Peru

Rundreise auf den Spuren der Inka mit Wanderungen in der Cordillera Blanca

Eine ASI-Reise vom 9. bis 30. August 2015

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de


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10.Tag: Dienstag 18. August
Um 7 Uhr ist heute Abfahrt mit dem Bus, das heißt vorher noch frühstücken, also wieder früh aufstehen. Wenigstens brauchen wir heute nicht zu packen. Die Fahrt dauert dann nur 15 Minuten bis zum Ortsrand von Ollantaytambo.
 
Wir sind hier auf 2.880 m Höhe und werden auf der linken Flussseite zum Inka Steinbruch von Cachicata auf 3.540 m aufsteigen. Wir haben strahlend blauen Himmel. Der Weg zieht langsam den Hang hinauf, und wir haben einen herrlichen Blick auf die Cordillera Urubamba. Es dauert aber noch eine ganze Weile bis nach einer Biegung der Blick zum höchsten Gipfel der Nevada Veronica 5.682 m frei wird. Leider ziehen schon wieder die ersten Wolken auf. Es ist komisch, einen Tag kommen die Wolken bereits früh am Morgen und verschwinden nachmittags, und am nächsten Tag ist es genau umgekehrt. Unterwegs treffen wir auf riesige Steine, die beim Transport vom Steinbruch zur Palastanlage in Ollantaytambo liegengeblieben sind. Es ist für uns unvorstellbar, wie es die Inkas ohne Maschinen und ohne die Kenntnis des Rades geschafft haben, die tonnenschweren Steine ins Tal hinabzubringen, dann über den Fluss und auf der anderen Talseite über eine kilometerlange Rampe zur hochgelegenen Anlage zu transportieren.
 
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Urubamba Tal mit der
Cordillera Urubamba
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Nevada Veronica 5.682 m
 
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Veronica
5.682 m
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Ein Rohling aus dem Steinbruch
der Inka
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Das Tal des Urubamba
 
Das letzte Wegstück zum Steinbruch ist sehr steil und ich habe ganz schön mit der Höhe zu kämpfen. Oben angekommen machen wir eine halbe Stunde Pause. Dann geht es 1/3 des Weges zurück, bevor wir auf einem schmalen Pfad zum Dorf Cachicata absteigen.
 
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Pause
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Kaktus
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Passionsblume????
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Impression eines Bauernhofs
Am Fluss hat unser Koch wieder das Zelt aufgebaut, und wie schon gestern gibt es wieder ein leckeres Essen. Danach fahren wir direkt zur Hotelanlage. Ich muss sagen, die heutige Wanderung stellt das bisher schwächste Tagesprogramm dar. Außer der anfänglichen Aussicht auf die Cordillera Urubamba, die nachher von den Wolken verdeckt wurden, bietet diese Wanderung nicht viel.
 
Inzwischen hat sich der Himmel so zugezogen, dass niemand mehr die schöne Außenanlage nutzt. Aldo teilt kleine Taschen aus, in die wir im Hinblick auf die morgige Fahrt nach Machu Picchu ein Teil unseres Gepäcks umpacken müssen, da wir nicht alles mitnehmen dürfen.
 
Zum Abschluss des Tages haben wir in der Hotelanlage ein ausgezeichnetes Abendessen, mit dem Tagesabschluss eines Pisco Sours am Kamin.
 
11.Tag: Mittwoch 19. August
5:30 Uhr Wecken, 6 Uhr Frühstück, 6:30 Uhr Abfahrt. Um 7 Uhr öffnen die Ruinen von Ollantaytambo, und wir wollen die Ersten sein. Vor 13 Jahren waren wir erst am Nachmittag dort, und ich habe in den Bericht geschrieben "Es scheint so, als wollten alle Touristen Perus Ollantaytambo gleichzeitig besuchen." Wir schaffen es tatsächlich als Erste die imposante Ruinenanlage zu betreten. Noch ist es sehr kalt, der Himmel ist klar, und als die ersten Sonnenstrahlen auf die Mauern fallen, wirkt das schon gewaltig.
 
Da Aldo Geschichte studiert hat, ist er ein ausgezeichneter Führer durch die Anlage. Die gewaltigen Mauern lassen erahnen, auf welche Schwierigkeiten die Spanier bei der Eroberung gestoßen sind. Die Perfektion, die Verarbeitung der Steine, die zum Teil riesigen Monolithen, die Terrassen, die Wasserversorgung, welche noch heute einwandfrei funktioniert, und und und... Das ist alles einfach faszinierend. Wir nehmen uns rund zwei Stunden Zeit für die Anlage.
 
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Ruinen von Ollantaytambo
 
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Ruinen von Ollantaytambo
 
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Ollantaytambo und die Cordillera Urubamba
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Ruinen von Ollantaytambo
 
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Ruinen von Ollantaytambo
 
Leider haben wir danach keine Zeit mehr, durch die Straßen der Stadt zu streifen. Gestern nach der nicht ganz so reizvollen Wanderung hätten wir eigentlich dazu noch Gelegenheit gehabt. Schade, hier war die Reiseplanung nicht so gut. Ollantaytambo ist die einzige erhalten gebliebene Stadtplanung der Inka.
 
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Ollantaytambo
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Lamas in Ollantaytambo
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In Ollantaytambo
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Decken in allen Farben
Wir fahren ein kurzes Stück ein Seitental hinauf bis zum Dorf Pallata. Von hier beginnt unser Aufstieg zu den Ruinen von Pumamarka, die wir nach einer Stunde erreichen. Die Ruinen verblassen zwar etwas im Vergleich mit denen von Ollantaytambo, aber sie liegen weit über 3.000 m hoch in einer grandiosen Landschaft, und wir sind die einzigen Besucher. Die Ruhe hier oben und der blauer Himmel, das ist Urlaub.
 
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Auf dem Weg nach Pumamarka
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Ruinen von Pumamarka
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Ein Dickblattgewächs
Ein Stück unterhalb treffen wir beim Abstieg wieder auf unsere zwei Zelte, und richtig, es gibt wieder ein Mittagessen. Nach dem Essen ist noch Zeit genug für eine ausgiebige Siesta. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten diese Zeit für Ollantaytambo, oder den jetzt folgenden Abstieg genutzt. Der Pfad führt wunderschön über die terrassierten Hänge das Tal entlang hinunter nach Ollantaytambo. Leider rennen wir fast nach unten, denn nun wird auf einmal die Zeit knapp. Der Zug nach Aguas Calientes wird nicht warten. Andrea und ich bilden den Schluss der Gruppe. Wir wollen die Landschaft genießen, die Aussicht ist super, und es riecht nach Kräutern und sonstigem Grün.
 
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Küchen- und Essenzelt
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Für Hygiene
ist gesorgt
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Abstieg nach Ollantaytambo
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Abstieg nach Ollantaytambo
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Auf nach Aguas Calientes
Wieder im Tal, nimmt uns unser Bus auf, und fährt uns das kurze Stück zum Bahnhof. Wir wechseln die Schuhe, packen letzte Sachen in die kleinen Taschen, und 15 Minuten später sitzen wir im von Cusco kommenden Touristenzug "Machu Picchu", so heißt der Zug, er fährt aber nur bis Aguas Calientes. Es ist ein reiner Zug für Touristen, und obwohl wir nicht fliegen, werden wir wie im Flugzeug mit Getränken und einem Snack bedient.
 
Allzu viel sehen wir während der Fahrt nicht mehr, denn hier unten im Urubambatal umgeben von hohen steilen Bergen kommt die Dämmerung sehr schnell. Wir erreichen Aguas Calientes. Dieser Ort stellt für mich den größten Unterschied im Vergleich zur Reise vor 13 Jahren dar. (Beschreibung 2002 17.Tag) Was damals der wilde Westen war, ist heute eine Kleinstadt mit dem einzigen Zweck, Touristen für eine Nacht zu beherbergen. Direkt vom Bahnhof aus betritt man eine große Halle. Sie ist so gebaut, dass man in den Ort nur kommt, wenn man durch die vielen Gänge geht. Es ist dies ein Spießrutenlaufen durch die Stände der Touristenverkäufer. Wo es damals durch die Enge des Tals nur die Bahnschiene als Straße gab, bilden heute drei Gassen den Ort, es ist alles bis auf den letzten Quadratmeter zugebaut. Es scheint uns so, dass es nur drei Arten von Häusern gibt, Hotels, Gaststätten oder Verkaufsgeschäfte.
 
Wir laufen zum Hotel Hatun Inti und checken ein. Zumindest unsere Zimmer haben sich der Enge des Tals angepasst. Das innen liegende Bad hat als einzigen Dunstabzug ein schönes kleines Fenster, das in Kopfhöhe direkt ins Treppenhaus führt und von dort freien Einblick in die Dusche gewährt. Nach dem Duschen gehen wir noch in ein Touristenrestaurant, dafür ist das Essen aber sehr gut. Anschließend fallen wir todmüde in die Betten mit dem Gedanken im Unterbewusstsein ja nicht zu verschlafen.
 
12.Tag: Donnerstag 20. August
Wir haben nicht verschlafen, ich bin sogar schon wach, als um 3 Uhr der Handywecker sich meldet. Ohne Frühstück stehen wir um 3:30 Uhr bereits an der Abfahrtsstelle der Busse nach Machu Picchu, und wir sind nicht die Einzigen. Obwohl sehr viele Busse eingesetzt werden, möchte jeder bei den Ersten sein. Nach 1 ½ Stunden anstehen kommen Andrea und ich in den zweiten Bus, der dann mit einem Höllentempo im Dunkeln die steilen Serpentinen auf der unasphaltierten Straße durch den Urwald zum Eingang von Machu Picchu hochfährt.
 
Wir stehen vor dem Eingang und warten bis geöffnet wird. Dann fällt der entscheidende Satz von Aldo "Muss noch jemand auf die Toilette? Bis zum Verlassen der Ruinen heute Mittag gibt es keine." Natürlich müssen noch einige, also zur Toilette, die öffnet aber erst zur gleichen Zeit, wenn sich auch die Eintrittstore zur Anlage öffnen. Das hat auch Aldo nicht gewusst. Da inzwischen fast alle Busse angekommen sind, heißt es jetzt, sich hinten in der Schlange anzustellen. So kann es einem gehen, wenn man bei den Ersten sein möchte. Es werden zurzeit 2.600 Personen pro Tag zu einem Ticketpreis von ca. 45 € eingelassen.
 
Trotz dieser Widrigkeiten umgibt die Anlage zu so früher Stunde eine geheimnisvolle Aura. Hoch über einer Schleife des Urubamba gelegen, kann man die bautechnischen Fähigkeiten der Inka nur bewundern. Wir werden von Aldo zwei Stunden lang fachkundig durch die Anlage geführt, und dann beginnt der Großteil unserer Gruppe die von ASI als Ersatz für die ausgefallene Zugfahrt gesponserte Besteigung des Berggipfels Machu Picchu. Dieser darf nicht mit der Ruinenanlage und dem sich auf Bildern als Hintergrund für Machu Picchu befindenden Berg Waynapicchu verwechselt werden. Von der Ruinenanlage auf 2.450 m führen 2.300 zum Teil sehr steile Stufen bis zum Gipfel auf 3.061 m hinauf. Da mir meine Beine heute Schmerzen bereiten, bleibe ich unten, Andrea geht aber mit.
 
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Machu Picchu liegt
hoch über dem
Urubambatal
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Machu Picchu und der Berg Waynapicchu
 
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Sonnentempel
 
 
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Mausoleum der Könige
 
 
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Tempel der drei Fenster
 
 
Mir wird die Zeit bis zur Rückkehr der anderen keineswegs langweilig. Ich laufe stattdessen einen alten Inkapfad bis zu einer alten Inkabrücke entlang und genieße für den Rest der Wartezeit den Blick vom Wärterhaus von oben auf Machu Picchu.
 
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Mauerwerkskunst der Inka
 
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Cordillera Vilcabamba von
Machu Picchu aus
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Blick zum Wärterhaus mit
ein "paar" Touristen
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Der bekannte Postkartenblick
auf Machu Picchu
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Inkabrücke bei Machu Picchu
 
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Ein Inka Trail
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Orchidee
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unbekannte Blume
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unbekannte Blume
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Der Berggipfel
Machu Picchu
Die anderen sind bei ihrer Rückkehr von der Gipfeltour ebenfalls begeistert, und so machen wir uns alle mit dem Gefühl einen besonderen Programmpunkt der Reise gehabt zu haben, auf den Rückweg zu den Bussen, die uns wieder ins Tal bringen. Jetzt erst erkennen wir bei Tageslicht die Ausgesetztheit der Straße. Was ein Glück, dass wir das heute Morgen im Dunkeln nicht sehen konnten.
 
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Auf dem Gipfel des Machu Picchu 3.061 m
 
 
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Blick vom Gipfel des Machu
Picchu auf die Ruinen von
Machu Picchu und den
Urubamba Fluss
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Wenn man genau hinsieht
erkennt man ganz unten
Aguas Calientes
 
Wir holen nur noch im Hotel unser Gepäck, dabei bekommt jeder von Aldo ein Riesensandwich, und dann gehen wir wieder zum Bahnhof, wo wir pünktlich in den Zug zurück nach Ollantaytambo steigen. Wie anstrengend der Tag doch war, erkennt man daran, dass die meisten der Fahrgäste die Aussicht während der Fahrt schlafend genießen.
 
In Ollantaytambo nehmen wir wieder unseren Bus, somit sind wir viel schneller in Cusco, als wenn wir mit dem Zug weitergefahren wären. Trotzdem kommen wir erst gegen 20:30 Uhr im Hotel Casa Andina Classic San Blas in Cusco an. Zum Abendessen möchte heute niemand mehr gehen.
 

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