D R U C K V E R S I O N 

USA / Kalifornien
"Trekking in der High Sierra"

DAV Summit Club Reise
03. Juli - 18. Juli 1998

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de


 
 
Ich habe bereits einige Berichte über die Berge der Sierra, den Yosemite Nationalpark und über den John-Muir-Trail gesehen und gelesen, als ich im Januar dieses Jahres zum Trekker-Treffen des DAV Summit Clubs nach Berchtesgaden fahre. Nachdem ich dort mit dem amerikanischen Reiseleiter gesprochen habe, steht für mich fest, dass ich die Tour "Trekking über den John-Muir-Trail" buchen werde, und es gelingt mir auch, meinen Luxemburger Kollegen Aly dafür zu begeistern.
 
1.Tag Freitag
So finden sich an diesem 3. Juli mit mir insgesamt sieben Personen am Flugschalter der North West Airlines ein: Christina und Franz aus Wolfsheim bei Mainz, Christa und Hans aus Friedrichsthal im Saarland, Antje aus Brannenburg in Bayern, Aly aus Luxemburg und ich, der aus Schlangenbad in Hessen kommt. Wie sich herausstellt, bin ich nicht der Einzige, der den Reiseleiter schon kennen gelernt hat, Antje hat vor zwei Jahren schon eine Skitour in Nevada mit ihm gemacht.
Der Flug verlässt Frankfurt gegen 14:00 Uhr und bringt uns ohne besondere Vorkommnisse nach Detroit. Hier sind die Einreiseformalitäten zu erledigen, bevor es weiter nach Reno in Nevada geht. Wir werden am Zoll alle durchgewinkt, nur Aly hat Pech. Er muss seinen kompletten Seesack ausräumen, und alles wird kontrolliert.
Gegen 21:00 Uhr Ortszeit treffen wir in Reno ein und werden von unserem Guide Sigi abgeholt. Er ist Amerikaner, der einige Jahre in Garmisch Partenkirchen gelebt, dort deutsch gelernt und seine Bergführerprüfung gemacht hat.
Wir fahren direkt ins Hotel und fallen gleich in die Betten, denn durch die Zeitverschiebung ist es eigentlich schon neun Stunden später.
 
Iris vor den Bergen
der High Sierra
Bridgeport
am Hihgway 395
Mount Whitney
4.417 m
Blühende Opuntien
 

2. Tag Samstag
Beim Frühstück teilt uns Sigi mit, dass wir die geplante Tour über den John-Muir-Trail so nicht machen können. Dieses Jahr hat das El Nino-Phänomen mit riesigen Schneemengen die Berge in Nevada heimgesucht, und der Trail ist nicht passierbar. Wir müssen weiter nach Süden ausweichen. Warum uns das die Reisegesellschaft nicht bereits zu Hause mitgeteilt hat, verstehen wir nicht.
So geht es heute, in den USA ist Nationalfeiertag, mit dem Van auf der 395 weit nach Süden. Über Bishop, wo Aly sich einen Hut, und die anderen Mückenschutzmittel kaufen, geht es nach Lone Pine am Mount Whitney. Hier beziehen wir am Nachmittag ein Motel, schlendern noch durch den für den Westen der USA typischen Ort - eine Strasse mit rechts und links ein paar Häusern - und gehen gemeinsam in ein Restaurant. Morgen soll es richtig los gehen.
 
Die Begleittruppe
überholt uns
Snow Plant
(Sarcodes Sanguinea)
Erstes Zeltlager
 
Das Abendessen wird vorbereitet

3. Tag Sonntag
Nach einer halben Stunde Fahrzeit biegen wir von der Straße auf eine staubige Piste ab, bis es am Fuß der Berge nicht mehr weiter geht. Hier warten schon Ireen - sie ist im Hauptberuf Lehrerin, wird uns bekochen und die Lagerchefin sein - und zwei Cowboys mit den Mulis und Pferden auf uns. Ireen hat ein Frühstück bereitet, und nach dem Verladen des Gepäcks geht es los.
Anfangs führt der Weg den östlichen Hang der Sierra hinauf. Die Landschaft ist fast wüstenhaft, und folgerichtig treffen wir auch gleich auf die ersten Kakteen. Die meisten Blütenpflanzen, die wir sehen, haben in Europa nichts Vergleichbares. Der Blick zurück gleitet über die Wüste des Owens Valley. Man kann sich nicht vorstellen, dass dieses Tal bis in die 30er Jahre eine blühende grüne Landschaft war, ja es gab sogar einen See, auf dem große Schiffe fuhren. Aber der immense Wasserbedarf des Großraums Los Angeles nimmt darauf keine Rücksicht. Man leitet das Wasser über Hunderte von Kilometern ab und nimmt die Verwüstung in Kauf. Umweltschutz ist in den USA ein Fremdwort.
Als wir den Scheitelpunkt des Gebirges überschreiten, bemerken wir die ersten Moskitos, aber noch denken wir uns nichts dabei. Am Nachmittag erreichen wir unseren ersten Lagerplatz. Die Zelte werden aufgebaut, und dann wollen wir uns etwas ausruhen. Die Zeitverschiebung macht uns sehr zu schaffen. Doch trotz der Wärme sitzen wir alle mit langärmliger Kleidung um das Lagerfeuer herum. Es ist, als hätte es sich jetzt bei allen Moskitos herumgesprochen, dass es hier was zu holen gibt.
 
Unser Herd
Das Essen war sehr gut
- trotz Moskitos -
Umgebung des Lagers
 
Blick zur High Sierra
 

4. Tag Montag
Aufgrund des Zeitunterschieds sind wir schon um 5:00 Uhr wach, sogar vor den Moskitos - die kommen erst gegen 6:30 Uhr. - Heute wollen wir den Olancha Peak besteigen. Der Pfad führt durch wunderschönen, mit für europäische Verhältnisse riesigen Kiefern bewachsenen, lockeren Wald. Wenn nur die Moskitos nicht wären. Wir laufen trotz strahlend blauem Himmel - dieses Wetter wird sich bis ans Reiseende nicht ändern - teilweise im Anorak herum. Langsam geht es höher, und ab 3.300 Höhenmetern sind wir allein. Die Moskitos sind verschwunden, so hoch können sie wohl nicht fliegen.
Vom Gipfel des 3.695 m hohen Olancha Peak haben wir eine super Aussicht. Wir können auf die Dürre des Owen Valleys zurückblicken, wo wir gestern waren, und sehen im Westen auf das feuchtere Wald- und Weidegebiet der inneren Sierra Nevada, das von Schneegipfeln eingerahmt wird. Hier kann man es aushalten. Eigentlich will gar niemand aufbrechen - schon allein wegen der Flugbegleitung unterhalb 3.300 m nicht. Doch es hilft nichts, wir müssen zum Lager zurück.
Ireen hat wieder fantastisch gekocht. Wenn man bedenkt, ein Rostgitter und ein Blechbehältnis mit einem offenen Feuer darin, das ist alles was ihr zur Verfügung steht, und was sie daraus macht, Klasse!
 
Bis 1912 war das
Owens Valley ein
blühendes Tal
Blick auf das
Whitney Massiv
Riesige Kiefern, die
Menschen sind kaum
zu erkennen
Auf dem Pfad
zum Little Kern River
 

5. Tag Dienstag
Heute wechseln wir den Standort. Die Zelte werden abgebaut, und dann brechen wir auf - dieses Mal ohne nervende Moskitos, oder gewöhnt man sich nur an sie. - Es geht durch leicht welliges Gelände, mal durch Wald mal durch aufgelockertes Terrain. Außer uns ist niemand da. Mittagsrast halten wir an einem noch nicht besetztem Cowboy Lager. Wegen El Nino hat dieses Jahr die Beweidung noch nicht eingesetzt. Während der Rast werden wir von Ireens Transportkolonne überholt. Wir werden sie abends wieder treffen.
Am Nachmittag stellt sich uns ein Hindernis in den Weg. Der little Kern River, ein Mittelding zwischen Bach und Fluss, will ohne Brücke überwunden werden. Es dauert eine Weile, bis wir eine Stelle gefunden haben, wo ein Baum ins Wasser gefallen ist, und zudem noch einige aus dem Wasser ragende Felsen als Übergang genutzt werden können. Wir kommen auch alle gut auf die ersten Felsen, nur Aly nicht. Er will unbedingt testen, wie kalt das Wasser ist, und fällt hinein. Franz will ihn herausziehen, es geht schief, und so müssen die zwei ihre nasse Kleidung wechseln. Gott sei Dank ist es sehr warm.
Den Abend verbringen wir auf den Templeton Meadows. Es gibt Steaks, Whisky, ein Lagerfeuer - wie im Wilden Westen - da sind wir ja auch.
 
Little Kern River
 
 
Gott sei Dank räumt niemand die umgestürzten Bäume weg
Templeton Meadows
 
 
Zuerst werden
die Pferde versorgt
 

6. Tag Mittwoch
Es geht zum Kern Peak. Christa kommt nicht mit, sie macht einen Ruhetag und bleibt in Nähe des Lagers. Wir anderen ziehen pfadlos über die Ebene los, erreichen ein steil ansteigendes Waldgebiet. Hier werden wir überfallen, aber wie! Solche Schwärme von Moskitos hatten wir bisher noch nicht, und das will etwas heißen. Es ist so schlimm, dass man die Farbe von Alys Hut fast nicht erkennen kann, er ist fingerdick bedeckt. Wir überlegen sogar umzukehren, entscheiden uns dann aber doch weiterzusteigen. Als wir die Baumgrenze überschreiten, wird es besser. Hier liegt noch Schnee, Büßerschnee, aber lieber den, als Moskitos. Der Gipfelhang ist stark überwächtet, und wir müssen ihn von der Seite aus angehen. Die Aussicht vom Gipfel ist grandios, und zusätzlich sind wir oberhalb vom Moskitogebiet.
Auf dem Rückweg wird das Waldgebiet wegen der kleinen Begleiter sehr schnell - nach unten ist es einfacher - durchquert. Komisch, in der Ebene sind die Biester weg. Ireen behandelt Alys Rücken. Obwohl er T-Shirt, Hemd und Rucksack getragen hat, ist er so oft in den Rücken gestochen, dass ich zwischen Schulter und Gürtel beim zweihundertsten Stich aufhöre zu zählen.
 
Wie in einem Western
Ireen sorgt für
unser Wohl
Aufstieg zum Kern Peak
Kern Peak 3.505 m

7. Tag Donnerstag
Heute gibt es einen Gebietswechsel. Wir wollen zum Kern River im Sequoia Nationalpark. Zuerst wandern wir über die Ramshaw Meadows. Hier gibt es einige Wasserläufe, - durch die wir natürlich hindurch müssen - die die Vegetation ergrünen lassen.
Dann folgt ein Landschaftswechsel. Es geht nun lange bergab. Rechts und links von uns sind hohe steile Berge. Wir queren das Gebiet der Volcano Mountains. Hier sind die Steine aus sehr schwerem rötlichem eisenhaltigem Lavamaterial. Wir treffen auf wunderschöne vulkanische Basaltsäulen in dieser dicht bewaldeten Gegend. Noch fotografiere ich unbekümmert Blumen rechts und links des Pfads. Nachdem uns Ireen abends erzählt, ihr Pferd sei gescheut, als eine Klapperschlange sich vor ihm auf dem Pfad sonnte, werde ich ab morgen besser aufpassen, wo ich hintrete, bevor ich knipse.
 
Blick über den Inyo
Forest vom Kern Peak
aus
Ramshaw Meadows
 
 
Es gibt keine Brücke
 
 
Felsen auf den
Ramshaw Meadows
 

8. Tag Freitag
Frühstück gibt es heute etwas später. Ireen will uns etwas besonderes Vorsetzen und schält und raspelt schon seit geraumer Zeit für 11 Personen Kartoffeln. Es gibt frische Röstkartoffeln mit Speck und keine Eier (die hätten sich bei der Hitze nicht bis hier gehalten).
So gestärkt, begeben wir uns über eine Brücke, die über den Kern River in den Sequoia Nationalpark führt. Richtig, über eine Brücke, anders wäre dieser wilde Fluss auch nicht zu überqueren.
Wir besuchen in der Nähe eine Rangerstation und werden von der Leiterin eingeladen, uns auch den einzigen großen Innenraum anzusehen. So ein Durcheinander habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Hier lebt nur die Rangerin mit einem Kindermädchen und ihrer kleinen Tochter, fern ab jeglicher Zivilisation.
Wir wandern ein paar Stunden den Kern River entlang. Er ist ein noch sich selbst überlassener wild dahinbrausender Fluss, der aus den Bergen der Sierra kommt. Durch die späte Schneeschmelze in diesem Jahr führt er sehr viel Wasser und hat auch den Uferbereich teilweise überschwemmt. Dadurch haben sich neben unserem Lagerplatz ein paar Kuhlen mit Wasser gefüllt, das durch die Sonneneinstrahlung so warm ist, dass wir heute zum ersten Mal richtig Großreinemachen können. Sogar Haare waschen ist möglich.
 
Überquerung des
Golden Trout Creek
Basaltsäulen
 
Lager am Kern River
 
Ireen macht Röstkartoffeln
zum Früstück

9. Tag Samstag
Von der Rangerin haben wir den Tipp bekommen, auf dem Tower Peak sei auf dem Gipfel eine indianische Kultstätte. Da dies nicht allzu weit von unserem Weiterweg entfernt liegt, wollen wir sie suchen. Und tatsächlich, man hat da mit bloßen Händen Vertiefungen in den Fels geschlagen und sie als Opferschalen benutzt. Vom Gipfel aus haben wir eine grandiose Aussicht über das Trogtal des Kern Rivers hin zu den schneebedeckten Kawiah Mountains.
Kurz vor unserem heutigen Camp auf den Little Whitney Meadows überqueren wir noch einen recht ansprechenden Bach, aber wir sind jetzt ja schon geübt. Am Abend führen unsere zwei Cowboys ein paar Kunststücke vor. Dies führt bei Aly zu dem Entschluss: Morgen wird nicht mitgewandert. Morgen wird er unser Gepäck auf einem Pferderücken begleiten.
 
Kern River
 
 
Kern River
 
 
Blick über den Kern-
River-Canyon zu den
Kawiah Mountains
Türkenbund Lilie

10. Tag Sonntag
Aly bekommt als Erstes einen Sturzhelm verpasst und dann einen mehrseitigen Vertrag, den er lesen und unterschreiben soll. Wir sind zwar in der Wildnis fernab jeglicher Zivilisation, aber doch in den USA, und Schadensersatzforderungen wegen eines Sturzes vom Pferd können hier für den Verantwortlichen schnell in die Millionen gehen.
Wir anderen brechen zum Little Whitney Cow Camp auf, das in diesem Jahr noch nicht benutzt ist, und erreichen dann die Volcano Meadows. Dieses Tal besteht aus einem lila blühenden Meer von Shooting Star Blumen.
Der Weiterweg bringt uns in eine immer wüstenhaftere Gegend. Es wird immer sandiger, und das Gehen strengt ganz schön an. Am Lager kommt uns Aly schon entgegen. Er läuft heute irgendwie breitbeiniger als sonst und hat auch Muskelkater. Er hat für uns über den an jedem Lager obligatorischen Bach eine Brücke gebaut.
 
Dies wird die letzte Zeltübernachtung werden, denn morgen soll der Trekkingteil der Reise zu Ende gehen.
 
Little Whitney
Cowcamp
Volcano Meadows voller Shooting Star
Indian Paint Brush
 
Auf dem Pfad
zum Trailpeak

11. Tag Montag
Wir starten zur letzten Wanderung, doch schon zu Beginn gibt es eine Unterbrechung. Hans will Alys Brücke benutzen, und als diese unter ihm zusammenbricht und mit ihm ins Wasser fällt, wissen wir, dass Aly sich nicht zum Brückenbauer eignet.
In dieser sandigen Gegend stehen die Bäume nicht mehr so dicht wie an den vergangenen Tagen. So haben wir kaum Schatten, als es zum Trail Peak auf 3.555 m hoch geht. Aber die Anstrengung wird mit einer Superaussicht belohnt. Es gibt keinen höheren Gipfel in der Nähe, sodass wir eine 360° Rundsicht haben. Wir können das komplette Wandergebiet der letzen Woche überblicken. Dies ist ein schöner Abschluss des Trekkings. Nach einem steilen Abstieg freuen wir uns, auf den Horseshoe Meadows endlich auf frisches kühles Wasser zu treffen. Es war heute der bisher heißeste Tag.
Nach einer weiteren halben Stunde Gehzeit treffen wir auf eine Piste, die vom Owens Valley heraufführt. Hier stehen einige Pferdeverladewagen und auch unser Van ist eingetroffen. Die Begleitmannschaft wird vom Pferdebesitzer abgeholt. Es heißt Abschied nehmen von unseren zwei Cowboys und vor allem von Ireen, die dafür gesorgt hat, dass trotz der Wanderanstrengungen niemand abgenommen hat - eher ist bei ihrer ausgezeichneten Küche das Gegenteil eingetreten. -
Ohne uns lange aufzuhalten, besteigen wir den Van. Wir haben noch eine längere Fahrtstrecke vor uns. Über Bishop geht es ins Motel nach Lee Vining am Mono Lake. Wie bei solchen Trekkingreisen üblich, führt der erste Weg zum Ausprobieren der Duschen. Am Abend fahren wir dann in ein wunderschön hoch über dem Mono Lake gelegenes Restaurant. Das Essen ist ausgezeichnet, wie ich überhaupt feststellen muss, dass mir die Küche in Nevada und Kalifornien besser schmeckt als im Rest der USA.
 
Blick über den Inyo
Forest vom Trail Peak
aus
Half Dome im Yosemite Nationalpark
 
Yosemite Nationalpark
 
 
Blick vom Discovery
View in das Yosemite Tal
 

12. Tag Dienstag
Heute geht es über den Tiogapass in den Yosemite Nationalpark. Wir treffen auf eine vollkommen andere Landschaft. Riesige Granitberge türmen sich auf. Wir machen einen ersten Halt auf den Tuolumne Meadows und wandern ein Stück den glatt geschliffenen Hang des Lembert Dome hoch. Hier gefällt es uns, aber im Gegensatz zur bisherigen Tour sind wir hier nicht mehr allein; es gibt jede Menge Touristen, dafür aber keine Moskitos. Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten, was besser ist.
Wir fahren weiter in das eigentliche Yosemite Tal hinab und halten am Discovery View. Die Aussicht gehört wirklich zum Feinsten, aber hier stehen jährlich 4 Millionen Touristen!! Weiter geht es zum Mariposa Grove. Wir wollen in einer kleinen Wanderung die Mammutbäume bestaunen. Die muss man gesehen haben. Aber das ist immer noch nicht genug für diesen Tag. Wir fahren noch zu den Wasserfällen im Tal und bestaunen die Granitwand des El Capitan, alles weltbekannte Sehenswürdigkeiten.
Für mich kann dieser eintägige Kurzbesuch in diesem Park nur dazu dienen, einen Eindruck zu gewinnen, und der ist so, dass ich hier noch einmal längere Zeit hinfahren werde. Wir übernachten an der Parkgrenze in einem Motel in El Portal.
 
Riesensequoie im
Mariposa Grove
Grizzly Giant
 
Der 436 m hohe
Yosemite Fall
Half Dome
 

13. Tag Mittwoch
Wir verlassen die Berge, fahren den Merced River entlang nach Mariposa. Dies ist eine ansprechende kleine Ortschaft mit ein paar hübschen Geschäften. In einem davon lässt Hans seinen Fotoapparat liegen.
Dann geht es durch den Obst- und Gemüsegarten Kaliforniens Richtung San Francisco. Im San Joaqin Valley sind wir erstaunt, dass sich von den mehreren Tausend Windrädern ein großer Teil überhaupt nicht dreht. Sigi meint, der kurze Umweltboom sei vorbei, und man würde die konventionelle Energie wieder der Windkraft vorziehen. Bei den geringen amerikanischen Umweltauflagen für Kohlekraftwerke ist das kein Wunder.
Wir erreichen kurz vor Mittag San Francisco über die Bay Bridge. Nachdem wir das Gepäck im Hotel abgestellt haben, mache ich mit Aly einen Stadtbummel. Wir haben immer noch strahlend blauen Himmel, wie schon auf der ganzen Reise, was für San Francisco aber nicht unbedingt üblich ist. Am besten gefällt uns das Gewimmel in Chinatown. Unglaublich, was die Chinesen alles als essbar verkaufen. Mit dem Rest der Gruppe treffen wir erst gegen Abend wieder zusammen. Wir wollen mit der Cable Car zu Fisherman's Wharf fahren und dort zu Abend essen. Obwohl dieser Bereich touristisches Hochgebiet ist, ist das Essen in einem Fischrestaurant ausgezeichnet.
 
China Town
in San Francisco
Wolkenkratzer in
San Francisco
 
Die Transamerica
Pyramid soll
erdbebensicher sein
Alle warten
auf die Cable Car

14. Tag Donnerstag
Heute haben wir einen Reiseführer engagiert, der uns den ganzen Tag die großen und kleinen Sehenswürdigkeiten von San Francisco zeigt. Wir merken schnell, dass es nicht übertrieben ist, San Francisco in einem Zug mit Sydney und Vancouver als eine der schönsten Städte der Erde zu nennen. Ich komme zur Erkenntnis, dass der Yosemite Park und San Francisco eigentlich allein schon eine zweiwöchige Reise wert sind.
Im Cliff House am Pazifik essen wir zu Mittag mit direktem Blick auf die sich vor der Küste auf den Klippen sonnenden Seelöwen, Pelikane und sonstigen Seevögel. Über die Golden Gate Bridge geht es nach Sausalito, wo wir direkt am Hafen in einem Fischrestaurant mit wunderschönem Blick auf San Francisco den Urlaub ausklingen lassen.
 
Cable Car
 
San Francisco
und die Bay
Lombard Street
 
San Francisco
 

15. Tag Freitag In aller Frühe bringt uns Sigi zum Flughafen, denn um 8:25 Uhr geht es schon mit North West Airlines im Direktflug nach Frankfurt. Der Flug verläuft ohne besondere Vorkommnisse.
 
San Francisco vom
Twin Peak aus
Am Pazifik
 
Golden Gate Bridge
 
In Sausalito
 

16. Tag Samstag Um 7:30 Uhr landen wir wieder in Frankfurt.
 
San Francisco
von Sausalito aus
Blick auf San Francisco
von Sausalito aus

Fazit: wir hatten einen sehr schönen Urlaub, der aber, obwohl die Berge der High Sierra sehr schön sind, doch nicht ganz den ausgefallenen John Muir Trail ersetzen konnte. Und für den Yosemite Park und San Francisco sollte einfach mehr Zeit eingeplant werden. Daher kann das Fazit nur lauten: Hier muss ich noch einmal hin.