener Jeep bringt uns dann über eine Hoppelstrecke zum Antelope-Canyon (man könnte das kleine Stück natürlich auch direkt mit eigenem Wagen zurücklegen, aber es ist Indianerland, und sie wollen was verdienen). Der Antelope-Canyon ist eine schmale Felsspalte, entstanden durch einen Zufluss des Colorado. Die Schlucht ist teilweise so schmal, dass zwei Menschen gerade aneinander vorbeipassen. Die Wände von rotbraunem Sandstein ragen steil nach oben. Jetzt um die Mittagszeit scheint die Sonne genau von oben hinein und wirft Strahlen wie ein Scheinwerfer auf die bizarren Felsen. Es lässt sich hier gut aushalten, während die Sonne draußen doch brütend heiß brennt, ist es hier angenehm kühl.
Nach diesem Naturwunder sehen wir uns den 216 m hohen Glen-Canyon-Damm von innen und außen an, bevor wir am Lake Powell unsere Zelte aufstellen. Zeit zum Schwimmen. Bei 37°C im Schatten eine willkommene Erfrischung, die ich ausgiebig nutze. Während die einen schwimmen, fahren Andrea, Sabine, Benni (auf dem Schiff kann man mehr fotografieren) und ich mit einem Boot in den schiffbaren Teil des Antelope Canyon.. Auch nach dem Abendessen zieht es mich noch einmal in den See.
 

 
Donnerstag, 21.6.
Auch am frühen Morgen vor dem Frühstück nutze ich noch einmal die Gelegenheit, am menschenleeren Strand in die Fluten zu springen. Um 8 Uhr sind bereits wieder 30°.
Heute steht nur Fahren auf dem Programm. Es geht durch Page über die 89 nach Kanab, wo wir in einem Laden einkaufen, der wie alle Supermärkte eine einzige Kühlzone ist. Was könnten hier Energien gespart werden! In Fredonia geht es über die 399 auf einer Sandpiste Richtung Mt. Trumbull. Bergland und Prärie beherrschen das Bild. Wir begegnen dem zuständigen Parkranger, der uns anhält. Albi wittert Schwierigkeiten, da er sich wohl bei der letzten Tour mit ihm angelegt hatte. Der Ranger ist aber doch ganz freundlich, bietet sogar an, auf seinem Drucker Parkinformationen auf Deutsch zu drucken. Wir fahren auf der holperigen Piste weiter. Dann plötzlich ein Knall, Schlingern, schwarze Fetzen fliegen am Fenster vorbei - ein Hinterreifen ist geplatzt. Es ist alles andere als angenehm auf einer schiefen Staubpiste in schattenloser Hitze den Reifen des Busses zu wechseln. Albi will uns zwei Kilometer zu einem schattigen Felsen vorschicken. Bis auf die zwei Karlsruher, sie marschieren los um den ADAC zu holen, lehnen alle anderen entrüstet ab und bieten ihre Hilfe an.
Der Anhänger wird abgehängt und gemeinsam klappt der Reifenwechsel. Hoffentlich platzt jetzt nicht noch einer. Weiter geht's durch diese eher langweilige Prärielandschaft, bis wir plötzlich den Nordrand des Grand Canyon vor uns haben. Unser Camp schlagen wir direkt am Rand auf.
Bei einer kurzen Wanderung entlang des Canyonrandes, bei dem die Wände steil etliche 100 m abfallen, bieten sich überwältigende Ausblicke auf den gewaltigen Graben, den der tief unter uns dahinziehende grün schimmernde Colorado gezogen hat. Nach dem Abendessen genießen wir diesen Ausblick noch einmal bei Sonnenuntergang. Auf einem Felsvorsprung liegt eine abgestürzte Antilope, die Bauchdecke aufgerissen und die Rippen freigelegt. Das ist Natur pur, des einen Tod, ermöglicht den Geiern das Überleben. Die Stimmung ist gewaltig, und im Gegensatz zum Südrand des Grand Canyon gibt es hier am Nordrand außer uns keine Touristen. Trotz der Reifenpanne - der Abstecher hat sich gelohnt.
 
Freitag, 22.6.
Wir fahren zunächst auf der gleichen Straße zurück, biegen dann aber ab nach Norden. Wieder 3 Stunden Schotterpiste. Hoffentlich halten die Reifen! Aber wir erreichen heil Colorado City. Wir kaufen wieder ein für die nächsten Mahlzeiten während Albi einen neuen Reifen aufziehen lässt. Auf einem kleinen Abstecher können wir noch eine "Geisterstadt" besichtigen: eine Kirche, ein Haus und ein Friedhof ... na ja. Weiter über Hurricane steuern wir den Zion-Nationalpark an. Wir schlagen unser Lager im belebten Camp auf. Der Zion-Canyon ist touristisch gut erschlossen. Vom Zeltplatz zum Canyon-Eingang mit Visitor-Centre und dann weiter durch das ganze Zion-Tal fahren ständig Shuttle-Busse, die einen kostenlos zu jedem Punkt bringen. Wir wählen für den Nachmittag den "Emerald-Pool-Trail" aus, da dieser zur Hälfte im Schatten verläuft, und das ist bei der Hitze doch von Vorteil. Der "Pool" ist eine kleine Pfütze und wenig "emerald", doch der Ausblick auf das grüne Tal mit den umgebenden roten steilen Wänden versöhnt. Abends im Lager ist es immer noch 32°. Heute wird die zeltweise Kochgemeinschaft durchbrochen. Heute kochen die Männer alleine!! Die Frauen meinen zwar, es würde chaotisch zu gehen, aber es hat geschmeckt - zumindest den Männern. Beim Abendessen ziehen sich Wolken zusammen, Blitze zucken in den nahen Bergen. Als es dunkel wird, fängt es an zu regnen. Andrea, Sabine, Biggi, Martin, Martina und Kurt wollten im Freien schlafen und hatten das Zelt nicht aufgestellt. Jetzt flüchten sie in den Van und übernachten mehr schlecht als recht auf den Sitzen. Da Benni wie immer das Zelt aufgebaut hat, bin ich gerettet. Ab ins trockene Zelt und gute Nacht. Denkst du, nach einer viertel Stunde erscheint Martin. Die Frauen haben ihn aus dem Van geworfen. Er kriecht zu uns beiden ins Zelt. Nach einer weiteren Viertelstunde liege ich auf dem Gepäck. Meine Matratze hat Martin in Beschlag. Noch eine Viertelstunde und ich liege wieder im Freien. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen - Gott sei Dank. Jetzt weiß ich, wo der Begriff "sich breit machen" herkommt.
 
Samstag, 23.6.
Früh morgens um 5.30 Uhr heißt es aufstehen, denn wir wollen nicht in der Mittagshitze wandern. Die Gruppe trennt sich, heute kann jeder im Tal seine Tour auswählen.
Andrea, Helga, Edmund und ich steigen heute mit Albi auf zum "Angels Landing", dem wohl meistbegangenen Berg hier im Zion-Park. 450 Höhenmeter bei 4 km Strecke sind zu überwinden. Steil geht der zunächst gepflasterte (!) Weg an der Wand empor. Das letzte Stück geht über einen sehr schmalen aber gesicherten Grat zur Spitze des Berges, der wie ein schlanker Kegel im Tal steht. Oben erwarten uns schon einige putzige Streifenhörnchen, die nicht vergebens auf einige Erdnüsse von uns lauern. Der Ausblick von hier oben ist spektakulär. Das Zion-Tal Richtung Visitor-Centre ist fast komplett einsehbar, der weitere Verlauf des Tales ist teilweise durch steile, rotbraune und hellgraue Felswände versperrt. Tief unter uns sehen wir wie ein Spielzeug den Shuttle-Bus auf der Straße, welche ebenso wie der Virgin-River unseren Berg fast umkreist. Im weiteren Verlauf des Virgin River wird das Tal immer enger. An manchen Stellen soll es nur noch 6 m breit sein, während die Wände bis zu 600 m steil aufragen. Schade, dass wir für diese Zwei-Tages-Tour keine Zeit haben. Der Aufstieg hierher zum Angels Landing hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn Albi uns zuerst davon abbringen wollte.
Auf dem Rückweg steige ich bei "Canyon`s Junction" aus, um ein Bad zu nehmen. Der Fluss hat hier einen kleinen Pool gebildet. Zurück im Camp genieße ich noch kurze Zeit den Swimmingpool bis es sich bewölkt und Blitze und Donner ein Gewitter ankündigen. Gerade noch rechtzeitig vor dem Wolkenbruch erreiche ich mein Zelt. Zum Abendessen wird eine Plane aufgehängt, sodass wir bei dem fortdauernden Regen im Trockenen essen können. Wir anderen, das sind Sabine, Martina, Martin, Ilona, Michael, Benni und ich machen uns auf den Weg zum Observation Point. Er ist noch 200 m höher als Angels Landing. Als wir oben ankommen, ist Benni schon wieder auf dem Rückweg. Er will noch zu weiteren Fotopunkten an diesem Tag. Die Aussicht hier oben ist fantastisch. Unter uns liegt Angels Landing und das ganze Tal des Zion Parks. Beim Abstieg treffen Sabine und ich noch Andrea. Wir wollen noch zu den Narrows. Hier führt der Weg über zig Kilometer im schmalen Bachbett des Virgin Rivers entlang, rechts und links von hohen Wänden gesäumt. Man muss aufpassen, nicht in zu tiefe Stellen zu geraten oder über Steine im Wasser zu stolpern. Ein Sturz wäre nicht sehr angenehm. Das Wasser ist zwar nicht sehr kalt, aber Rucksack und Fotoausrüstung hätten wohl etwas gegen ein Bad einzuwenden.
 
Sonntag, 24.6.
Heute fahren wir fast den ganzen Tag. Es geht ohne Halt durch Las Vegas ins Death Valley. Am Aussichtspunkt Zabriskie Point steigen wir aus, um uns einen Überblick zu verschaffen. Ein sehr heißer, kräftiger Wind weht uns fast um. Hier oben ist es 38°C. Das Tal ist etwa 30 km breit. Die Luft ist aber so klar, dass die Entfernung zu den gegenüber liegenden Bergen viel kleiner erscheint. Für wie viele Pioniere mag diese falsche Einschätzung den Tod bedeutet haben? Wir fahren weiter ins Tal und erreichen am "Bad Water" den tiefsten Punkt der USA, 86 m unter dem Meeresspiegel.
Der 46° heiße Wind weht orkanartig über die salzverkrusteten Flächen und raubt einem fast den Atem. Erstaunlicherweise gibt es trotzdem eine große Anzahl von Pflanzen, die sich durch zum Teil 30 m lange Wurzeln oder Wasser speichernde Haut dieser Hitze und Trockenheit angepasst haben und die Wüste sogar im Februar/März in ein Blütenmeer verwandeln sollen. Die das Tal begrenzenden Berge schimmern in vielen bunten Farben. Wann wird wohl hier Erz abgebaut? -
Auf das in Aussicht gestellte Camp hier im Tal verzichten wir bei dieser lebensfeindlichen Hitze und fahren zum 1500 m hohen Wildrose-Camp, wo es dann wieder erträglich ist.
 
Montag, 25.6.
Wir können heute ausschlafen, aber die Morgensonne treibt uns doch zur gewohnt frühen Zeit aus dem Zelt. Wir fahren ein Stück zurück, dann durch ein weites Tal, in dem sich bis in die 30er Jahre noch ein großer See befand, der Owens Lake. Der See lieferte Brauch- und Trinkwasser für Los Angeles, bis er vollständig leer gepumpt war. Dort, wo der See war, ist jetzt Wüste und aus dem umgebenden ehemals fruchtbaren Talboden ist öde Steppe und Wüste geworden. Jetzt bemühen sich Umweltschützer, weitere Seen vor dem Auspumpen zu retten, wahrscheinlich vergeblich.
Auf der gegenüberliegenden Seite thront mit seinen 4.348 Metern Höhe der höchste Berg der USA (natürlich mit Ausnahme der Alaska-Berge): der Mount Whitney. Wir fahren durch eine Schlucht direkt auf den Berg zu. In einem idyllisch gelegenen Camp, unter Tannen, direkt an einem Bach, schlagen wir unser Lager auf. Große Tafeln warnen vor Bären. Alles, was von Bären gerochen und als essbar eingestuft werden könnte (von Nahrungsmitteln über Zahnpasta bis zum Deo oder Seife), sollte tunlichst in den aufgestellten festen Behältern deponiert werden, um nachts keinen unliebsamen Besuch im Zelt zu erhalten. Albi fährt uns ein Stück zurück und wir wandern die Schlucht am Bach entlang wieder hinauf. Kleine Wasserfälle, Kaskaden, blühende Kakteen laden zwischendurch zum Verweilen ein. Zurück im Camp nehme ich noch ein Bad in Bach, allerdings nur kurz, denn bei 9° Wassertemperatur setzt die Erfrischung sehr schnell ein. -
Bei Einbruch der Dunkelheit Riesenaufregung: Martin ist weg, wer hat ihn zuletzt gesehen? Lautes Rufen und Absuchen der näheren Umgebung ist ohne Erfolg, Suchtrupps werden ausgeschickt. Nach einiger Zeit finden wir ihn auf der gegenüberliegenden Seite des Baches. Er wollte dort lesen und Karten schreiben und hat dabei gar nicht registriert, dass es schon so dunkel geworden war. Durch das starke Rauschen des Baches hat er auch unsere Rufe nicht gehört. Ilona ist für diesen Abend jedenfalls ganz schön geschafft.
 
Dienstag, 26.6.
Wir verlassen unseren idyllischen Zeltplatz ohne einem Bären begegnet zu sein. Im Owens-Tal fahren wir auf der 395 Richtung Norden. Zur Linken begleitet uns die Sierra Nevada mit ihren 4000er Gipfeln, die noch z. T. mit Schnee bedeckt sind und den US-Amerikanern als Skigebiet dienen. Kurz vor dem Mono-Lake, einem Kratersee, biegen wir links ab auf die 120 und fahren in den Yosemite-Nationalpark ein. Weiße glatte und schroffe Felsen heben sich ab von den Tannenwäldern in den Tälern. Wir überqueren 3000er Pässe. An einem Fotostopp bietet sich uns ein Blick in das Yosemite-Tal mit dem gewaltigen El Capitan und dem Yosemite- Wasserfall. An unserem Zeltplatz angekommen, stellen wir unter Bäumen, nahe einem Bach, ein letztes Mal unsere Zelte auf. Wir brechen noch einmal auf, um eine Wanderung im Süden des Parks zu machen. Hier gibt es die riesigen Soquoia-Bäume, die größten Bäume der Welt, - nicht die höchsten - zu besichtigen. Durch den größten hatte man einen Tunnel gebohrt. Er ist vor einiger Zeit umgefallen. Jetzt hat man einen zweiten Baum derart präpariert, damit die Touristen hindurchlaufen können. Unbegreiflich, wenn man bedenkt, dass diese Bäume etwa 2700 Jahre alt sind!
 
Mittwoch, 27.6.
Es ist noch ziemlich kühl (8°) als wir aufbrechen. Eine Wolkenschicht verdeckt die Sonne, sie wird sich aber noch auflösen. Wir haben das Trailsprogramm geändert. Wir fahren zum Glacier-Point, wo wir einen atemberaubenden Blick auf die Hochgebirgslandschaft des Parks genießen mit dem Yosemite Village, dem Navada-Fall, dem Vernal-Fall und natürlich dem Wahrzeichen des Parks, dem markanten Half-Dome. Dieser Felsen gleicht einer völlig glatten Kuppel, die aber auf einer Seite senkrecht abfällt. Von hier laufen alle außer den Karlsruhern - es ist ja nicht das ausgeschriebene Katalogprogramm - auf dem Panoramatrail zu den Wasserfällen. Immer den Half-Dome zur Linken wandern wir den Felsen hinab zum Nevada-Fall. Am durch Zäune gesicherten Felsen kann man direkt an der Kante des Falles zusehen und -hören, wie das Wasser mit ohrenbetäubendem Lärm in die Tiefe braust. Auch hier warten wieder zutrauliche Streifenhörnchen auf spendierfreudige Touris.
Nicht weit vom Fall geht es dann steil hinab, dann den Fluss entlang zu dem malerischen Emerald-Pool. Dieser kleine See lädt förmlich zum Baden ein, was aber strikt verboten ist. Wenn man ein Stück weitergeht, weiß man auch warum: Der ruhig erscheinende See geht unmittelbar über in den Vernal-Fall.
Dieser Wasserfall zeigt sich noch malerischer als der Nevada-Fall. Das Sonnenlicht bricht sich im Wasserstaub zu einem herrlich kräftigen Regenbogen. Ein weiterer steiler Abstieg bringt uns zum Parkplatz, wo Albi auf uns wartet. Bei dieser Wanderung kam noch etwas Interessantes zutage. Benni, der immer behauptete nur einen Film pro Tag zu verknipsen, musste zugeben, dass es mehr waren. (Er hätte immer gemeint ein Film pro Kamera - und drei hatte er dabei.) Als er dann noch auf die Frage, ob er die Dias selber rahme oder rahmen lasse, antwortetet, er würde sie überhaupt nicht rahmen, sondern in einem Schuhkarton ablegen, waren wir alle sprachlos. Mein Vorschlag, wenn es ihm nur um den Kick beim Fotografieren ginge, brauchte er doch erst gar keinen Film einzulegen, führte zu allgemeinem Gelächter.
Wir fahren zum Yosemity-Fall. Er zählt zwar mit seinen 739 m zu den höchsten Wasserfällen der Welt, führt zurzeit aber so wenig Wasser, dass er nicht sehr fotogen erscheint. Weiter geht es zum El Capitan, dem wohl größten Granitblock der Welt. Kletterer aus aller Welt lockt dieser Berg an. An der fast 1000 m hohen senkrechten glatten Wand erkennen wir einige von ihnen als winzige Punkte.
Ein letztes Mal wird Abendessen gekocht. Alles was noch da ist wird zu Suppe verarbeitet oder gebraten.
 
Donnerstag, 28.6.
Zum letzten Male werden die Zelte abgebaut, feucht gewischt und verstaut. Übrig gebliebene Verpflegung verschenken wir an andere Camper. Wir verlassen den Yosemite-NP und fahren zu unserem letzten Ziel: San Francisco. Zunächst geht's noch durch Berge, Pinienwälder, dann durch hügeliges Grasland und im Flachland bei der Anfahrt auf Frisco zunehmend durch Obstplantagen. Wir umfahren die Bay, die auf 3 riesigen Brücken überquert werden kann. Über die Brücke bei Richmont gelangen wir an die Nordseite der berühmten, 1937 erbauten Golden Gate Bridge, dem Wahrzeichen San Franciscos. Hier befindet sich die Einfahrt zur Bay. Von einem Aussichtspunkt können wir erleben, wie gerade ein Ozeanriese problemlos unter der Brücke durchfährt. Von hier aus kann man deutlich beobachten, welche Auswirkung die verschiedenen Luftströmungen haben: Die heiße Luft aus dem Festland trifft auf den kalten und feuchten Luftstrom vom Pacific, sodass vom Meer her fast ständig eine niedrige Wolkendecke an die Stadt heranreicht. Wir überqueren die Brücke, sehen zur Linken die legendäre ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz und erreichen die City. Nach einigen "Suchehrenrunden" erreichen wir unser Hotel. Abends machen wir einen Bummel durch China-Town, der größten chinesischen Stadt außerhalb Asiens. Wir gehen vorbei an den vielen kleinen Geschäften mit asiatischem Trödel, Heilpflanzen, Jadeschmuck und essen - beim Italiener.
 
Freitag, 29.6.
Heute heißt es erst einmal ausschlafen. Nach dem Frühstück gehe ich in die Innenstadt zur Endstation der Cable-Car. Diese Straßenbahn wird - wie der Name sagt - an einem Kabel gezogen, das unter der Straßenoberfläche läuft. Man kann theoretisch auch an Haltestellen auf der Strecke einsteigen, was aber meist daran scheitert, dass die Leute nur an den Endstationen aussteigen, sodass die Bahn immer überfüllt ist. Wenn man also fahren will, kauft man sich am besten an der Endstation ein Ticket und wartet dort geduldig in der Schlange, bis man dran ist.
Der Waggon kommt an, die Leute steigen aus, der Wagen fährt bis zum Ende der Schiene, die auf einer Drehscheibe gelagert ist. Zwei Helfer schieben jetzt den ganzen Waggon mit der Scheibe in die neue Fahrtrichtung. Jetzt kann man zusteigen und los geht es durch "die Straßen von San Francisco": steil bergan, immer durch kurze flache Stücke bei den Querstraßen unterbrochen, dann flach durch eine Traverse, dann wieder steil bergab zur anderen Endstation am Hafen, wo schon wieder eine lange Schlange Touris wartet.
Hier steht man direkt vor Fisherman`s Wharf. Früher war dies mal ein Anlegehafen für Fischerboote, jetzt ist es eine Touristenattraktion und wohl eines der beliebtesten Ziele der Stadt. Ich schlendere auf der "Pier 39" vorbei an den vielen kleinen Souvenir- und Bekleidungsgeschäften, Kunstgalerien und Kuriositätenläden. In einem der vielen Fischrestaurants lasse ich mir Fish & Chips schmecken, beobachte die vorbeiziehenden Menschen und genieße die Atmosphäre.
In dieser Stadt könnte man sich überhaupt recht wohl fühlen. Die angenehme Temperatur, die lockere Art, es ist schade, dass die Zeit nur reicht, um einige wichtige Plätze zu besuchen. Von der Pier aus sieht man einen Ponton mit einer Seelöwenkolonie. An einem Kuriositätenkabinett ("Believe it or not") kann ich nicht vorbeigehen. Der Besuch lohnt sich in der Tat, es gibt Hunderte von Dingen zu sehen und auszuprobieren, die man nicht für möglich halten sollte. Ich gehe in der Nähe des Hafens weiter und sehe mir die Lombard-Street an, die mit ihren vielen Kehren an der steilsten Stelle auch ein weltbekanntes Bild darstellt. Am Nachmittag nehme ich noch ein Bad im ziemlich kalten Pacific und esse abends in China-Town, diesmal beim Chinesen. Im Prinzip haben Martina, Ilona, Martin, Michael und ich das gleiche Programm abgehakt. Nur mussten wir unbedingt in den Teil von Chinatown, der nicht explizit Geschäfte für Touristen enthält. Hier wurde es dann richtig chinesisch. Unglaublich dieses Gewimmel an Leuten. Aber auch in den Geschäften Gewimmel an Menschen und lebenden teilweise gequälten Tieren. Unglaublich was man alles essen kann. Man muss das einfach gesehen haben.
 
Samstag, 30.6.
Um 4.15 Uhr heißt es aufstehen, denn um 5.15 Uhr soll uns der Hotel-Shuttle zum Flughafen bringen. Der Shuttle kommt nicht. Wir telefonieren hinterher: Der Fahrer hatte 5.15 Uhr p.m. verstanden - eine Verwechslung, die bei der amerikanischen Zeitangabe fatalerweise wohl öfter vorkommt. 20 Minuten später fahren wir dann doch. Es macht aber nichts, der Flug hat auch Verspätung. Bei der Zwischenlandung in Dallas gehen wir eiligen Schrittes zum Umsteigen. Aber auch diese Eile ist unnötig, der Anschlussflug hat Verspätung. Hatte es beim Flug von San Francisco nach Dallas noch Frühstück gegeben, so gibt es jetzt beim Weiterflug gleich Abendessen - wie schnell doch die Zeit vergeht beim Fliegen nach Osten. Um 19 Uhr wird es dunkel und um 23 Uhr (Dallas-Zeit) schon wieder hell. In Deutschland ist es allerdings schon 6 Uhr, der Körper wird ganz schön irritiert. Gegen 8.30 Uhr landen wir nach einer Warteschleife in Frankfurt. Die Erde hat uns wieder. Abschied von allen (nur Helga und Edmund - die Karlsruher - sehe ich nicht mehr). Nach 5 ½ Std. Zugfahrt bin ich dann um 16 Uhr wieder zu Hause.
 
Schlusswort: Da uns allen die Zeit bei den Navajos im Monument Valley sehr beeindruckt hat, und man auch heute immer wieder hört, Indianer seien arbeitsscheu, faul und dem Alkohol verfallen, hier ein Zitat, das auch heute an Aktualität nichts verloren hat. Vielleicht denkt der Leser dieses Reiseberichts in unserer schnelllebigen materiellen Zeit einmal darüber nach:
 
"Wir behandeln die Indianer wie Wilde, weil ihre Lebensart verschieden ist von der unsrigen, die wir als die höchste Form der Höflichkeit ansehen; sie dagegen denken von der ihrigen das gleiche... In ihrer Jugend sind die indianischen Männer Krieger und Jäger. Im Alter dagegen werden sie Mitglieder des Stammesrates. Ihre Regierung ist ein einfacher Rat der Weisen. Es gibt keine Gefängnisse, keine Polizei, um Gehorsam einzufordern oder Sanktionen auszuführen. Deshalb sind die Indianer besonders eifrig im Studium der Rhetorik, denn sie wissen, dass der begabteste Redner auch der einflussreichste ist. Die indianische Frau töpfert, bereitet das Essen zu, kümmert sich um die Kinder und vermittelt das Andenken an wichtige Ereignisse. Die jeweiligen Aufgabenbereiche von Mann und Frau werden als natürlich gegeben angesehen. Da sie keine künstlich geschaffenen Bedürfnisse haben, können die Indianer im Gespräch ihre Fertigkeiten üben. Unsere arbeitsreiche Existenz erscheint ihnen als ein bemitleidenswertes Sklavendasein, und unser Streben nach Reichtum halten sie für oberflächlich und sinnlos".

 
Benjamin Franklin 1784

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