D R U C K V E R S I O N 

Lofoten, steile Faszination vor Norwegens Küste

Eine Alp und Fjell Reise vom 10. bis 26. August 2007

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de


Lage der Lofoten

Nachdem wir die letzten Jahre regelmäßig nach Südamerika gereist sind, und es auch in diesem Jahr noch nach Bolivien gehen soll, ergibt sich für uns die Situation, dass es dort sehr trocken, staubig, und sehr wüstenhaft ohne viel Grün sein wird. Aus diesem Grund beschließen wir, vorher in Norwegen noch einen Kontrasturlaub dazu zu unternehmen, und uns von saftigem Grün, einer frischen Brise, blauem Meer, frischem Fisch und schroffen Bergen einnehmen zu lassen.
Da wir mit "Alp und Fjell Wanderreisen" schon in der Schweiz unterwegs waren, damit gute Erfahrungen gemacht haben, und dieser Veranstalter auch Reisen auf die Lofoten anbietet, finden wir ziemlich schnell zueinander. Es werden jeweils zwei einwöchige Reisen angeboten, die man aber auch gemeinsam als eine Reise buchen kann. Wir haben uns für die letztere Variante entschieden.


Haus auf den Lofoten

Panorama von Reine

 
1. Tag Freitag:
Mitternacht in Bodø
Erster Blick auf
die Lofoten
Wir sind noch arbeiten gegangen und werden am frühen Nachmittag von einem Kollegen zum Flughafen Frankfurt gefahren. Um 17:20 Uhr fliegen wir pünktlich mit der SAS nach Oslo. Wir haben am Gate überraschend Joachim getroffen. Mit ihm waren wir schon auf einer Schneeschuhtour in der Schweiz. Es stellt sich heraus, dass er die gleiche Reise gebucht hat. Was es doch für Zufälle gibt.
Während des Fluges gibt es nichts zu essen oder zu trinken. So stürzen wir uns in Oslo auf den ersten Imbissstand - zwei Sandwich, ein Wasser und wir sind 20 Euro los. Da bekommen wir gleich ein Gefühl für die norwegischen Preise.
Wir sind da, 4 Uhr früh
Um 21:00 Uhr fliegen wir weiter nach Bodø, wo es vom Flughafen mit dem Taxi zum Fähranleger geht. Zum Fahrtbeginn stellt der Taxifahrer das Taxameter auf 45 Kronen ein, am Ziel sind es dann 89, aber mit einer Spezialtaste lässt er das Ergebnis auf 112 Kronen hochschnellen, geplant waren eigentlich 75.
Wir treffen im Wartehäuschen am Anleger weitere drei Mitreisende, und um 0:45 Uhr - es ist immer noch sehr hell - startet die Fähre Richtung Lofoten.
 
2. Tag Samstag
Küste bei Å
Schwedischer
Hartriegel
-cornus suelica
srubbaer-
Tag Samstag: Auf der Fähre befinden sich höchstens 50 Personen und genau sieben Fahrzeuge. Wir sind todmüde, doch nur einige von uns schlafen während der etwas schwankenden Überfahrt. Die anderen fotografieren die Nacht durch. Um 4:15 Uhr werden wir von unserer Reiseleiterin Pascale in Moskenes auf den Lofoten begrüßt.
Wir fahren zu einer Rorbu (Fischerhütte), wo wir erstmal zwei Stunden "ausschlafen" können. Danach besuchen wir einen Supermarkt, er hat die Größe eines Tante Emma Ladens, doch wir bekommen, was wir benötigen. Anschließend geht es zurück zur Hütte, die wir nun räumen. Sie war nur als Zwischenstation gedacht, da die richtige Hütte erst ab 12 Uhr zur Verfügung steht. Also: Ortswechsel nach Å -dem Ort mit dem kürzesten Namen auf der Erde-, die Sachen in der Hütte abgelegen, Besuch bei einem Bäcker und dann Aufbruch zu einem kleinen Spaziergang. Der erste Tag soll nicht zu anstrengend sein, weil uns allen der Schlaf fehlt. Wir laufen zur Küste, dann auf einen kleinen Hügel mit sehr schöner Aussicht. Das Wetter ist phantastisch und so wird der kleine Spaziergang zu einer 4 ½ stündigen Tour um einen See herum.
Å
 
Rast am Ågvatnet
 
Am Ågvatnet
 
Ährenlilie 
-narthecium ossifragum
Es gibt mehrere Gänge
Wir sind alle ziemlich geschafft, als wir die Hütte erreichen. Jetzt heißt es noch Kochen. Es gibt Nudeln mit Oliven und Auberginen in Tomatensauce, sowie Krustinos mit Lachs als Vorspeise und einen Wein, der die Reise von Deutschland heil überstanden hat. Wein kann man in Norwegen kaum bezahlen. Inzwischen sind mit Christine und Wulf die letzten noch fehlenden Reiseteilnehmer zur Gruppe gestoßen.
 
3. Tag Sonntag
Das Wetter meint es
nicht gut
Die Nacht durch hatten wir Dauerregen. Vom Superwetter ist nichts mehr zu sehen. Wir frühstücken um 9 Uhr, besuchen dann wieder unseren Bäcker, der im traditionellen Holzofen die besten Kanelboller (Zimtschnecken) backt. Dann fahren wir ein paar Kilometer nach Sørvågen und beginnen unsere Wanderung zur Munkebu-Hütte.
500 Höhenmeter stehen an. Nach den ersten 100 Höhenmetern beginnt es wieder leicht zu regnen. Der Regen steigert sich mit jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen. Auf dem ersten Pass blicken wir zum Meer und können erkennen, dass das Wetter auf keinen Fall besser wird. Wir schaffen es noch bis zur Hütte, machen dort unsere Mittagspause, und dann geht es erst richtig los. Es regnet Bindfäden. Umso schwerer fällt es uns, wieder die nassen Sachen anzuziehen. Wir besteigen noch einen kleinen Berg, nur um zu sehen, dass es von dort oben auch nicht mehr zu sehen gibt als graue Wolken. Man kann aber erahnen, wie schön die Aussicht bei gutem Wetter sein könnte.
Stuvdalsvatnet und Sørvågen
Moltebeere
bei Regen
Das Wetter
ist trostlos
Wo beginnt das Meer, wo der Himmel?
Einfach trostlos
 
Danach geht es auf direktem Weg zurück zum Fahrzeug. Gegen 18 Uhr sind wir wieder in unserer Hütte. Es regnet immer noch. Heute Abend gibt es Reiscurry, und weil wir alles aufessen, hört es rechtzeitig zum ins Bettgehen auf zu regnen.
 
4. Tag Montag
Sandbotnenstrand
bei Vollen
Blick zu den Bergen
auf Flakstadøya
Schönes Wetter sieht anders aus, aber es regnet wenigstens nicht. Wir ändern unseren Tagesplan. Vielleicht ist es ja etwas weiter entfernt besser. Über Reine fahren wir in einer ¾ Stunde nach Fredvang an das Nordende der Insel Moskenesøya. Wir wollen zum Strand Kvalvika wandern.
Am Startpunkt ist es auch bedeckt. Strand hört sich flach an, aber zuerst steigen wir auf einen Bergrücken zu einer Hütte auf. Hier ist es sehr neblig. Doch als wir nach einer Pause aufbrechen, reißt der Nebel schlagartig auf, und wir haben strahlend blauen Himmel. Über den Forsvatnet steigen wir sehr steil zur Küste ab. Die Aussicht ist großartig. Am Strand angekommen, machen wir Mittagsrast, und einige Mutige testen sogar die Wassertemperatur des Atlantiks. Es ist wunderschön hier, wenn es nur nicht so bestialisch stinken würde. Als wir nach zwei Stunden aufbrechen, finden wir den Kadaver eines Grauwals am Strand. Jetzt wissen wir, wo der Gestank herkommt. Wir steigen einen steilen Berghang hinauf, und genießen oben angekommen die grandiose Aussicht auf die Fjordlandschaft. Der Rückweg zum Auto ist so richtig zum Genießen.
Moltebeere
 
Abstieg zur Kvalvika
 
Selbst hier
hat man keine Ruhe
Verendeter Wal
 
Glockenblume
Torsfjord
Nebel zieht auf
Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder am Auto. Nun fahren wir noch nach Ramberg in den Supermarkt und anschließend nach Reine ins Fischgeschäft. Dies hat leider schon geschlossen; also in einen anderen Supermarkt. Hier gibt es Fisch nur aus der Kühltheke - leider keinen Frischfisch - und das auf den Lofoten. Zu allem Überfluss fällt dann auch noch komplett der Strom aus. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen, er ist wohl auf ganz Moskenesøya ausgefallen. Zurück in unserer Hütte in Å, müssen wir feststellen, dass wir auch hier keinen Strom haben, dafür haben wir aber umso größeren Hunger. Pascale besitzt aber noch einen Campingkocher. Neun Personen und ein Gaskocher, da ist Kochkunst gefragt.
Bis zum Schlafen gehen kommt kein Strom mehr. Das bedeutet, Duschen fällt heute aus.
 

 
 
 
 
5. Tag Dienstag
Vor unserer Rorbu
Unser Fischerboot
Heute ist Ruhetag angesagt. Wir wollen ein paar Ansichtskarten kaufen und am Nachmittag eine Bootstour machen. "Fischer für einem Tag" heißt das Angebot eines Fischers aus Å. Ein Tag bedeutet drei Stunden und kostet 60 Euro pro Person - ganz schön teuer -. Ansichtskarten können wir morgens noch kaufen, doch als wir in den Tante Emma Laden wollen, hängt dort ein Schild "Wir öffnen wieder, wenn es wieder Strom gibt". Der ist nämlich abermals ausgefallen. Bis nachmittags kommt er auch nicht wieder. Ich war vor ein paar Jahren in der Telemark in Südnorwegen. Dort gab es die gleiche Situation. Es scheint dies ein norwegisches Problem zu sein.
Möwen in Å
Um 16:30 Uhr begeben wir uns zum Fischerboot. Es ist eine bessere Nussschale. Alle sind am Kauen, weil es heißt, dass ein beschäftigter Magen nicht zur Seekrankheit neigt. Wir fahren aufs Meer hinaus und nach 20 Minuten wird über einem Fischgrund gestoppt. Fünf von uns werfen Angelleinen aus, die mit mehreren Haken versehen, bis 50 Meter in die Tiefe abgesenkt werden. Es dauert nur wenige Sekunden bis der erste Kabeljau angebissen hat. Mit mehr oder weniger Glück wird an weiteren Stellen geangelt. Es ist eine blutige Metzelei, was nicht jedermanns Sache ist. Wir fangen Seelachs, Kabeljau beißt nicht mehr an.
 
Ob was anbeißt?
Fischer-
haus in Å
Wir fahren noch bis zur Südspitze der Insel, betrachten eine aufgelassene Siedlung vom Boot aus, und dann geht es zurück. In den Gesichtern der meisten von uns, kann man erkennen, dass es ihnen alles andere als gut geht, aber übergeben muss sich niemand. Um 20 Uhr sind wir wieder im Hafen und dürfen den gefangenen Fisch mitnehmen.
Zurück in der Hütte, gibt es inzwischen zwar wieder Strom, dafür gibt es aber keine Pfanne. Also wird der Fisch in Stücke geschnitten, und statt gebratenen, gibt es gekochten Fisch und als Vorspeise eine Fischsuppe. Um 21:30 Uhr ist Essensbeginn. Da keiner weiß, ob der Strom noch einmal ausfällt, duschen alle noch. Es wird ziemlich spät, bis wir heute in den Betten sind. Wettermäßig war es heute trocken aber bedeckt.
 
6. Tag Mittwoch
Wir wollen heute an die Nordspitze der Insel Moskenesøya umziehen. Es herrscht strahlend blauer Himmel. So gehe ich noch vor dem Frühstück durch Å und mache einige schöne Fotos. Bei Sonne sieht doch alles ganz anders aus. Wir packen schnell unsere Sachen zusammen, machen Hausputz in unserer Rorbu und fahren dann nach Reine. Wir müssen pünktlich in Reine sein, wollen wir doch eine Minifähre nach Vinstad besteigen, und die fährt los, wenn sie voll ist. Wir schaffen es dort als Erste einzutreffen, und das ist auch notwendig, denn als das Boot ablegt, sind nicht alle die eigentlich mitwollten, auch mitgekommen.
Å
 
Insel Værøya
 
Reine
 
Reine
 
Andrea vor dem
Kjerkfjord
Die Überfahrt nach Vinstad findet bei herrlichem Wetter statt. Wir laufen anschließend den Bunesfjord entlang, steigen zu einem kleinen Pass auf und haben dort eine Superaussicht auf den Bunesetstrand. Wir haben strahlend blauen Himmel, türkisfarbenes Wasser, doch leider ist es so stürmisch, dass der Sand über den Strand geblasen wird, und heute niemand ins Wasser geht. Um 15:30 Uhr müssen wir wieder am Boot sein, um mit der ersten Fuhre mitzukommen. Vielleicht können wir ja noch den Reinebringen - den Aussichtsberg über Reine - besteigen. Es klappt auch alles, doch als wir wieder in Reine ankommen, hat sich der Himmel zugezogen, und die Berggipfel sind in Wolken gehüllt, so dass sich das mit der Besteigung erübrigt hat.
Bunesetstrand
 
Samen im Wind
 
Am Bunesetstrand
 
Der Eingang ist bewacht
Sehr romantisch....
 
So fahren wir direkt in unser neues Quartier nach Fredvang. Es liegt direkt am Hafen. Wir beziehen zwei Wohnungen jeweils mit vier Personen.
 
7. Tag Donnerstag
Kein schöner
Wetterbericht

  Die vergangene Nacht war sehr stürmisch. Der Sturm hat die Stühle der Terrasse umhergeweht und vor allem das schöne Wetter vertrieben. Berge können wir keine mehr sehen. Es regnet noch, und so beschließen wir, die heutige Tour etwas später zu starten und wollen zuerst einkaufen fahren. Wir haben inzwischen gelernt; das Wetter auf den Lofoten lehrt einen flexibel zu sein. Neben dem Supermarkt hängt ein nichts Gutes verheißender Wetterbericht. Wir lassen uns aber nicht entmutigen und starten doch zu einer Wanderung. Statt der geplanten Gipfeltour machen wir die für morgen geplante Küstentour halt heute.
 
Stockfisch
 
Eine nicht ganz fla-
che Küstenwanderung
Die Häuser sind nur
per Boot zu erreichen
Ganz windstill
ist es leider nicht
Die Berge liegen schon
auf Vestvågøya
Es wird wieder dunkler
 
Yoga mit Andrea
 
Abendstimmung
in Fredvang
Nachdem es zu Beginn noch regnet und sehr windet, wird es dann doch trocken. Am Ende des Tages werden wir 6 ½ Stunden im stetigen Auf und Ab auf Flakstadøya gewandert sein. Unterwegs haben wir noch eine Höhle gesucht und gefunden, die schon vor Jahrhunderten besiedelt war. Am Ende der Tour versucht Pascale per Anhalter zum Auto zurückzukommen, was aber misslingt. Danach versucht es Jana, aber erst als ihre Mutter sich an den Straßenrand stellt, halten sofort alle Autos, die vorbeikommen. Während Pascale zum Auto gefahren wird, hält Andrea eine Yogastunde vor einem Bushäuschen, um die aufziehende Kühle zu überbrücken.
Abendstimmung in Fredvang
Zum Abendessen gibt es heute Bouillon als Vorspeise, danach Ratatouille mit Reis, Yoghurt mit Staudensellerie und Äpfeln und als Nachtisch einen Sonnenuntergang mit Regenbogen und einer so intensiven Beleuchtung, wie ich sie noch nie gesehen habe.
 

 
 
8. Tag Freitag
In der Tiefe
liegt Nusfjord
Nusfjord
Wie inzwischen schon gewohnt, hat es heute Nacht wieder geregnet. Entsprechend sind heute Morgen die Berge wieder in Wolken gehüllt. Doch heute können wir das Programm nicht wechseln, denn es ist der letzte Tag der ersten Wanderwoche. So fahren wir nach dem Frühstück nach Nusfjord am gleichnamigen Fjord.
Wir wollen über den Mosestinden zur Tønsåsheia auf 769 m aufsteigen. Es ist wenigsten von oben trocken, als wir einen sumpfigen Streckenbereich zu umgehen versuchen. Wir suchen uns eine eigene Wegstrecke, was aber zur Überwindung einer leichten Kletterstelle führt. Das letzte Wegstück ist sehr steil, und als wir nach zwei Stunden den Gipfelgrat erreichen, zieht Nebel auf, und alles liegt wieder in den Wolken. Die einzige offene Aussicht geht nach unten auf Nusfjord, das sehr schön am Fjordeingang liegt.
Das Wetter könnte
wieder einmal
besser sein
Strand von Ytresand
Wir steigen wieder ab, sammeln unterwegs noch Blaubeeren, die hier in Massen wachsen, und schlendern noch durch den Ort Nusfjord, der im Grunde nur aus um einen kleinen Hafen gruppierten Häusern besteht. Eigentlich dürften wir hier nicht laufen, denn für die Begehung des Ortes muss man Eintritt bezahlen. Nusfjord gehört zum Weltkulturerbe, aber dass ein Ort Eintritt verlangt, wohlgemerkt kein Museum, ist wohl einmalig. Man stelle sich das mal zum Beispiel für Bamberg vor!
Wir fahren nach Fredvang zurück. Das Abendessen findet heute sehr früh statt, denn drei aus der Gruppe werden heute noch von Pascale zur Fähre nach Moskenes gebracht.

9. Tag Samstag:
Der Hoven
Ganz früh am Morgen hat Pascale schon Joachim zur Fähre gebracht. Das wird heute ein richtiger Chauffeurtag für sie. Nach dem Frühstück werden die nächsten zwei der Gruppe nach Ramberg gebracht, und gleich drei neue Teilnehmer für die zweite Wanderwoche aufgenommen. Nur Andrea und ich haben beide Wochen gebucht.
Mit dem Wetter ist es nach einer Woche so eine Sache. Wir hatten 2 ½ superschöne Tage, einen völlig verregneten Tag, und während der restlichen Tage hatten wir zwar keinen Dauerregen, aber die Berge waren meistens in Wolken gehüllt. So machen wir uns unsere Gedanken, wie das die zweite Woche werden wird, während Pascale uns Richtung Kalle auf die Insel Vågan auf die Nordlofoten fährt.
Der Küchen-
schrank
Wir machen noch in einem Supermarkt in Leknes halt, um die Vorräte aufzufüllen. Eigentlich wollten wir unterwegs noch eine Wanderung machen, aber das Wetter ist wieder nicht sehr einladend, und so wird direkt bis zur Rorbuer in Kalle durchgefahren.
Unsere
hochmoderne
Schließanlage
Wir beziehen drei sehr rustikale Fischerhütten, machen am Strand unsere Mittagspause. Hier zieht es wie Hechtsuppe, na ja, wir sind ja auch am Wasser, aber Gott sei Dank ist es trocken. Anschließend fährt Pascale den Rest der Gruppe abholen. Da eine geplante Straße noch nicht fertig gebaut ist, muss sie den Umweg über eine Fähre machen. Dies wird sie vier Stunden kosten, sodass sie erst spät in der Nacht zurück sein wird.
Für uns andere ist das Wetter so garstig, dass wir uns fast alle ins Bett legen und den Nachmittag durchschlafen. Abends kochen dann Andrea und ich für den Rest der Gruppe. Uns steht in einem eigenen Gästehaus eine richtige Großküche zur Verfügung. Es gibt Salat, Spagetti mit Tomatensauce und als Nachtisch Kuchen. Danach machen wir noch einen Spaziergang zur Küste. Es ist inzwischen endlich windstill, doch der Himmel hat sich wieder mit dunklen Wolken zugezogen. Von der gewünschten Mitternachtssonne ist keine Spur zu sehen.
 

 
 
10. Tag Sonntag
Panorama beim Aufstieg zum Småtindan
Während der Nacht sind die restlichen Reiseteilnehmer eingetroffen. Viel Zeit zum Kennenlernen bleibt nicht. Am Morgen geht es direkt zur ersten Wanderung.
Wir fahren mit dem Auto ein kurzes Stück nach Solbakken. Es ist trocken während wir durch eine wunderschöne Landschaft zu einem Pass aufsteigen, doch wir ahnen es schon - inzwischen sind wir Experten - es ziehen Wolken auf. Wir können nach jeder Seite das Meer sehen, besteigen noch den Småtindan mit einer wirklich traumhaften Aussicht. Doch leider können wir neben der schönen Aussicht auch erkennen, dass es bald regnen wird. Wieder am Pass fängt es auch schon zu nieseln an. Das Typische auf den Lofoten scheint zu sein, dass der Regen immer ganz sachte beginnt, sich dann aber kontinuierlich steigert.
Andrea und Kerstin
vor dem
Storkongsvatnet
Blick zum Olderfjord
 
 
Svolvær
 
 
Unsere Pilzsammlung
 
 
In der Großküche
in Kalle
 
Beim Abstieg stehen wir dann auf einmal vor einem Wasserlauf, dem die Brücke fehlt. Auf der Suche nach einem Übergang, müssen wir uns durch Krüppelholz kämpfen, was dazu führt, dass die letzten trockenen Stellen an uns auch noch durchnässt werden. Doch lassen wir es uns nicht nehmen, auf dem letzten Wegstück noch genügend Pilze für das Abendessen zu sammeln. Zurück in unserem Quartier gibt es als Vorspeise Räucherlachs, als Hauptgang Curryreis, Gemüse und Pilze. Die Wanderzeit betrug heute sechs Stunden.
 
11. Tag Montag
Glåmtinden
419 m
Heute Morgen haben wir endlich einmal einen blauen Himmel. Unser Tagesziel können wir von unserer Rorbuer aus sehen. Es ist der Hausberg von Kalle; der Glåmtinden 419 m hoch.
 
Wir laufen die alte Straße zum Rørvikskardet hoch und zweigen dann zum Glåmtinden ab. Von der Rückseite ist er etwas zahmer anzugehen, als er von der Vorderseite aus aussieht. Oben angekommen genießen wir die wunderschöne Aussicht. Es ziehen zwar ein paar Wolken auf, aber gegen das was wir die letzten Tage gewohnt waren, ist es ein Superwetter. Wir steigen auf der anderen Seite des Passes zum Strand von Rørvika ab und machen dort unsere Mittagspause. Drei Mutige gehen sogar baden.
 
Kerstin vor dem
Djupfjordvatnet
 
Kabelvåg
 
 
In Kabelvåg
 
 
Die Rorbu
in Kalle
 
Blick zum norwegischen
Festland
Anschließend fahren wir zur südlichsten Stelle der Nordlofoten nach Henningsvær. Wir schlendern durch den kleinen Ort. Er liegt ganz nett, fast wie eine Insel, ist nahezu rundherum vom Meer umgeben, hat aber sonst nicht allzu viel zu bieten. Danach geht es noch nach Kabelvåg in einen Supermarkt. Wir entdecken am Hafen ein sehr schönes Café. Es wird dort nicht unser letzter Besuch sein.
Nach dem Abendessen, heute gab es Fisch, laufen wir noch zu einem kleinen Hügel auf der Halbinsel neben unsere Hütte und genießen den für die Lofoten lauen Abend.
 

12. Tag Dienstag
Zwei Seelachse
Der Trollfjord
Es steht eine Schifffahrt in den Trollfjord an. Vorher heißt es nach dem Frühstück aber noch Packen, denn wir tauschen heute unsere drei Fischerhütten gegen ein großes Haus für uns alle zusammen ein. Es liegt nur 20 Meter neben den alten Unterkünften.
Danach fahren wir nach Svolvær, dem Hauptort von Vågan. Hier besteigen wir ein Boot und fahren bei ruhiger See - die Sonne hat sich zwar schon wieder verzogen - drei Stunden durch den Øyhellsund in Richtung Trollfjord. Unterwegs gibt es noch einen Angelstopp. Andrea und ich kennen das ja schon von der ersten Woche. Heute beißt nur Seelachs an, der aber reichlich. Dieses Mal wird der Fisch direkt auf dem Schiff gekocht. Frischer geht es nicht, und schmecken tut er auch noch ausgezeichnet.
Vom Trollfjord, einem engen Landeinschnitt sind wir etwas enttäuscht. Auf der Rückfahrt werden die Fischreste spektakulär an die Möwen verteilt. Es lassen sich sogar zwei Seeadler sehen. Birgit kann den Bootsführer noch davon überzeugen, nicht alle Fische zu verfüttern, sodass wir in Svolvær die restlichen Fische ausgehändigt bekommen. Verglichen mit der Angeltour der ersten Woche, war diese Tour heute um ein vielfaches besser.
Unsere Ausbeute an Seelachsen
Der Fisch wird direkt zubereitet
Inzwischen kocht
der Fisch
Möwen
 
Möwenfütterung
 
Auf der Heimfahrt schaffen wir es nicht an Kabelvåg vorbeizufahren. Wir müssen einfach in dem Café noch einen Stopp machen. Bei einem riesigen Stück Kuchen, einer Tasse Capuccino und einer heißen Schokolade für zusammen 12 Euro wird uns allen wieder richtig warm. Ansonsten passiert an diesem Tag nichts Besonderes mehr.
 
13. Tag Mittwoch
Auf dem Hoven
bei schlechtem Wetter
Auf dem Hoven
bei schlechtem Wetter
Der Wetterbericht in der Zeitung verheißt für heute Sonne pur ohne jegliche Wolken. Doch man hat wohl die Wettersymbole vertauscht. Wir haben Wolken pur ohne jegliche Sonne. So stellen wir das Programm wieder mal etwas um. Die eigentlich geplante Wanderung auf die Matmora wird auf übermorgen verschoben. Wir fahren zuerst Einkaufen, in der Hoffnung, dass das Wetter sich nach der Zeitung richtet und noch besser wird. Aber auch nach dem Einkaufen sieht es nicht anders aus.
Trotzdem fahren wir auf die Insel Gimsøya an den Fuß des Hoven. Wir wollen ihn besteigen. Gerade rechtzeitig als wir das Auto verlassen, beginnt es leicht zu regnen. Das Wetter treibt uns statt der geplanten 1 ½ Stunden in einer ¾ Stunde zum Gipfel hinauf. Dort bläst so ein Sturm, dass wir nur so lange bleiben, wie es benötigt sich vorzustellen, wie schön die Aussicht bei gutem Wetter sein muss. Wir steigen wieder zum Auto ab, um darin unser Mittagspicknick einzunehmen.
So fotogen
sind Regentropfen
Grillen unter er-
schwerten Bedingungen
Anschließend geht es auf direktem Weg zurück in unser Quartier, das heißt nicht ganz direkt, denn an dem Café in Kabelvåg kommen wir natürlich nicht vorbei. Dieses Mal gibt es allerdings nur einen Milchkaffe und eine Schokolade für 8 Euro, Kuchen ist aus. Heute wird nur noch gekocht. Wir grillen den gestern gefangenen Fisch unter dem Vordach unseres Hauses. Es ist dies das einzige Mal, dass von uns noch jemand vor die Tür tritt, denn seit dem Hoven haben sich Regen und Sturm intensiviert.
 

 
 
14. Tag Donnerstag
Der Ruhetag wird
zum Sturmtag
Es regnet quer
Es hat die ganze Nacht gestürmt. Wir erfahren später, dass es Windstärke 11 war. Regnen tut es immer noch. Heute ist unser freier Tag. Wir hatten eigentlich als Programmpunkte Radfahren oder eine Bootsfahrt zu einer Insel geplant. Nichts wird daraus. Also beschließen wir auf die Westseite der Lofoten zu fahren. Vielleicht hat dort der Sturm vom offenen Atlantik her die Wolken weggeblasen.
 
 
 
Kaum etwas zum
fotografieren
Hier ist es wenigs-
tens windstill
Nach einer Fahrzeit von einer Stunde kommen wir dort an. Nachdem wir ausgestiegen sind, werden wir fast umgeblasen. Aber so schnell geben wir nicht auf. Wir trotzen dem Wind und laufen an der Küste entlang. Doch nach einer halben Stunde kehren die ersten um. Es geht einfach nicht mehr. Der Regen peitscht waagerecht wie mit Nadelstichen auf uns ein. Wir erreichen eine Baustelle, die ein windgeschütztes Vordach besitzt, wo wir Mittag machen, um anschließend direkt in die Unterkunft zurückzufahren. Direkt? Ja, wir sind sogar für das Café zu nass geworden.
Den Nachmittag verbringen wir mit Sauna, Lesen oder Regentropfen fotografieren. Es regnet bis zum Abend mittlerweile seit 36 Stunden ohne Unterbrechung. Der Sturm ist immer noch gewaltig.
 
15. Tag Freitag
Fischerboote in
einer Bucht
Auch schlechtes Wetter
bietet reizvolle Motive
Am Morgen nieselt es nur noch, und es sind sogar ein paar blaue Flecken am Himmel zu erkennen. Bis wir gefrühstückt haben, wird das Wetter noch besser, und wir beschließen, heute die große Tour auf die Matmora zu machen. Auf dem Weg dorthin scheint sogar die Sonne. Wir lassen das Auto zurück und starten. Wir steigen einen steilen Hang hinauf. Durch den vielen Regen ist der Pfad sehr glitschig. Oben angekommen geht es über einen breiten Rücken mit sehr schöner Aussicht in Richtung eines schmalen Felsgrats. Während es immer steiler wird, zieht es sich plötzlich ganz schnell zu. Wir beschließen umzukehren, das bedeutet: Regensachen an und den steilen Hang mit großer Vorsicht wegen der Rutscherei schnell absteigen.
Grunnførfjord
 
 
In der Tiefe liegt Delp
 
 
Bergseen im Hesthausdalen
 
Laukvik
 
 
Ganz normale Verschmutzung
auf den Lofoten
Als wir unten ankommen, klart das Wetter doch wieder auf. Das ist auf den Lofoten halt so, aber es hätte auch schlimmer kommen können. Unsere Sicherheit geht vor. Wir fahren zurück nach Svolvær, kaufen dort ein, und dann zurück ins Quartier, heute wieder mit Zwischenstopp. Wir sind ja nicht so durchnässt wie gestern.
Am Abend klart der Himmel ganz auf. So hätte es heute tagsüber sein müssen. Das Wetter scheint jetzt wirklich besser zu werden. Aber wir sind ja leider fast am Ende der Reise.
 

 
 
 
 
16. Tag Samstag
Landschaft bei
Svolvær
Birgid läuft wegen
des Schlamms barfuß
Heute heißt es Packen, wir wollen noch ein letztes Mal umziehen. Wir brechen zu einer letzten Wanderung zu zwei Seen in der Nähe von Svolvær auf. Von oben werden wir heute erstmal nicht nass. Der Pfad führt aber durch ein Sumpfgebiet und ist durch den Regen der vergangenen Tage so aufgeweicht, dass er spielend als Teststrecke für Goretex Schuhe herhalten könnte. Um es vorweg zu nehmen, bei keinem von uns haben die Schuhe den Test durch diesen Torfmatsch und die wasserdurchtränkten Wiesen bestanden. Birgit hat sogar den ganzen Rückweg barfuss bewältigt.
 
Bei dem Wetter also
lieber nach Kabelvåg
ins Café

 
Da wir nicht zu weit von Kabelvåg entfernt sind, geht es zum Abschied noch einmal in unser geliebtes Café. Anschließend fahren wir in einer mehrstündigen Fahrt auf die Vesterålen und machen dort noch einmal in einer Fischerhütte Quartier. Dies verkürzt uns morgen die Fahrt nach Narvik um einiges.
 
 
 
 
17. Tag Sonntag
Auf den Vesterålen
Abendstim-
mung in Fred-
vang
Wir brechen sehr früh auf, da wir doch ein ganzes Stück nach Narvik zu fahren haben. Eigentlich wollte ich nichts mehr über das Wetter schreiben. Ich möchte aber doch nicht unerwähnt lassen, dass diese letzte Fahrt zum Flughafen bei wunderschönem sonnigem Wetter stattfindet.
Gegen Mittag heißt es dann Abschied nehmen, und mit Zwischenstopp in Oslo geht es zurück nach Deutschland.
 
Fazit: Ein Kollege hat zu mir gesagt, als er hörte, dass wir auf die Lofoten wollen: "Die Lofoten sind bei Sonne einer der schönsten Flecken der Erde, aber bei Regen....." Wenn ich dann noch die Fotos der Reiseleiterin von einem Jahr zuvor gesehen habe (zwei Wochen nur Sonne!) kann ich dem nur zustimmen.
Aber das Wetter kann man sich Gott sei Dank noch nicht aussuchen, und wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht. Ansonsten hat alles bei dieser Reise wunderbar geklappt, und vielleicht wollte das wechselhafte Wetter uns ja auch nur klarmachen, dass man die Lofoten mehrmals besuchen muss.

 
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Ausrüstungsliste:

Dokumente
Personalausweis
Kopie von Personalausweis
Flugticket
Kopie von Flugticket
Kopie von Impfausweis
Devisen
Kreditkarte
Kopie von Kreditkarte
Telefonnr. zum Sperren von Schecks und Kreditkarte
Passbilder
Reiseunterlagen
 
Toilettenartikel
Seife/Duschmittel
Handtücher
Waschlappen
Zahnputzsachen
Kamm/Bürste
Rasierapparat
Haarfön
Deo
Wäschesack
Arzneimittel
Erste Hilfe Set
JHP-Öl
Labiosan (Lippenschutz)
Mykoderm-Miconalzolcreme (gegen Fußpilz)
Melkfett (Füße)
Hautcreme
Magnesiumtabletten
Insektenmittel
Teebaumöl (nach Insektenstich)
evt. Moskitonetz für Kopf
Sonnenschutzmittel Faktor 20

Schlafen
Hüttenschlafsack
Taschen- oder Stirnlampe
Ersatzbatterien

Am Anfang
herrscht das Chaos

Kleidung
Hut/Mütze
Handschuhe (wer leicht friert)
Fleecejacke
Fleecehose
Treckinghosen (zippbar)
Anorak/Goretex-Jacke
Überziehhose/Regenhose
T-Shirts
Pullover
Badehose
Unterwäsche
Strümpfe
Schlafsachen
Taschentücher

wasserfeste Wanderschuhe
Trekkingsandalen
Badelatschen
Turnschuhe
Gamaschen (sehr nützlich)
 
Geordnetes Chaos
Sonstiges
Brille
Sonnenbrille
Steckeradapter
Taschenmesser (kein Handgepäck)
Nähzeug
Geschirrhandtuch

Rucksack
Regenschutz für Rucksack
Regenschirm (sehr nützlich)
Getränkeflasche
Wanderstöcke
Sitzmatte
 
Schreibmaterial
Literatur
evt. Diktiergerät
evt. elektronischer Übersetzer

Fotoausrüstung
Kamera
Ersatzbatterie
Speicherkarten/Filme
ggf. Stativ
Kameratasche