Indien - Der Norden

Delhi, Agra, Jaipur, Taj Mahal, Nationalparks und ein Trekking im Garhwal Himalaya

Eine Wikinger Reise vom 5. bis 23. November 2014

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de


 
 
 

Taj Mahal

 

Quwwatul Islam
Masjid

Nachdem wir letztes Jahr in Nepal mit dem Hinduismus und den Bergen des Himalaya Bekanntschaft geschlossen haben, möchten wir dies jetzt in Indien intensivieren und gleichzeitig die weltbekannten Sehenswürdigkeiten im Goldenen Dreieck Nordindiens besuchen.
 
Beim Suchen nach einer Reise sind wir wieder einmal bei Wikinger-Reisen fündig geworden. Dort bietet man neben dem Goldenen Dreieck auch noch ein kurzes Trekking im Garhwal Himalaya an. Außerdem werden noch zwei Nationalparks besucht, und zusätzlich gibt es noch eine Rafting Tour auf einem Quellfluss des Ganges. All dies klingt nach viel Abwechslung.
 
Als Termin haben wir uns für den November entschieden, da er als bester Reisemonat für das zu besuchende Gebiet gilt.
 


Trishul 7.120 m


Garhwal Himalaya


 
 
1.Tag:
Am 5. November starten wir abends mit dem Nachtflug von Frankfurt nach Neu Delhi. Der Flieger ist ausgebucht, es befinden sich sehr viele Inder an Bord, sodass wir Gelegenheit haben, hier bereits etwas von der indischen Mentalität kennen zu lernen; die Frauen verstauen das Handgepäck, die Männer machen es sich bequem und sind auch sonst ganz schön rücksichtslos. Um 1:20 Uhr landen wir, Zoll und Einreiseformalitäten verlaufen problemlos, aber auf das Gepäck müssen wir über eine Stunde warten. Dann lernen wir unseren Reiseleiter kennen. Er ist Inder, heißt Sunil (warum kann man sich den Namen nur so leicht merken?) und spricht sehr gut deutsch. Bei ca. 20° C werden wir um 4 Uhr zum Hotel gefahren, wo wir eine Stunde später ins Bett fallen.
 
2.Tag:
Nach drei Stunden Schlaf heißt es aufstehen. Bei genauerem Hinsehen macht das Hotel nicht den besten Eindruck, aber für eine kurze Nacht reicht es. Im Frühstücksraum ist noch die Nachtbeleuchtung an -was das genauere Hinsehen erschwert-, dafür arbeitet die Klimaanlage auf Hochtouren. Es gibt ein landestypisches warmes Frühstück, das in Ordnung ist. Wir lassen das Gepäck der ganzen Gruppe auf einem Zimmer zurück, denn wir werden heute Abend noch einmal hierher zurückkommen.
 

Auf der Fahrt in die
Altstadt von Delhi

Kein Müllberg, hier
lebt ein Mensch

Am Eingang zu den
Basaren von Old Delhi

Brotbäcker in Alt Delhi
 

Öffentliches Pissoir
  in Alt Delhi
Um 10 Uhr ist Abfahrt zur ganztägigen Stadtrundfahrt. Schon die Aussicht aus dem Bus während der Anfahrt zur Jama Masjid (Freitagsmoschee) ist sehenswert. Dies steigert sich noch, als wir den letzten Kilometer zur Moschee zu Fuß durch die Basare der Altstadt zurücklegen. Es riecht überall nach Toilette, obwohl es keine gibt, oder gerade deswegen. Die größte Moschee Indiens darf nur ohne Schuhe betreten werden, und die Frauen bekommen noch einen Kittel angezogen, der wie eine Tischdecke mit Ärmeln aussieht. Anschließend fahren wir zu einem Sikh Tempel. Da heute für die Sikh ein Feiertag ist, wird das Gedränge, je näher wir kommen, so dicht, dass wir uns entscheiden, das Innere der Tempelanlage nicht zu betreten. Weiter geht es zur Gandhi Gedenkstätte. Sie ist nicht so sehenswert, da aber Gandhi als der größte Inder des 20. Jh. gilt, gehört ein Besuch einfach dazu. Nach dem Mittagessen in einem Restaurant geht es weiter zur Quwwat-ul-Islam-Moschee mit der 73 m hohen Siegessäule Qutb Minar. Hier haben wir zum ersten Mal schönes Licht zum Fotografieren, denn bisher hat sich uns Delhi sehr dunstig gezeigt, wobei wir nicht wissen, ob es Smog oder wetterbedingter Dunst ist.
 

Rikscha Transport

Barbier in Alt Delhi

In Alt Delhi

In Alt Delhi

Freitagsmoschee

In Alt Delhi
 

Raj Ghat, Mahatma Gandhi Memorial

Kichererbsen, Linsen
und Bohnen

Hier sind wir das Fotomotiv
 

Am Sikhs Tempel
 
Um 17:30 Uhr sind wir wieder im Hotel. Hier stehen der Gruppe zwei Zimmer zum Frisch machen zur Verfügung. Das Abendessen nehmen wir in dem schon bekannten dunklen Raum ein, wobei wir die sehr gute Qualität des Essens diesem Hotel nicht zugetraut hätten.
 

Parlament in Delhi
 

Gut beladener LKW
 

Quwwatul Islam Masjid
 

Toilette und Waschge-
legenheit im Zug

Geschlafen wird in drei Etagen
Um 20:30 Uhr ist dann Abfahrt zum Bahnhof. Wir haben nämlich noch eine Nachtfahrt mit dem Zug nach Ramnagar vor uns. Leider können wir in dem Gedränge auf dem Bahnhof nicht fotografieren, es wäre eine ganze Speicherkarte wert. Wir stellen uns die Frage, ob die vielen Menschen auf dem Boden hier wohnen, oder nur auf den Zug warten. Nachdem wir uns zum Zug durchgedrängt haben, verschlägt es uns beim Betreten des Abteils die Sprache. In den unglaublich engen Gängen treffen wir als Erstes auf eine Familie, die gerade eine Linsensuppe auf einem Gaskocher erwärmt. Je sechs Personen von uns bekommen einen Bereich zugeteilt, in dem Klappliegen dreistöckig angebracht sind. Wir sind zuerst etwas geschockt, aber von Minute zu Minute gewöhnt man sich besser daran, die Stimmung steigt, es wird viel gelacht, wir machen das Beste daraus, und nachdem der Zug sich pünktlich auf die Minute in Bewegung setzt, und wir endlich den Schalter zum Abstellen der lärmenden Klimaanlage gefunden haben, schlafen wir irgendwann dann doch ein und erreichen um 5 Uhr morgens Ramnagar.

 
3.Tag:
Ab jetzt stehen uns zwei Kleinbusse zur Verfügung, mit denen wir in das ein paar Kilometer entfernte Mapple Leisure Resort gefahren werden. Noch im Dunkeln werden wir auf kleine Häuschen verteilt. Die Zimmer haben einen super Standard. Viel Zeit haben wir aber nicht, denn mit Sonnenaufgang fahren wir mit zwei Jeeps in den Corbett Nationalpark. Freunde hatten uns schon darauf hingewiesen, dass man die indischen Nationalparks auf keinen Fall mit denen in Afrika vergleichen könnte. So sind unsere Erwartungen nicht allzu hoch angesetzt, und das ist auch gut so. Wir fahren durch eine Wald-Park-Landschaft, machen unterwegs Halt an einer Toilette, sehen ein paar Hirsche, ein paar Pfaue und andere Vögel und sogar eine Tigerspur, aber das war es dann auch schon.

Mapple Leisure Resort
 

Schlafstätte eines
Wanderarbeiters

Im Corbett Nationalpark
 

Eine Tigerspur
 

Die Bäume sind
riesig
Gegen 10:45 Uhr sind wir wieder in der Hotelanlage um ein warmes Frühstück einzunehmen. Allzu viel essen wir nicht, denn um 12:30 Uhr ist schon wieder Mittagessen angesagt. Die weitere Planung sieht am Nachmittag einen weiteren Besuch im Nationalpark vor. Somit haben wir erstmals seit unserer Ankunft ein paar Stunden Zeit für uns. Das bedeutet endlich einmal duschen, und anschließend genießen wir die wirklich sehr schöne Hotelanlage mit Pool und ihrem wunderschönen Blumenbestand.

Blüte in der Lodge

Hibiskusblüte

Seerose

Blüte in der Lodge

Unsere Unterkunft

Auf der Fahrt zum
Nationalpark Eingang

Hanuman-Langur
-Semnopithecus priam-

Adler
 

Unser Jeep
 

Das Chaos ist ausgebrochen
-nicht der Tiger-
Nach dem Mittagessen fahren wir mit unseren Bussen etwas weiter zu einem anderen Eingang des Parks. Die Landschaft im Park ist dieses Mal bergiger, unser Jeep hat gleich mal eine Reifenpanne. Uns wundert wie viele Jeeps hier mit Touristen auf der Suche nach einem Tiger unterwegs sind. Kurz vor der Dämmerung bricht dann das Chaos aus. Angeblich ist ein Tiger gehört oder gesehen worden, und alle Jeeps im Park jagen zu dieser Stelle. Was sich jetzt abspielt ist sehenswert, kreuz und quer wird mit den Fahrzeugen rangiert, alles auf engstem Raum und zwei aus unserer Gruppe, -im anderen Jeep- schaffen es sogar, ein Foto vom Tiger zu machen. Unsere Gruppe hat dieses Glück aber nicht. Mit einbrechender Dunkelheit - um 17:30 Uhr ist es bereits stockfinster - verlassen wir den Park und fahren zur Hotelanlage zurück. Ansonsten passiert heute nicht mehr viel.
 
4.Tag:
Um 7:30 Uhr gibt es Frühstück und um 8:30 Uhr ist Abfahrt. Heute haben wir nur einen Fahrtag, aber was für einen. Circa. 200 km sind es bis in die Vorberge des Himalaya nach Kausani, das bedeutet 6 bis 8 Stunden Fahrzeit über Straßen, die zum Teil so schmal sind, dass man meinen könnte, sie seien einspurig. Einspurig sind sie aber nicht, es kommen uns in halsbrecherischem Tempo LKWs entgegen. Dass das nicht immer gut geht, erleben wir auch. Direkt vor uns ist ein LKW in der Tiefe verschwunden. Nach ein paar Kehren können wir erkennen, dass der LKW mehre Hundert Meter tiefer auf einem Felsvorsprung hängen geblieben ist. Der Fahrer hat wohl bestimmt nicht überlebt.
 

In Ramnagar

In Ramnagar

In Ramnagar

Obststand in Ramnagar

Schuhmacher in Ramnagar
Außer Pinkelpausen, einer kurzen Mittagsrast im Wald, gibt es nur am Anfang in Ramnagar zum Tanken und kurz vor dem Ziel in Someshwar einen Halt. Dieser Stopp ist deshalb notwendig, weil es die letzte Möglichkeit ist, Bier einzukaufen. Der heutige Zielort Kausani ist ein heiliger Ort, und in heiligen Orten darf kein Alkohol verkauft werden, geschweige denn in der Öffentlichkeit (hierzu gehört auch der Hotelbereich) getrunken werden. Die Leistung der Fahrer ist nicht hoch genug einzuschätzen, als wir das Hotel Praktiksha in Kausani kurz vor Einbruch der Dämmerung erreichen.
 

Wühlen im Müll
 

Matratzenreinigung
 

Religiöse Stätte
am Straßenrand

Harzsammlung
an Kiefern

Schöne, aber uns unbekannte
Frucht

Auf der Fahrt nach Kausani
 

Gepflügt wird noch mit
Ochsen und Holzpflug

Die schwere Arbeit
machen die Frauen

Erster Blick zum
Garhwal Himalaya

Die Affen bewachen
das Gandhi Denkmal

Schneider in Kausani

Abendessen in Kausani -die
Nacht scheint kalt zu werden-
Hier haben wir zum ersten Mal einen Blick auf die Himalaya Kette. Wir besuchen noch kurz einen Ghandi-Ashram, laufen im Dunkeln noch etwas durch die Kleinstadt, um dann im Hotel zu Abend zu essen. Inzwischen ist es sehr kalt geworden. Wir bekommen deshalb jeder vom Hotelpersonal noch eine Gummiwärmflasche mit aufs Zimmer. Da wir aber zweifeln, ob das zum Wärmen ausreicht, gibt es im Nachbarzimmer noch eine Aufwärmrunde mit dem gekauften Alkohol. So aufgewärmt wird es eine sehr ruhige Nacht.
 
 
5.Tag:
Es steht noch einmal ein Fahrtag an. Zwar sind es nur 120 km, aber die Fahrzeit ist mit 5 bis 7 Stunden angesetzt, unglaublich, aber die Straßen sollen noch schmaler und schlechter als gestern sein. Nach einem Kilometer gibt es den ersten Stopp. Wir wollen Wasser kaufen, aber die Damen der Gruppe haben einen Shop mit Stoffen und Schals entdeckt. Ob das in die Fahrzeit eingerechnet ist? Aber der Halt hat auch etwas Gutes, denn inzwischen hat das Hotel festgestellt, dass Sunil vergessen hat, die Rechnung für die Gruppe zu bezahlen. So muss keine allzu lange Verfolgungsfahrt gestartet werden.
 

Sonnenaufgang am Trishul
7.120 m

Blick vom Hotel Pratiksha
auf den Garhwal Himalaya

Frauen in Baijnath
 

Baijnath
 

Shiva Temple von
Baijnath 13.Jh.
Nach nicht allzu langer Fahrt gibt es den nächsten Halt in Baijnath. Dort besuchen wir einen Shiva Tempel aus dem 13. Jh. und nicht weit von der Kleinstadt entfernt noch eine Teeplantage. Dann werden aber erst mal Kilometer oder besser gesagt, wird Fahrzeit hinter uns gebracht. Bis zum Mittag halten wir nur noch einmal in dem Örtchen Gwaldam. Es ist schon interessant zu sehen, wie man hier lebt. Um die Mittagszeit machen wir eine Picknickpause in einem Kiefernwald. Auf der Weiterfahrt fordern die immer schlechter werdenden Straßen einen ersten Tribut in Form einer Reifenpanne. Im letzten größeren Ort vor unserem Ziel werden noch die Küchenmannschaft für unser Trekking aufgenommen, Kartoffeln auf dem Dach deponiert, und dann erreichen wir am Nachmittag unsere Unterkunft in Lohjung. Laut dem Reiseveranstalter ist sie vor einem Jahr renoviert und erweitert worden. Sie sieht aber nicht so aus, und wir sind doch etwas geschockt nach den bisher sehr guten Unterkünften. Aber wir haben wenigstens warmes Wasser.
 

Shiva Temple von Baijnath
13.Jh.

Shiva Temple von Baijnath
13.Jh.

Die Wäsche wird im
Fluß gewaschen

Beim Friseur
 

Teeplantage bei Baijanath
 

Schneider in Gwaldam

Was wird hier gekocht?

Ziegen in Gwaldam

Steineklopferinnen in Gwaldam

Mittagspause im Wald
Lohjung liegt auf 2.380 m Höhe und ich nutze die Zeit bis zum Sonnenuntergang und mache bei einem Gang durch das Dorf noch ein paar Fotos. Es liegt sehr schön auf einem Bergrücken mit Blick auf den 6.309 m hohen Nandaghunti, wenn nur nicht der ganze Müll überall herumliegen würde. Aber das ist wohl Indien typisch, es scheint in ganz Indien keine Müllabfuhr zu geben.
 

Auf der Fahrt nach Lohajung

Unser Guest House

Nasszellen

In Lohajung (Lohjung)

Eine Leiter

Nandaghunti 6.309 m

Nach dem Abendessen in einem sehr kalten Raum wird umgepackt, denn für das morgige Trekking darf nicht das ganze Gepäck mitgenommen werden. Inzwischen ist es so kalt, dass wir die eigentlich für das Trekking vorgesehen Schlafsäcke schon heute benutzen.
 
6.Tag:

Frühstück bei Traumwetter
Am Morgen kommen unsere Mulis fürs Gepäck, und dann wandern wir, anfangs nur leicht ansteigend, zuerst durch Bauernland und dann durch Rhododendronwald immer höher. Mir geht es heute nicht so gut, ich fühle mich schwach, und das Wandern fällt mir ziemlich schwer. Dann bekomme ich auch noch Durchfall, und die Mittagspause verbringe ich schlafend. Ich kämpfe mich aber doch auch das letztere steilere Stück bis zum Zeltplatz auf genau 3.200 m durch.
 
 
 

Nandaghunti 6.309 m
 

Unsere Mulis kommen
 

Ob der Müll gegen
Parasiten hilft?

Blick über den Vorhimalaya
 

Die Mulis überholen uns
 
Hier hat die Begleitmannschaft auf einer aussichtsreichen Wiese bereits die Zelte aufgebaut. Die Lage und die Aussicht sind überwältigend. Direkt vor uns liegt zum Greifen nah die gewaltige Kette des Garhwal Himalaya. Ein paar Fotos schaffe ich noch, aber dann ziehe ich mich ins Zelt zurück, lasse das Abendessen ausfallen, mir geht es einfach zu schlecht. So bekomme ich nicht mit, wie der Rest der Gruppe einen wunderschönen Sonnenuntergang und einen geselligen Abend mit der einheimischen Mannschaft am Lagerfeuer verbringt.
 

Rhododendren Bäumee

Lagerplatz mit Aussicht

Abendstimmung

Abendstimmung

Sonnenuntergang
7.Tag:
Die Nacht war für mich sehr schlimm, ich musste mehrfach raus, und am Morgen geht es mir auch nicht viel besser. Es war sehr kalt, um die Zelte herum ist alles gefroren, aber die Sonne wird die Luft schnell wieder auf 20° erwärmen. Im Zeltlager zurückbleiben möchte ich heute aber trotzdem nicht.
 
So entschließe ich mich, mit meinem eigenen Tempo der Gruppe zu folgen. Verlaufen kann man sich nicht, es sind zwei leichte Berggipfel geplant, und der Weg dahin ist nicht zu übersehen. Bei Traumwetter, wie ich übrigens erwähnen muss, haben wir bis zu diesem Tag in dem Urlaub so gut wie keine Wolke gesehen, steige ich bis auf den ersten Gipfel auf 3.355 m. Der Rest der Gruppe ist inzwischen bereits kurz vor dem zweiten Gipfel (3.660 m) angekommen. Ich nutze die Zeit um mich etwas zu erholen und genieße die Aussicht auf den direkt vor mir liegenden Hauptkamm des Gahrwal Himalaya. Den Rückweg zum Lager gehe ich dann gemeinsam mit dem Rest der Gruppe.
 

Mulis

Der Zeltplatz vom Pass aus

Himalaya Kette

Nandaghunti 6.309 m

Beim Aufstieg

Trishul 7.120 m
 

Garhwahl Himalaya
 

Himalaya Enzian
-Gentiana kurroo-


 Obststand in Ramnagar
Das Abendessen lasse ich wieder ausfallen, aber zum Glück muss ich diese Nacht nicht mehr aus dem Zelt, zum Glück, denn es ist nämlich noch kälter als gestern.
 
8.Tag:
Es wird wieder ein Traumtag ohne Wolken werden. Mir geht es etwas besser, aber ohne etwas gegessen zu haben, werden die Beine immer schwächer. Wir werden heute zu einem Pass auf- und dann nach Lohjung absteigen. Der Abstieg führt überwiegend durch Rhododendronwald. Unglaublich, was bei uns nur Strauchhöhe erreicht, wächst hier zu großen Bäumen heran. Um die Mittagszeit treffen wir auf zwei Personen aus der Begleitmannschaft. Sie haben für uns warmes Essen aus Lohjung hoch geschleppt.
 

Wanderung immer mit Aussicht
und bei Superwetter

Der Weg ist sehr gut
 

Blick über den Vorhimalaya
 

Im Rhododendron Wald
 

Ausblick vom Simple Village
Guest House
Gegen 15 Uhr sind wir wieder in unserem Gästehaus. Wir freuen uns auf eine heiße Dusche, daraus wird aber nichts, aus heiß wird nur warm, und statt Duschkopf kommt das Wasser nur aus dem Hahn; aber besser als nichts. Da die Unterkunft auf der Schattenseite des Berghangs liegt, wird es wieder sehr schnell kalt, und beim Abendessen ist es sogar im Haus so kalt, dass wir mit Jacke und Mütze und um uns geschlungenen Fleeceschlafsäcken das Essen einnehmen. Für mich gibt es nur trockenen Reis, so muss ich den anderen einfach glauben, dass es wieder wie bisher immer sehr gut schmeckt.
 
9.Tag:
Um 7 Uhr bekommen wir Tee ans Bett gebracht, und um 8 Uhr ist dann Frühstück. Der frühe abendliche Schatten hat morgens sein Gutes. Jetzt können wir bei Sonnenschein im Freien frühstücken.
 
Heute ist Bauerntag angesagt. Wir werden durch Kulturlandschaft 300 m in ein Dorf absteigen, um die Lebensweise der dort lebenden Menschen näher kennen zu lernen. Zuerst wird aber noch die Dorfschule besucht. Hier wird nicht ganz klar, wer oder was die Attraktion ist, die Schule, die Kinder oder wir die Touristen. Auf jeden Fall macht es allen einen Heidenspaß.
 

Gott sei Dank weist alles
in die gleiche Richtung

Klassenzimmer der
Schule

Schulkinder
 

Blick zum Nandaghunti
 

Abstieg ins Tal
 
Wir bekommen einen kleinen Einblick in das schwere Leben einer Bauernfamilie, bekommen Tee serviert, müssen aber feststellen, die Menschen sind hier nicht so offen wie in Nepal, aber man muss auch bedenken, wie würden wir reagieren, wenn bei uns zu Hause eine Gruppe Wanderer einfach über unsere Terrasse spazieren würden.
 

Ein Bauerndorf
 

Bauernhaus
 

Die Körner werden noch mit
der Hand gemahlen

Wohn- und Schlafzimmer
 

Melonen oder Kürbis ist
die Frage

Zahnputzstation
im Freien

Peperoni
 

Auf dem Weg durchs
Bauernland

Wieder in Lohajung
 
hier zum Foto klicken
Küche der einzigen
Gaststätte im Ort
Nachdem wir die 300 Höhenmeter wieder aufgestiegen sind, gibt es auch schon wieder Mittagessen. Silke ist heute nicht mitgelaufen, denn jetzt hat sie Durchfall. Dafür geht es mir jetzt besser. Ob da ein Zusammenhang besteht? Anschließend wird noch die Zelt- und Mulimannschaft verabschiedet. Um 15 Uhr steigen wir noch einmal 300 m höher auf einen flachen Aussichtsgipfel. Hier oben befindet sich ein kleiner Tempel, wunderschön gelegen, wieder mit herrlicher Sicht auf die umliegenden Berge. Hier bleiben wir, bis die Dämmerung einsetzt. Es ist das letzte Mal, dass wir die Berge so sehen können. Morgen steht ein Ortswechsel an. In dieser Nacht wird Werner zum Hundebändiger. Zwischen halb elf und halb eins geht er vier Mal raus, bewaffnet mit Stock und Wassereimer. Er muss den Revierkampf zweier Hunde schlichten. Alle Hunde des Ortes scheinen als Zuschauer zu fungieren. An ein Schlafen ist bei dem Gebell nicht zu denken.

Ziege

Ein Tempel

Garhwal Himalaya

 
10.Tag:
Am Morgen gibt es als Frühstück Kartoffelbrei mit Majoran, außerdem Rührei und Porridge. Es schmeckt ausgezeichnet, wenn auch die Zusammenstellung etwas fremdartig ist.
 
Heute wird es mit 180 km wieder einen langen Fahrtag. Die zwei Busse sind voll, der Hotelbesitzer -sicher mit unserem Übernachtungsgeld- und die Küchenmannschaft -mit den restlichen Kartoffeln- fahren die ersten 60 km mit. Den ersten größeren Halt gibt es in Tharali. Der Ort ist heilig, wir merken davon aber nichts. Statt Stupas oder Tempeln herrscht hier die Geschäftigkeit vor. Jeder versucht irgendetwas zu verkaufen. Es wird auf der Straße geschlachtet, gekocht, gehandwerkert und jeglicher Müll überall verteilt.
 

Ein letzter Rückblick auf
die Berge

Pindar Fluß
 

Tharali
 

In Tharali
 

In Tharali
 

Ein Eisver-
kaufsstand

Huhn- und
Fischverkauf

Das Dunkle an der Wand
ist Hühnerblut

Beim Metzger
 

Ein LKW
 

Karnaprayag

Jayalgarh Rafting Camp
Weiter geht es über eine Straße, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient hat. Wir erreichen Karnaprayag, wieder eine heilige Stadt. Hier mündet das Tal, dem wir bisher gefolgt sind, in das des Alakananda Flusses. Dieser ist ein Quellfluss des Ganges. Hier machen wir unsere Mittagspause und fahren dann direkt durch bis zum heutigen Zielort Jayalgahr, den wir gegen 16:30 Uhr erreichen.
 
Hier steigt der Koch als letzter Verbliebener der Küchenmannschaft mit den restlichen Kartoffeln aus. Bier brauchen wir hier nicht zu kaufen, denn der Ort ist nicht heilig, und somit bekommen wir es auch in unserem Quartier. Dies liegt etwas außerhalb direkt am Fluss, was auch logisch ist für ein Jayalgarh Rafting Camp. Wir werden in fest installierten Zelten, die jeweils auf Betonplatten stehen, untergebracht. Hinter jedem Zelt gibt es auch noch Duschen, der Zustand ist na ja, echt indisch. Außer dem Abendessen passiert heute nicht mehr viel.
 
11.Tag:
Heute ist eine dreistündige Raftingtour angesagt. Ich werde daran nicht teilnehmen, sondern mit einem der Busse auf der hoch über dem Fluss entlang führenden Straße die Tour begleiten. Einer muss ja für Fotos vom Rafting sorgen. Die Gruppe wird fotogen in orange eingekleidet, bekommt noch eine Trockeneinweisung und dann geht es los. Verteilt auf zwei Schlauchboote wird das hier sehr ruhige "Wildwasser" in Angriff genommen. Währenddessen fahre ich mit dem Bus zum ersten Haltepunkt, um von oben mein Fotoshooting zu beginnen. Dies klappt auch ganz gut, und so begleite ich die Tour während der ersten Stunde. Dabei stelle ich fest, dass die Straße weitaus gefährlicher ist als die Flussstrecke.
 

Wir sind bereit

Beim Rafting

Beim Rafting

Beim Rafting

Ein LKW
Dann fahren wir aber ohne Stopp zum Endpunkt der Tour nach Devaprayag am Zusammenfluss von Bhagiranthi und Alakanda. Ab hier heißt der Fluss dann Ganges. Klar, dass dies ein heiliger Ort ist, und so nutze ich noch die Zeit bis die Boote eintreffen, um zu den Badestellen am Zusammenfluss zu laufen. Viel Zeit lasse ich mir nicht, denn ich möchte ja die Ankunft der Rafter im Bild festhalten. Keiner ist beim Rafting im wilden Wasser verloren gegangen. Wenn das Wasser auch nicht so wild war, sind alle doch bis auf die Haut nass geworden. Nach dem Kleiderwechsel machen wir hier auch eine kurze Mittagsrast, und dann geht es gleich weiter. Es liegt noch eine gehörige Strecke mit den Bussen vor uns.
 

Ein Arbeiterlager
 

Ein Affe schaut auch zu
 

Devaprayag, ab hier heißt der
Fluss Ganges

Bhagiranthi und Alakanda
werden zum Ganges

Bougainvillea
 
Die Straße ist wieder halsbrecherisch, anfangs noch asphaltiert, dann aber immer schlechter werdend, doch schaffen wir die 120 km in gut drei Stunden. Unterwegs gibt es nur einen kurzen Halt in dem Ort Jakholi. Er besteht wie die meisten Orte an der Straße aus einer Durchgangsstraße an der sich rechts und links Verkaufsstände für alles Mögliche befinden, und natürlich liegt auch wieder viel Müll herum.
 

Wir sind nicht die einzigen
Gäste

Was ist das für
eine Gerätschaft

Verkaufsstand in Jakholi
 

Was das wohl ist?
 

Ein Schuhladen
 

Abendstimmung in der
Lodge in Sursinghdhar
Unser heutiges Ziel ist die Himalayan Eco Lodge in Sursing Dhar auf 1.870 m gelegen. Die Lage ist traumhaft, die Zimmer sind sehr gut. Da alle zuerst duschen möchten, hat niemand mehr viel Zeit die schöne Aussicht auf den Himalaya zu genießen. Es wird auf dieser Reise immer sehr früh dunkel und abends auch sehr kühl, besser gesagt, kalt. Also gibt es nur noch das Abendessen, heute mit Bier, der Ort scheint nicht heilig zu sein.
 
 

 
12.Tag:
Gegen 6:30 Uhr stehen nahezu alle auf der Terrasse um den herrlichen Sonnenaufgang über den Bergen zu genießen. Sobald die Sonne da ist, wird es schnell wärmer, sodass wir im Freien frühstücken können. Anschließend fahren wir in zwei Stunden nach Rishikesh. Die Straße ist ähnlich schlecht wie gestern, aber unsere Fahrer sind einfach spitze.
 

Morgendämmerung in
Sursinghdhar

Frühstück in Traumlage
 

Chamba
 

Ein interessanter Laden
 

Bäckerei
 
Rishikesh, was soll man dazu sagen? Hier verlässt der Ganges den Himalaya und fließt durch die Ebene. Es ist eines der bekannten spirituellen Zentren in Indien, es wimmelt nur so von Menschen, es ist schmutzig, es laufen noch mehr Kühe als andernorts herum. Sie fressen den Müll, der auf der Straße liegt und teilen sich diesen mit herumlaufenden Schweinen. Man muss hier noch mehr aufpassen wo man hintritt. Dafür waschen sich dann die Hindus im Ganges rein. Es ist sehr laut, nur in den Ashrams ist es ruhiger.
 

Ashram in Rishikesh
 

Frau in
Rishikesh

In Rishikesh
 

Sie waschen sich rein
im Ganges

Hier hinein wird heiliges
Gangeswasser abgefüllt

Tempel
in Rishikesh

Irgendjemand tritt immer hinein

In Rishikesh

In Rishikesh

Ob die Kuh auch
ein Eis will
Wir wälzen uns mit Hunderten von Menschen über die schmale Hängerbrücke auf die andere Seite des Ganges. Eigentlich ist sie eine Fußgängerbrücke, aber vom Motorrad über Lastkarren, Kühe und bis sogar zu Affen wird sie als Übergang benutzt. Auf der anderen Seite beginnt der heilige Bereich mit Ashrams (klosterähnliche Meditationsbezirke), den Badestellen für die Pilger und diversen Verkaufsstellen für alles Mögliche. Eigentlich wollten wir uns hier ein Reiseandenken kaufen, aber wir finden nichts Richtiges. Nach dem Besuch eines Ashrams haben wir Zeit durch die Straßen zu laufen, aber nach kurzer Zeit treffen sich alle an einer Kreuzung, bestaunen sprachlos das Chaos und warten auf den Restaurantbesuch für das Mittagessen.
 
Als wir nachmittags über die Brücke zurückgehen, geht minutenlang gar nichts mehr. Es fällt wieder einmal auf, dass keiner Rücksicht auf den anderen nimmt. Jeder stößt und schubst, wie er nur kann. Wir stehen im Gedränge auf der Stelle, bis sich herausstellt, dass in dem Gewühl der Bodenbelag ausgebessert wird, unglaublich! Nachdem wir die Brücke geschafft haben, fahren wir mit drei Tuk-Tuks zum Bus zurück. Diese kurze Fahrt macht Lust auf mehr. Inzwischen sind wir im Zeitplan ziemlich hintendran, als wir die 24 km nach Haridwar in Angriff nehmen.
 

Ganges Strand in Rishikesh
 

Jetzt geht es nicht mehr vor
und nicht zurück

Eine Baustelle mitten auf
der schmalen Brücke

Die Brücke in Rishikesh
 
In Haridwar beziehen wir das Hotel Hari Heritage. Über die Qualität der Zimmer muss man sagen, Augen zu und durch. Haridwar zählt zu den sieben heiligen Städten Indiens. Wir machen uns direkt nach der Ankunft auf zum Ganges, wo die Waschungen im Fluss vorgenommen werden. Es ist für uns sehr interessant das bunte Treiben anzusehen. Hier kommt zum ersten Mal die Gläubigkeit der Menschen zu uns herüber.
 

In Haridwar
 

Skulpturen im Ganges
 

Heilige Figuren und Müll
 

Die Schiffchen werden
in den Fluss gesetzt

Haridwar am Abend
 
Nach dem Besuch der heiligen Stätte geht es zum Abendessen zurück ins Hotel. Es ist wie immer, vom Zustand der Zimmer her kann man nicht auf die Qualität des Essens schließen, das ist einfach viel besser. Dann geht es direkt ins Bett, es wird eine kurze Nacht werden, denn um 4:30 Uhr ist Wecken, da wieder einmal eine Zugfahrt ansteht.
 
13.Tag:
Wir sind in aller Herrgottsfrühe auf dem Bahnhof. Das Chaos ist nicht ganz so schlimm wie in Delhi, aber es ist trotzdem erschütternd zu sehen, wer da in welchem Zustand alles herumliegt, und unter welchen Umständen dort übernachtet wird. Um 6 Uhr ist Abfahrt. Wir wollen bis Delhi mit dem Zug und dann direkt mit einem Bus bis Agra weiter fahren.
 
Der Reiseveranstalter preist die Zugfahrt wie folgt an "Die Fahrt erfolgt am Tag, sodass wir den Übergang zum fruchtbaren Flachland und das Leben in den Dörfern und auf den Feldern gut beobachten können." Da zwei von drei Fenstern wie auf unten stehendem Foto aussehen, wird das etwas schwierig. Wir fahren durch eine Gegend, die von Landwirtschaft geprägt ist, und bei der sich jeder Ort lange vor dem Erreichen mit einer Müllhalde neben den Gleisen ankündigt. Beim Aussteigen herrscht wieder Chaos, weil -typisch indisch- man keine Rücksicht nimmt, und die Einsteigenden nicht warten können, bis die Leute ausgestiegen sind.
 

Auf dem Bahnhof in Haridwar
 

Aus der versprochenen Aussicht
wird wohl nichts

Kühe und Müll
 

Ankunft in Delhi
 

Links wird gepinkelt, rechts
wird gekocht
Von jetzt an fahren wir alle in einem größeren Bus, da es sich jetzt nicht mehr um Gebirgsstraßen handelt, und es von Delhi nach Agra sogar eine Autobahn gibt. Und doch ist es anders als bei uns. Der erste Toilettenstopp findet nicht etwa an einer Raststätte statt, nein es wird direkt an der Leitplanke gehalten und nachdem man darüber gestiegen ist, gibt es dahinter eine Toilettenanlage. Die Mittagspause findet auf einer neu gebauten Raststätte statt. Sie ist anscheinend so neu, dass das Personal die Abläufe noch nicht beherrscht. Wer zuerst Essen bestellt, kann es durchaus als Letzter bekommen, sicher ist aber, dass die Getränke zum Schluss kommen.
 

Nilgauantilope
-Boselaphus tragocamelus-
diekt neben der Straße

Hochzeit in Agra
Danach sind es noch zweieinhalb Stunden bis Agra. Agra hat 1,6 Mio. Einwohner, und als wir es am frühren Abend erreichen, ist es so dunstig (Smog?), dass wir beschließen, morgen früh erst um 9 Uhr zum Taj Mahal zu fahren, in der Hoffnung, der Dunst hat sich dann etwas gelegt. Die Luft ist sehr schlecht, ständig ist jemand aus der Gruppe am Husten. Zum Abendessen fahren wir in eine Gaststätte, und oh Wunder, hier klappt alles vorzüglich. Auf dem Rückweg halten wir noch an einer Hochzeitsfeierlichkeit, wo Sunil uns an den Eingangswachen vorbei einschmuggelt. Drinnen ist man davon aber nicht so begeistert, und komplimentiert uns höflich wieder hinaus. Für einen Eindruck von dem immensen Aufwand für die Hochzeit hat es aber gereicht.
 
14.Tag:
Heute stehen mit dem Taj Mahal und dem Roten Fort nur zwei Punkte auf dem Programm, aber was für welche! Über eine Agentur muss für heute ein zusätzlicher Reiseleiter genommen werden. Dieser spricht sehr gut deutsch, und Sunil hat uns schon darauf vorbereitet, dass die Agentur zwischen den Sehenswürdigkeiten auf den Besuch einer Marmorschleiferei besteht.
 
Aber jetzt fahren wir erst mal zum Eingang des Taj Mahal. Nachdem wir die strengen Sicherheitskontrollen hinter uns haben, wird es deutlich ruhiger, obwohl wir uns die Besichtigung mit vielen, vielen Anderen teilen müssen. Leider liegt das Bauwerk etwas im Dunst, aber Sunil meint, das sei noch gut so, im Dezember würde es zeitweise im Smog verschwinden. Die etwas trübe Luft ist der Wirkung dieses großartigen Bauwerks aber keineswegs abträgig, dafür ist es einfach zu schön und zu ästhetisch. Fast zwei Stunden stehen zur Besichtigung für uns zur Verfügung. Das mag für ein einziges Gebäude von außen lang klingen, ist es aber nicht. Ich habe noch nie so ein harmonisches Bauwerk gesehen, man kann sich gar nicht genug daran satt sehen.
 

Haupteingang zum Taj Mahal
 

Detail vom Eingang
 

Erster Blick auf
das Taj Mahal

Taj Mahal
 

Marmorverzierungen am
Taj Mahal
Beim Verlassen des Geländes ist es ein bisschen wie Spießrutenlaufen vor den Andenkenverkäufern. Anschließend fahren wir zu der schon angekündigten Marmorschleiferei. Wir bekommen die Herstellung der Intarsien gezeigt. Sie sind aus Halbedelsteinen und werden in den Marmor eingelegt. Das ist schon große Handwerkskunst, sogar wir können in den sich anschließenden Verkaufsräumen den Unterschied im Preis zwischen einer 30x30 cm Platte für 200 € oder für 5.000 € erkennen. Es kauft von uns aber letztendlich doch niemand etwas, obwohl wir lange überlegen.
 

Silberreiher am Taj Mahal
 

Überfall, jeder hat einen
Verkäufer als Begleiter

Puppenspieler in Agra
 

Rotes Fort in Agra
 

Rotes Fort in Agra
 
Als nächstes wird in einem Gartenrestaurant zu Mittag gegessen. Das Essen wird von Sitar Musik begleitet, die CDs kann man natürlich kaufen, und außerdem findet noch eine Vorstellung eines Puppentheaters statt, die Puppen sind ebenfalls kaufbar.
 
Dann kommt der nächste Besichtigungspunkt, das Rote Fort. Es kann sich natürlich nicht mit der Ästhetik des Taj Mahals messen, wohl aber in den Massen der Besucher, aber es ist dies ebenfalls eine großartige Anlage. Wir sind erstaunt, was man in früheren Jahrhunderten für Bauwerke geschaffen hat, vor allem wenn man es damit vergleicht, was und wie in den letzen Hundert Jahren in Indien gebaut wurde. Die Anlage ist in ihren Ausmaßen gewaltig.
 

Rotes Fort in Agra

Rotes Fort in Agra

Blick zum Taj Mahal

Rotes Fort in Agra

Verkehr in Agra
Auf der Rückfahrt zum Hotel müssen wir natürlich noch einmal halten, dieses Mal ist es ein Geschäft für Schmuck und Stoffe. Man kommt sich heute ein bisschen wie auf einer Kaffeefahrt vor, aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Wir haben ja Urlaub.
 

Taj Mahal am Abend

Das beste Essen der Reise
gibt es in Agra
Am Hotel angekommen überreden wir Sunil noch, mit uns auf die andere Seite des Yamuna Flusses zu fahren, um von dort den Sonnenuntergang am Taj Mahal zu sehen. So verteilen wir uns auf drei Tuk-Tuks und dann geht's im Eiltempo los, da wir ziemlich spät dran sind. Wie soll man die Fahrt beschreiben, es gibt eigentlich nur das Wort unglaublich dafür. Wir kommen gerade noch vor dem Sonnuntergang an, können ein paar Fotos machen, und dann geht es im Dunkeln wieder zurück, noch unglaublicher.
 
Zurück im Hotel wird kurz geduscht, dann fahren wir noch in ein Restaurant, es wird das beste der ganzen Reise sein, und als wir dann im Bett liegen, haben wir einen rundherum großartigen Tag hinter uns.
 
15.Tag:
Heute steht ein ganz langer Fahrtag an, 300 km sind es bis zum Ranthambhore Nationalpark. Wir werden nur einen größeren Halt in der alten Mogulen-Hauptstadt Fathepur Sikri machen, ansonsten wird heute nur gefahren. Nachdem wir uns durch das Verkehrsgewühl von Agra gekämpft haben, erreichen wir nach einer Stunde Fahrzeit auf einer für indische Verhältnisse Schnellstraße die Mogulanlage in Fathepur Sikri.
 
Unser Aussteigen wird von einem überfallartigen Händlerangriff begleitet. Wir müssen den Bus wechseln, warum weiß keiner so richtig, denn bereits nach ca. 800 Metern Fahrt erreichen wir die Anlage aus der Zeit von 1569-1574. Drinnen ist es sehr ruhig, und obwohl der Mogulpalast einen ähnlichen Eindruck wie gestern das Rote Fort macht, sind außer uns nur wenige Besucher da. Die Stille in der Anlage, dazu das wie immer ausgezeichnete Wetter mit der angenehmen Temperatur, lässt uns die verschiedenen Bauwerke des Königspalastes so richtig genießen.
 

Pferdefuhrwerk in Agra
 

Mogul Palast in Fatepur Sikri
(1571)

Thronsaal
 

Fenster

Mogul Palast in Fatepur Sikri
(1571)
Nach circa einer Stunde laufen wir zu der nur ein paar Hundert Meter entfernten Jami Masjid (Masjid = Moschee). Sunil meint, nun würde es hart werden, nicht wegen der Moschee, aber wegen der Kinder und Jugendlichen, die hier statt in die Schule zu gehen lieber versuchen, die Touristen auszunehmen, auch warnt er erstmals vor Taschendieben. Aber inzwischen haben wir ja Übung im Umgang mit den Händlern.
 

Mogul Palast in Fatepur Sikri
(1571)

Mogul Palast in Fatepur Sikri
(1571)

Dargah-Moschee
in Fatepur Sikri

Imbiss Stand
 

Mittagspause
 
Nachdem wir nach den schon bekannten 800 Metern wieder den Bus gewechselt haben, ersteht Andrea noch ein paar völlig überteuerte Ansichtskarten, die zudem nie ankommen werden. Weiter geht es Richtung Rajasthan, nur unterbrochen von einer kurzen Mittagspause in einer der zwei nicht empfehlenswerten Raststätten, die es auf den 300 Kilometern gibt. Den Übergang von Uttar Pradesh nach Rajasthan erkennt man an zwei Sachen, zum einen gibt es auf einmal dauernd "Toll Stations" auf der Straße, warum weiß ich nicht, denn nach jeder Mautstelle wird die Straße schlechter, zum anderen, und das ist weitaus angenehmer, an der Farbe der Kleidung der Frauen. Sie tragen hier meistens einen orangefarbenen Stoffumhang.
 

Wohnen im Freien
 

Auf der Fahrt nach
Ranthambore

Die Jugend ist schüchtern
 

Moslemfrauen in Rajasthan
 
Es ist schon dunkel, als wir endlich in der Nähe des Ranthambhore Nationalparks ankommen. Wir verlassen die Straße und fahren in der Dunkelheit ein Stück querfeldein durch die Landschaft, bis wir ziemlich überraschend auf unsere Zelt Lodge Jungle View Resort treffen. Wie das jemand finden soll, der es nicht kennt, keine Ahnung. Es gibt noch ein kurzes Abendessen und erst morgen werden wir bei Tageslicht erkennen, in welcher schönen Anlage wir gelandet sind.
 
16.Tag:

Es wird unser einziger Tiger
bleiben

Ein Reiher im
Ranthambhore Nationalpark
Um 5:50 Uhr ist Wecken. Es soll auf Safari gehen. Um halb sieben ist Abfahrt. Wir passen alle in einen offenen Bus, bekommen Decken wegen der Kälte, und trotzdem wird es uns nicht warm. Viel erwarten wir nicht, als wir die paar Kilometer zum Parkeingang fahren. Wir fahren bis halb elf durch den Park, sehen einiges an Hirsch- und Rehwild, sogar in der Ferne ein Krokodil, aber natürlich nichts von einem Tiger. Die Führer machen auch dieses Mal wieder einen wenig professionellen Eindruck.
  Zurück in der Anlage gibt es jetzt erst unser Frühstück, und dann haben wir Freizeit bis um 14:30 Uhr, zwischendurch natürlich noch Mittagessen -Essen wird auf dieser Reise groß geschrieben-. Dann geht es noch einmal in den Nationalpark. Es ist nun die vierte Safari Fahrt in diesem Urlaub, und zum ersten Mal haben wir einen Führer, der sich sehr viel Mühe gibt, und für uns die Fahrt zum Erlebnis macht. Wir sehen wieder einiges an Hirsch- und Rehwild, Wasservögel, dieses Mal sogar ein Krokodil aus der Nähe, und wenn uns auch ein Tiger wieder versagt bleibt, so genießen wir doch die Fahrt durch die schöne Landschaft mit ihrer Ruhe am späten Nachmittag.
 

So friedlich es aussieht,
baden sollte man nicht

Krokodil im
Ranthambhore Nationalpark

Wanderbaumelster
-Dendrocitta vagabunda-

Blüten im Jungle View Resort
 

Jungle View Resort
bei Sawai-Madhopur

Innenzelt
 

Orange ist typisch
für Rajasthan

Sie haben Angst
 

Hanuman-Langur
-Semnopithecus priam-

Sambar Hirsch
-Rusa unicolor-

Axishirsch -Axis Axis-
 

Rostgans -Tadorna ferruginea-
 

Reiher im
Ranthambhore Nationalpark

Pfau
 

Im Ranthambhore Nationalpark
 
Nach dem Abendessen freuen wir uns auf eine ruhige Nacht, doch daraus wird erstmal nichts. Gegen 21:30 Uhr beginnt vor der Anlage ein Bagger zu arbeiten, weitab von jeder Ortschaft, zu dieser späten Stunde, aber Gott sei Dank dauert die Arbeitswut nur circa eine Stunde, und dann ist es ruhig.
 
17.Tag:
Heute fahren wir 180 km bis zur letzten Station dieser Reise nach Jaipur. Außer einem Toilettenstopp wird in fünf Stunden durchgefahren. Die Randbezirke von Jaipur (3 Mio. Einwohner) vermitteln uns das Schlimmste, was wir bisher gesehen haben, Leben auf oder im Müll. Nach einem kurzen Fotostopp am Jal Mahal Palast im Sagar See, fahren wir direkt weiter zum 11 km außerhalb gelegenen Amber Fort. Wir müssen wieder einen zusätzlichen englisch sprechenden Führer nehmen, Sunil warnt uns schon vorher vor einer möglichen Verkaufsfahrt durch den Führer, aber wir werden das dieses Mal zu verhindern wissen. Wir besuchen mit ihm zwei Stunden lang das Fort, wobei der größte Teil der Zeit für seine englischen Erklärungen drauf geht. Es wäre besser, wenn wir selbst durch die imposante Anlage laufen könnten. Als wir dann endlich dafür Gelegenheit bekommen, geht auch noch Renate in dem Gewirr von Räumen und Gebäuden verloren.

Jal Mahal Palast in Jaipur
 

Amber Fort über dem
Maota See

Es ist nicht die
Chinesische Mauer

Amber Fort bei Jaipur (16.Jh.)
 

Amber Fort bei Jaipur (16.Jh.)
 

Die Gärten im Maota See
 

Amber Fort bei Jaipur
(16.Jh.)

Amber Fort bei Jaipur (16.Jh.)

Amber Fort bei Jaipur
(16.Jh.)

Alte Toilettenanalage im
Amber Fort
Nach dem Besuch des Forts fahren wir nach Jaipur hinein, essen in einem Gartenrestaurant zu Mittag. Nachdem was wir sehen, incl. Toilettenanlage, möchte besser keiner einen Blick in die Küche werfen, wir ahnen Schlimmes. Nachdem wir unseren Verkaufsführer ausgetrickst haben, fahren wir in die Nähe des Stadtpalastes zu einer Straße mit vielen Geschäften, um noch eine Stunde shoppen gehen zu können. Leider ist das eine reine Touristeneinkaufsstraße und es ist sehr schlimm, dieses Anmachen, das Abschleppen wollen, der Schmutz um uns herum. Wir haben eine Stunde Zeit, aber als wir etwas früher am Treffpunkt ankommen, sind die anderen schon alle da. Die meisten von uns sind froh, dass es jetzt zum Hotel geht.
 

Amber Fort bei Jaipur
(16.Jh.)

Stadttor zur Rosa Stadt
in Jaipur

Jaipur,
auch pink city genannt

In Jaipur
 

In Jaipur
 
Wir werden im Hotel Royal Orchid untergebracht. Das Hotel macht den Eindruck von westlichem Standard, nicht deswegen, wohl eher wegen der Preise führt uns Sunil in ein anderes Hotel zum Abschlussessen. Dort gibt es ein sehr gutes Buffet zu sehr passablen Preisen. Hier ist wirklich alles bestens.
 
18.Tag:
Zum letzten Mal wird heute unser Gepäck in den Bus verstaut. Nach dem Frühstück fahren wir noch einmal in die Innenstadt. Wegen des am Morgen noch guten Lichts wollen wir zuerst den Palast der Winde aufsuchen. Besichtigen kann man ihn nicht, nur ein paar schöne Fotos von außen machen. Er gilt als Beispiel dafür, warum die Innenstadt auch "pink city" genannt wird.
 

In Jaipur

Elefant in Jaipur

Elefanten warten auf Touristen

In Jaipur

Müllbeseitigung auf indisch
Dann gehen wir zur Sternwarte Jantar Mantar von 1730. Es ist schon bewundernswert mit welcher Präzision die Anlage damals gebaut wurde. Die Sonnenuhren z. B. geben die Zeit immer noch bis auf 1/10 Sekunde genau an. Wir bekommen in einer Stunde die verschiedenen Instrumente erklärt. Danach laufen wir die wenigen Meter zum gegenüberliegenden Stadtpalast, in dem heute noch der derzeitige Maharadscha wohnt. Man kann die Anlage, bis auf den Innenbereich des Palastes, besichtigen. Leider leidet sie zum Teil doch stark unter der Verschmutzung. Einiges müsste einfach nur mal entstaubt werden. Wir haben aber das Gefühl, wie schon auf der ganzen Reise, das sehen die Inder einfach nicht. Mit einem letzten Puppenspiel endet der kulturelle Teil unserer Reise.

Palast der Winde
in Jaipur

Schlangenbeschwörer in Jaipur
 

Alte Sternwarte Jantar Mantar
von 1730

Stadtpalast in Jai Pur
 

Stadtpalast in Jai Pur
 

Stadtpalast
n Jai Pur

Stadtpalast in Jai Pur
 

Noch einmal ein Puppenspiel
im Stadtpalast
Dann gibt es nur noch ein Mittagessen in einem Restaurant. Hier könnte der Unterschied zu gestern nicht größer sein, heute ist alles ausgezeichnet. Danach verabschieden wir unsere Mitreisende Renate, sie will noch einige Tage in Südindien verbringen. Wir anderen machen uns mit dem Bus nach Delhi auf.
 
Die Entfernung beträgt rund 200 km, die Straße ist für indische Verhältnisse sehr gut, aber je näher wir uns der 16 Mio. Metropole nähern, umso verstopfter wird sie. Gegen 21 Uhr sind wir in Flughafennähe, essen noch kurz etwas, verabschieden uns dann von unserem super Reiseleiter Sunil, an dem nicht das Geringste auszusetzen war, er war einfach nur gut.
 
Die nächsten viereinhalb Stunden verbringen wir auf dem Flughafen und um 3:30 Uhr hebt unser Flieger pünktlich Richtung Frankfurt ab.
 
Fazit: Schwierig, die Reise war vom Veranstalter perfekt organisiert und abgewickelt. Da gibt es kaum etwas auszusetzen. Indien selbst, man muss es gesehen haben, diese Überbevölkerung, der tägliche Kampf ums Überleben, die Müllprobleme, der Plastikabfall praktisch überall, die fehlende Kanalisation, fehlende Toiletten mit all den daraus resultierenden Problemen, die Wasserverschmutzung außerhalb der Berge und die Verkehrsprobleme. Da fragt man sich schon, ob Indien als Schwellenland zum Industrieland den Übergang wirklich schaffen wird, bei all den Problemen. Und die Inder, sie sind reservierter als zum Beispiel die Nepalesen, vielleicht auch weil die Nepalesen ärmer sind. Es ist in Indien mehr eine Ellenbogengesellschaft, wohl weil es auch so viele Menschen sind, zumindest kommt uns das alles so vor. Und das Land selbst, wir haben nur einen winzigen kleinen Teil im Norden besucht, der landschaftlich sehr schöne Gegenden bereit hält, und im Himalaya phantastisch ist. Die kulturellen Höhepunkte aus vergangenen Jahrhunderten sind beeindruckend und über das Wetter im November können wir nur sagen einmalig.
 
Normalerweise schließe ich bei anderen Reisen ein Fazit sehr oft mit den Worten "wir kommen wieder", bei Indien aber, einmal gesehen haben muss man es, aber wiederkommen, ich weiß nicht.