Namibia - Land der Farben und der Tiere

Eine ASI-Rundreise im Kleinbus mit Wanderungen vom 14. bis 30. August 2017

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de


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9. Tag Dienstag 22. August:
Diese Nacht können wir nicht durchschlafen, kurz nach Mittenacht weckt uns ein Geräusch. Hinter der Milchglasscheibe der Tür zeichnen sich zwei Hörner ab, und als wir durch den Vorhangschlitz spähen, steht vor unserer Terrasse eine Oryxantilope, die schnell verschwindet als sie uns bemerkt. Eine Stunde später weckt uns erneutes Getöse, dieses Mal direkt auf unserer Terrasse. Als wir nachschauen, ist die Oryx über einen Terrassenstuhl gestolpert. Sie hat inzwischen Verstärkung mitgebracht. Sechs Oryx fressen direkt vor der Terrasse die von einem Akazienbaum herab gefallenen Früchte. Dieses Mal lassen Sie sich nicht stören.
 
Kurz nach 5 Uhr stehen wir dann endgültig auf, um 6 Uhr gibt es Frühstück und um 7 Uhr ist Abfahrt. 238 km Schotterpiste liegen vor uns, die aber nicht in einem Stück gefahren werden, wir wollen unterwegs noch eine Wanderung unternehmen. Drei Stunden fahren wir das Naukluftgebirge entlang, bis wir am Naukluft Campsite zwei Personen der Gruppe zurücklassen, die heutige Wanderung soll etwas schwieriger sein, und sie werden deshalb pausieren.
 
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Startpunkt des Olive Trails
 
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Nest der Siedelwebervögel -Philetairus socius-
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Nest der einzeln
nistenden Webervogelart
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Im Naukluft Gebirge
 
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Im Naukluft Gebirge
 
Wir anderen starten den Olive Trail. Wir wandern etwa eine Stunde zu einem Pass hinauf und steigen dann 3½ Stunden durch einen engen Canyon ab. Die Felsformationen sind wunderschön und zum ersten Mal gibt es sogar trotz des Winters blühende Pflanzen zu fotografieren. Kurz vor dem Ende verengt sich der Canyon auf wenige Meter und ist auch noch wassergefüllt. Jetzt heißt es, die senkrechte Wand an einer Kette entlang zu balancieren, eine andere Möglichkeit gibt es nicht, aber auch das schaffen wir.
Wanderung heute: (➚500 m ➘500 m ➙11 km 🕒 4,5 h)
 
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Schöne Blüte im Naukluft
Gebirge
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Schöne Blüte im Naukluft
Gebirge
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Agame
 
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Auf dem Olive Trail
 
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Olive Trail
 
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Köcherbaum auf
dem Olive Trail
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Olive Trail
 
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Olive Trail
 
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Mir unbekannte Frucht
auf dem Olive Trail
 
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Von dem Zebra bleibt
nicht viel übrig
Danach fahren wir weiter. In Solitaire halten wir noch einmal an. Während Harold den Bus auftankt, tanken wir im einzigen Supermarkt weit und breit - nennen tut er sich Gemischtwarenladen - Wasservorräte. Es ist dies wirklich ein super Markt, die Betonung liegt auf super, den muss man gesehen haben. Gleich nebenan steht "Moose McGregor's Desert Bakery", weit bekannt für ihren frischen hausgemachten deutschen Apfelkuchen. Wir schaffen es, den ganzen heutigen Vorrat aufzukaufen. Anschließend wird der Bus zum Café auf Rädern umfunktioniert.
 
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Unbekannte Blüte auf
dem Olive Trail
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In Solitaire
 
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In Solitaire
 
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Bergzebras
-Equus zebra hartmannae-
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Moskitonetze in der
Rostock Ritz Desert Lodge
Weiter geht es zur Rostock Ritz Desert Lodge, die wir mit dem letzten Tageslicht erreichen. Wie schon üblich bekommen wir wieder ein kleines Häuschen zugewiesen, dessen schöne Lage wir aber nicht mehr wahrnehmen können, da es inzwischen dunkel ist. Heute gibt es zum Abendessen mal kein Buffet, aber das Menü mit Oryxantilope als Hauptgang ist ausgezeichnet. Anschließend wollen alle nur noch ins Bett nach diesem anstrengenden Tag. Doch wieder will man Andrea und mich nicht durchschlafen lassen. Nachts raschelt es auf einmal, vielleicht ist es eine Maus oder eine Ratte oder gar eine Schlange oder eine Schlange, die hinter einer Maus her ist. Wir können zuerst nicht lokalisieren, wo es herkommt, aber da die Geräusche nicht aufhören, winde ich mich aus dem Moskitonetz heraus, und stelle ganz mutig, den Abfalleimer, denn der fungiert als Lautsprecher, kurzerhand vor die Tür. Danach herrscht Ruhe.
 

 
10. Tag Mittwoch 23. August:
Auf dem Weg zum Frühstück werden wir von einer Erdmännchengroßfamilie begrüßt. Diese Tiere sind einfach nur putzig. Beim Frühstück erfahren wir dann, dass auch die meisten anderen der Gruppe nächtlichen Besuch hatten. Um 7:15 Uhr ist heute Abfahrt. Von der Lodge bekommen wir einen zusätzlichen Tour Guide mit GPS-Gerät gestellt, da Harold sich bei seiner letzten Tour verlaufen hat.
 
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Herrliche Lage der Rostock
Ritz Desert Lodge
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Erdmännchen
-Suricata suricatta-
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Flussbett des Ghaub Rivers
 
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Flussbett des Ghaub Rivers
 
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Wo ist der dazugehörige
Leopard?
Die Fahrzeit beträgt nur 15 Minuten auf der Hochebene, bis sich vor uns ein enger Taleinschnitt auftut. Wir treffen hier auf zwei junge Touristen aus Finnland, die sich uns anschließen. Wir steigen ins trockene Bett des Ghaub Flusses hinab und folgen dessen Verlauf, wechseln dann in ein anderes Tal, um schließlich auf einen Höhenrücken zu steigen, dem wir bis zu einer Halbhöhle folgen. Hier befinden sich einige ca. 1.000 Jahre alte Buschmannzeichnungen. Inzwischen ist es sehr heiß geworden. Drei Liter Wasser hat jeder heute bei sich.
 
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Mir unbekannte Blüte
 
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Agame
 
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Aufstieg zu den
Buschmannzeichnungen
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Im Schatten an der Wand
befinden sich die Zeichnungen
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Buschmannzeichnungen
 
Wir starten den Rückweg bei 34° C, und als wir wieder in das Flussbett absteigen sind es bereits 36° C. Je weiter wir kommen, umso mehr strengt es uns an. Im Flussbett liegt teilweise tiefer Sand, der das Fortkommen stark erschwert. Die Abstände der Trinkpausen werden immer kürzer, obwohl das Wasser immer wärmer wird und nur noch scheußlich schmeckt. Inzwischen trinken wir nur noch schluckweise, damit der Vorrat reicht. Wir bekommen ein Gefühl dafür, was es heißt, in der Wüste bei Hitze zu verdursten. Beim Aufstieg zum Bus wird es dann der finnischen Touristin schlecht. Sie hat wohl nicht genug getrunken und ist fix und fertig.
 
Unser Tour Guide bestellt schon per Funk vom Auto aus Malawi Shandy und Bier an der Bar. Man glaubt gar nicht, wie wir uns darauf stürzen, als wir wieder in der Lodge sind, und wie gut das schmeckt.
Wanderdaten von heute: ➚550 m ➘550 m ➙14 km 🕒 5,5 h
 
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Im Flussbett
des Ghaub Rivers
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Nach der Hitzewanderung
schmeckt das Bier
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Auf der Terrasse in
der Rostock Ritz Lodge
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Sonnenuntergang in der
Rostock Ritz Lodge
Sonst passiert heute nicht mehr viel, wenn man mal davon absieht, dass wir auch in dieser Nacht wieder vom Papierkorb geweckt werden, aber ich kenne ja nun den Trick wie man das Problem löst.
 

 
11. Tag Donnerstag 24. August:
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Ich bin ein nächtlicher
Störenfried
Beim Frühstück teilt uns ein Gruppenmitglied mit, dass er vor seinem Häuschen einen nächtlichen Ruhestörer zum Fotografieren freigegeben hat. Nach dem Photo-Shooting wird die Maus dann freigelassen.
 
Heute fahren wir 258 km fast nur auf Schotterpiste mit diversen Stopps nach Swakopmund an den Atlantik. Zuerst geht es über den Kuiseb-Pass, in dessen Nähe wir zum Henno Martin Shelter (Karpfenkliff) laufen. Hier kann man sehen, wo sich die zwei deutschen Geologen Henno Martin und Hermann Korn während des Zweiten Weltkriegs 2 Jahre versteckt haben (das Buch von Henno Martin "Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste" ist sehr lesenswert). 
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Tschüss...
 
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Ein Straußenmann
mit zwei Frauen
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Landschaft am Kuiseb Fluss
 
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Am Karpfenkliff, Henno Martin
und Hermann Korn Shelter
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Am Karpfenkliff, Henno Martin
und Hermann Korn Shelter
Wir fahren weiter durch die Wüstenlandschaft bis zur Welwitschia-Ebene. Dort können wir die eigenartigen bis zu 2.000 Jahre alten Pflanzen bewundern. Nicht weit davon entfernt beginnt die "Mondlandschaft". Es ist dies eine absolut vegetationslose, zerfurchte Berglandschaft. So muss es wohl wirklich auf dem Mond aussehen. Wie müssen hier erst im späten Nachmittagslicht die Farben leuchten. Dann werden wir aber schon in Swakopmund sein, das nur noch ein paar Kilometer entfernt ist.
 
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Am Karpfenkliff, Henno Martin
und Hermann Korn Shelter
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Auf der Fahrt zum
Welwitschia Drive
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Welwitschia Drive
 
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Welwitschia mirabilis, sie kann
bis zu 2000 Jahre alt werdenW;
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Mondlandschaft
vor Swakopmund
Wir erreichen Swakopmund gegen 14 Uhr und fahren direkt zum Swakopmund Plaza Hotel. Es ist das erste und einzige Mal, dass wir bei dieser Reise in einem Hotel und nicht in einer Lodge untergebracht werden. Andrea und mich zieht es sofort in die Stadt, es gibt ja so viel zu sehen. Leider ist die Zeit bis es dunkel wird viel zu kurz. Die Stadt wird manchmal auch als "südlichtes deutsches Seebad" bezeichnet. Hier ist der ehemalige Kolonialeinfluss noch sehr deutlich, und nach der Unabhängigkeit Namibias 1990 und der anschließenden Landreform sind viele deutsche Farmer nach Swakopmund gezogen. Die deutsche Sprache ist hier noch allgegenwärtig.
 
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In Swakopmund
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Leuchtturm in Swakopmund
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Strand in Swakopmund
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Strand in Swakopmund
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Strand in Swakopmund
 
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Deutsche Vergangenheit,
Woermannhaus von 1904
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In Swakopmund
 
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Direkt hinter Swakopmund
liegt die Namibwüste
Wie gerne würden wir in einem der Cafés den Apfelstrudel, den Streuselkuchen oder gar die Schwarzwälder Kirschtorte versuchen, aber das würde zuviel Zeit kosten. Wir laufen den Strand entlang, besuchen das Woermannhaus und besteigen seinen markanten Turm, von dem man eine schöne Aussicht auf die Stadt und das Meer hat. Die Stadt macht einen total aufgeräumten und sauberen Eindruck auf uns. Hier ist die Zeit stehen geblieben, - Deutschland wie vor Jahrzehnten. Leider wird es viel zu schnell dunkel, und wir müssen ins Hotel zurück.
 
Der Gang zum Abendessen verzögert sich etwas, denn zwei aus der Gruppe haben festgestellt, dass ihre Anziehungskraft auf Mäuse so groß ist, dass sich eine in ihrem Gepäck versteckt hat und die ganze heutige Fahrt über die Rüttelstrecke mitgemacht hat und nun erst eingefangen werden muss.
 
Wir speisen heute im "Jetty 1905", einem der besten Fischrestaurants direkt neben der ehemaligen Landungsbrücke am Atlantik. Das Essen ist sehr gut, die Preise entsprechen aber auch internationalem Niveau.
 

 
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