Bolivien - Chile - Argentinien

Eine Reise zu den Farben der Atacamawüste und der Anden

Eine Kondor-Tours Reise
1. Oktober - 29. Oktober 2004

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de



Übersicht 1. bis 9. Tag 10. bis 19. Tag 20. bis 29. Tag Route Ausrüstung Druckansicht Home

1. Tag Freitag:
Gegen 16 Uhr bringt mich ein Kollege direkt von der Arbeit zum Frankfurter Flughafen, wo ich am Schalter von LAN Chile noch sieben weitere Mitreisende treffen soll. Vier weitere sollen in Madrid zusteigen. Bis dorthin verläuft der Flug völlig problemlos. Die Auswahl des Abendessens wird uns abgenommen, es gibt nur Chicken. Gegen 21:30 Uhr heißt es im Transitbereich des Madrider Flughafens: eine Stunde Aufenthalt, die wir zum Suchen der restlichen Reiseteilnehmer nutzen. Hier lerne ich auch die außer mir einzige Alleinreisende der Gruppe kennen. Sie kommt aus Hamburg und soll für vier Wochen meine Buspartnerin sein.
 
2. Tag Samstag:
Nach dann letztendlich doch 2 Stunden Aufenthalt starten wir mit dem gleichen Airbus zum 13stündigen Direktflug, einem der längsten, den es überhaupt gibt, nach Santiago. Der Flieger ist jetzt total ausgebucht. Um 8 Uhr landen wir in Santiago. Pass- und Zollformalitäten werden sehr schnell von den Chilenen abgewickelt - das soll im Laufe der Reise noch anders werden -, doch bei einer Mitreisenden aus München fehlt das Gepäck. Da wir direkt weiterreisen, wird sie es frühestens in vier Tagen bekommen können. Um 10 Uhr geht es mit dem nächsten Flieger pünktlich weiter nach Arica. Kurz nach dem Start gibt es einen Imbiss - Frühstück hatten wir vor der Landung in Santiago bekommen. Nach kurzem Flug gibt es eine Zwischenlandung in Copiapo. Zusteigen tut niemand, aber nach dem Neustart gibt es schon wieder Essen. Wer dies annimmt, muss sich beeilen, denn in Iquique gibt es eine weitere Zwischenlandung mit demselben Ritual. Um 14 Uhr sind wir dann endlich in Arica. In Deutschland ist es jetzt 20 Uhr, und ich bin mittlerweile 33 Stunden auf den Beinen. Wir werden in ein Hotel gebracht, doch die gedachte Ruhe wird durch einen Animateur am Pool lautstark verhindert. Also immer noch nichts mit Schlafen: stattdessen an den Strand und in die Stadt, sodass wir dann abends wirklich todmüde ins Bett fallen.
 
3. Tag Sonntag:
Im Anflug auf
La Paz
Das Häusermeer von
La Paz
Um 8 Uhr gibt es ein Frühstücksbuffet. Dies wird von Minute zu Minute besser, denn so früh ist man in chilenischen Hotels sonntags nicht auf Gäste eingestellt. Um 10 Uhr werden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Es wird die schnellste Abfertigung, die ich je auf einem Verkehrsflughafen hatte. Es gibt nämlich nur diesen einen Flug heute Morgen. Er ist fantastisch und führt über einen wolkenlosen Himmel vorbei an schneebedeckten Vulkanen über die Anden in 45 Minuten nach La Paz in Bolivien.
Hier treffen wir vor dem Flughafen unsere Reiseleiter Heidi und Ralph mit ihrem spezial umgebauten Mercedes LKW-Bus. Anfangs merkt man die Höhe von 4.100 m des höchst gelegen Zivilflughafens der Erde noch nicht richtig, doch spätestens beim Verladen des Gepäcks in den LKW-Bus machen Herz und Lunge darauf aufmerksam, in welcher Stresslage sie sich befinden. Nach kurzem Begrüßungsfrühstück und einer Einweisung in die Details unserer fahrbaren Unterkunft für die nächsten 4 Wochen geht es in den Talkessel von La Paz. Wir wollen möglichst schnell viel Höhe verlieren, um die Akklimatisation zu erleichtern, doch schnell ist gut gesagt. Eine Stunde benötigen wir, um den Stadtkern zu durchfahren. Das ist ein Gewimmel, und heute ist Sonntag! Wir landen in einem Hotel, das einem Schweizer gehört und auf 3.400 m liegt.
Im Val de Luna
Am Nachmittag unternehmen wir von dort aus eine einstündige Wanderung in das Val de Luna (Mondtal) mit seinen bizarren Gesteinsformationen, die ein bisschen an Südtiroler Erdpyramiden erinnern. Obwohl wir langsam gehen, kommen wir bei jeder kleinen Steigung ins Schnaufen. Um 19 Uhr ist Abendessen angesagt. Bis dahin haben sich bei einigen pünktlich Kopfschmerzen eingestellt. Die Eingewöhnungszeit auf diese Höhe ist einfach zu kurz. Bei mir ist es so schlimm, dass ich außer einer Suppe nichts von der ausgezeichneten Schweizer Küche - in Bolivien - zu mir nehmen kann. Die Nacht verbringe ich mit Kopf- und Magenschmerzen mehr schlecht als recht.
 
4. Tag Montag:
Hier wohnen die besser
Gestellten......
....und so wohnt die
Mehrheit
Ich gehe noch zum Frühstück, doch danach höre ich auf meinen Körper, der mir ganz klar befiehlt, die Stadtbesichtigung ausfallen zu lassen, auch wenn ich der Einzige bin, der nicht teilnehmen wird. Von Heidi bekomme ich Medikamente gegen die Höhenkrankheit und schlafe dann bis 2 Uhr mittags durch, um danach fast ohne Beschwerden noch einen längeren Spaziergang in die Umgebung des Hotels zu unternehmen. Beim Abendessen erzählen dann die anderen, dass es die richtige Entscheidung von mir war, diesen Tag so zu gestalten. Der Lärm und Smog der Stadt war für sie schon kaum zum Aushalten und alle sind froh, dass es morgen aus diesem Moloch heraus gehen soll, obwohl La Paz als Stadt mit dem größten Anteil indianischer Bevölkerung Südamerikas sehr interessant ist. Heute Abend ist es umgekehrt; mir schmeckt das Essen, dafür haben einige der Gruppe dieses Mal Kopfschmerzen.
 
5. Tag Dienstag:
Grabtürme auf dem
Altiplano
 
Landschaft der bolivia-
nischen Puna
Heute haben wir eine Strecke von 390 km vor uns, und es soll sehr viel zu sehen geben. Deshalb ist bereits um 5:15 Uhr Wecken, 6 Uhr Frühstück und um 6:45 Uhr Abfahrt. Durch unsere frühe Abfahrt kommen wir gut durch das Zentrum von La Paz und hinauf auf die Hochebene der Puna (in Peru heißt das Altiplano).
Nach einem ersten Halt bei alten Begräbnistürmen nähern wir uns Boliviens höchstem Berg, dem Nevado Sajama 6.542 m im gleichnamigen Nationalpark. Zu unserer Enttäuschung ist er nicht wolkenfrei. Wir haben einen von ganz wenigen Tagen im Jahr erwischt, wo es hier keinen blauen Himmel gibt. Als dann auch die Vulkane des Lauca-Nationalparks erscheinen, sinkt die Stimmung, denn auch hier gibt es viele Wolken.

Kirche in Sajama

Nevado Sajama 6.542 m
Da wir aber bis dahin noch über die Grenze nach Chile müssen, und dies mit Sicherheit einen längeren Aufenthalt bedeutet, hoffen wir, dass das Wetter noch besser wird. Zuerst wird aber noch an unserem Reisegefährt zu Mittag gegessen. Was an Vorräten übrig bleibt, müsste vernichtet werden, da man keine Lebensmittel nach Chile einführen darf. Wir geben deshalb die restlichen Vorräte an einem kleinen Militärstützpunkt ab. Die Freude der Soldaten ist riesig; ihre Verpflegung ist alles andere als gut.
Der Grenzübertritt verläuft außergewöhnlich schnell. Das Handgepäck wird durchleuchtet, aber der Bus nur kurz durchsucht. Vielleicht ist es den Grenzern zu ungemütlich, denn nun hat es sich nicht nur noch mehr zugezogen, sondern es fängt sogar an zu schneien.
Auf chilenischer Seite sind wir nun im Lauca-Nationalpark. Bei diversen Halts kommen die Fotoapparate voll zum Einsatz. Vicuñas (Wildform der Lamas), Viscachas (sehen aus wie Hasen, aber mit langem Schwanz), Flamingos, Andengänse und immer wieder die Landschaft mit den großartigen Vulkanen Parinacota (6.342 m) und Pomarape (6.250 m) stellen trotz des nicht so freundlichen Wetters super Fotomotive dar. Am Lago Chungara erreichen wir mit 4.570 m den höchsten Punkt der ganzen Reise. Dank der Medikamente von Heidi, der Reiseleiterin, fühle ich mich wie gedopt. Den anderen geht es nicht so gut.
Vicuñas
 
 
Einer von wenigen
Tagen im Jahr ohne
blauen Himmel
Viscacha
 
 
Vicuña vor dem
Nevado de Putre
5.825 m
Die Nevados de Putre
 
 
Am späten Nachmittag erreichen wir unser heutiges Ziel Putre auf 3.600 m, wo wir ein Hotel beziehen. Ich mache noch einen kleinen Aufstieg, um den Sonnenuntergang am Nevado de Putre 5.825 zu fotografieren. Leider ist um 7 Uhr Abendessen angesagt, sodass ich schon wieder zurück muss, bevor die richtige Rotfärbung eintritt.
 
6. Tag Mittwoch:
Browningia
candelaris
Wie eine Oase liegt
das Tal da
An den heutigen Startzeiten, 6:45 Wecken, 7:30 Frühstück und 8:15 Uhr Abfahrt erkennt man, dass die Tagesstrecke nicht so groß sein kann. Da ich als Jüngster der Gruppe (bis auf zwei, befinden sich die anderen bereits im Rentnerstand), beim Gepäckverladen doch mehr zum Zuge komme, verhebe ich mich dabei, und zerre mir etwas in der Brust. Dies führt dazu, dass ich die nächsten Stunden kaum noch Luft bekomme, und das in dieser Höhe. So lasse ich die ersten drei Stopps heute ausfallen. Als dann aber die ersten Kakteen zu fotografieren sind, gibt es für mich kein Halten mehr. Wir kommen langsam tiefer und treffen auf das Valle de Lluta, ein Tal, das nun wie eine Oase inmitten reinster Wüstenlandschaft nach Arica führen wird. Es wird immer wärmer, je weiter wir kommen.
Ewiger Kampf zw.
Wüste und Vegetation
Wir fahren in Arica kurz in unser Hotel, das wir schon von unserem Zwischenaufenthalt während der Anreise her kennen. Agnes ist glücklich, dass inzwischen ihr Gepäck eingetroffen ist. Es geht direkt weiter; wir wollen das archäologische Museum von Arica besuchen. Auf dem Weg dorthin machen wir noch an einem Straßenimbiss halt. Heide hat dort für uns Empanadas (gefüllte Teigtaschen) vorbestellt. Die Qualität ist ausgezeichnet, nur werden wir durch die Lage an der Straße ziemlich eingestaubt.
Nach dem Besuch des Museums - es ist sehr klein, aber zeigt ausgezeichnet das Leben an der Küste von den Anfängen bis heute - fahren wir zum geschichtsträchtigen "Morro" hoch, mit sehr schönem Blick auf die Stadt, und dann kann jeder bis zum Abendessen die Stadt zu Fuß erkunden. Ich nutze die Gelegenheit, um Ansichtskarten zu kaufen. Diese gibt es hier komischerweise direkt auf dem Postamt. Ich will sie auch gleich schreiben, denn Heidi meint, aufgeben kann man auf dieser Reise die Karten nur in Arica und in San Pedro de Atacama.
Arica
Vor der Abfahrt zum Abendessen nutze ich noch das Internet, das in Chile von den meisten Hotels kostenlos zur Verfügung gestellt wird, und dann geht es in den Cyclo Pup. Dies soll ein sehr gutes Restaurant sein, doch können wir uns davon vorerst nicht überzeugen. Das Essen dauert und dauert, sodass wir einen neuen Begriff prägen; statt Brunch "Dinnbreak", denn wir befürchten allen Ernstes, dass hier Dinner und Breakfast zusammengelegt werden. Als dann auch noch einer von uns einen Zettel gereicht bekommt, dass eine gewisse Paola ihn sehr sympathisch finden würde und ihre Telefonnummer hinterlässt, tippen wir auf die Köchin - bei diesen Wartezeiten.
 
7. Tag Donnerstag:
Nachtreiher am Pool
in Arica
Geoglyphen
Als ich am Morgen um 6:15 Uhr auf den vor meinem Zimmer liegenden Pool schaue, bietet sich mir ein interessanter Anblick. Er wird von vier Rotkopfgeiern belagert, während die Schwimmübungen eines Kormorans von fünf Nachtreihern beäugt werden. In Ermangelung von Bäumen als Nachtquartier in dieser Wüstengegend müssen die Hotelanlagen als Ersatz herhalten.
Heute geht es auf der durchweg asphaltierten Panamericana durch die Atacamawüste nach Süden. Staub, Sand und Steine sind unser ständiger Begleiter durch die endlos erscheinende Wüste, die nur ein paarmal durch von den Anden querende grüne Täler unterbrochen wird. An den ersten Geoglyphen (mehrere hundert Jahre alte aus Steinen gelegte Bilder) machen wir Mittagsrast an unserem LKW/Bus. Das Essen brauchen wir nicht zu salzen, das macht schon der Wind, der hier fast patagonische Stärken erreicht.

Unser Bus/LKW
Die reinste
Luxusausstattung
Nachdem wir das Gewicht unseres Fahrzeugs durch aufgesammelte Salpetersteine erhöht haben, geht es weiter. Überhaupt unser Gefährt, ist es ein Bus oder ein LKW? Diese Frage sollte bald beantwortet werden. Auf der fast verkehrsfreien Straße werden wir wie aus dem Nichts von einer Polizeistreife angehalten. Wir sind zu schnell gefahren. Doch nun wird der LKW der Polizei gegenüber als Bus deklariert, da dieser statt siebzig hundert km/h fahren darf. Nun wissen wir es.
 
Den nächsten Stopp gibt es bei zwei verlassenen Geisterstädten aus der Blütezeit der Salpetergewinnung, Humberstone und Santa Laura.

Die reinste Ghost
Town Humberstone
Wir durchstöbern die im Wind vor sich hin verfallenden Anlagen, die aber immer noch einen guten Eindruck zulassen, wie schlimm die Arbeits- und Lebensbedingungen hier gewesen sein müssen, obwohl es sogar ein Schwimmbad und ein Theater gab, bevor die Städte Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts aufgegeben wurden.
Schwimmbad in
Humberstone
Weiter geht es zum ersten Campingplatz der Reise im "Reserva Nacional Pampa del Tamarugal", einem Reservat zur Wiederaufforstung der Tamarugalbäume, die früher fast alle als Brennstoff für die Öfen der Salpetergewinnung abgeholzt wurden. Als wir den Campingplatz erreichen, ist dieser wegen Reparatur geschlossen.
Produktionsanlage
in Santa Laura
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als mittels Zange die Drahtabsperrung zu zerschneiden und in den Campingplatz einzubrechen. Wir haben sehr schöne Stellplätze für die Zelte, zwar keine Duschen und Toiletten, dafür sind wir aber allein. Allein, aber nur bis zum Abendessen, weiß der Teufel, wie alle Hunde der Gegend herausbekommen haben, dass hier etwas für sie abfallen könnte. Ralph, unser Fahrer und Reiseleiter, grillt Unmengen von Rindersteaks und Würstchen. Es schmeckt so gut, dass man viel mehr isst, als eigentlich gut wäre. Dies wird sich für mich zum einzigen Problem der Reise entwickeln. Kalt ist es hier nicht, sodass wir in der klaren Luft den einmaligen Sternenhimmel voll genießen können, bis wir zum ersten Mal in die Zelte kriechen.
 
8. Tag Freitag:
Geoglyphen am
Salar de Pintados
Salar de Pintados,
knochenharte Salpeterwüste
Um 6 Uhr morgens sind fast alle munter, da es die erste Zeltnacht war, und die Helligkeit einen einfach aufweckt. Heute soll es ein langer Fahrtag werden. Doch gleich am Anfang gibt es einen Stopp. Wir fahren in den Salar de Pintados eine riesige Salpeterpfanne hinein, an deren Rand sich Berghänge erheben, die über und über mit Geoglyphen bedeckt sind. Wir haben Zeit, sie bei einer kleinen Wanderung zu erkunden. Ich möchte nicht den gleichen Weg zurückgehen und entschließe mich, durch die Salpeterwüste abzukürzen. Es ist fast erschreckend festzustellen, wie unter den Füßen die Salpeterplatten Geräusche erzeugen. Die Hitze und die Trockenheit in dieser absolut lebensfeindlichen Gegend haben sie auf Spannung zusammengebacken.
Einwohnerzahl 1
hier liegen die
restlichen Einwohner
Etwas weiter machen wir bei dem letzten Überlebenden eines Salpeterwerks halt. Er ist 82 Jahre alt und hat unter das Ortsschild schreiben lassen "1 Einwohner". Er lebt von dem, was ihm die paar Touristen, die hier vorbeikommen, abkaufen. Keine 500 m weiter gibt es einen Friedhof, den man gesehen haben muss. Wir fühlen uns hier wie in einem Western und warten darauf, dass jeden Augenblick John Wayne vorbeikommt.
Danach geht es ohne Pause bis zur Mittagsrast weiter. Diese halten wir am Rio Los dem einzigen immer Wasser führenden Fluss der Atacama. Aber es ist mehr ein Bach als ein Fluss. Noch ein kurzer Halt an einem Truckstopp, Glück hat hier, wer nicht die interessante Toilettenanlage benutzen muss, und dann fahren wir bis fast an den Rand der Welt größten Kupfermine Chuquicamata. Leider darf man nicht näher heranfahren, und inzwischen haben wir auch erfahren, dass der für den nächsten Tag geplante Besuch der Mine ausfallen muss. Die Minengesellschaft macht am Wochenende keine Führungen mehr. Da das schon im vergangenen Jahr so war, sollte dieser Punkt aus dem Reiseprogramm gestrichen werden.
Am Rio Los
So fahren wir direkt ins Hotel in Calama. Dort haben wir Freizeit bis um 19:45 Uhr. Dann soll es zum Essen gehen. Doch zuerst gibt es noch eine unangenehme Nachricht; man hat unseren Bus aufgebrochen, glücklicherweise war Ralph so rechtzeitig erschienen, dass nichts gestohlen werden konnte. Doch das bedeutet für den nächsten Tag einen halben Tag Aufenthalt, da Ersatz für die kaputte Scheibe erst aus Antofagasta angeliefert werden muss. Trotzdem lassen wir uns das Abendessen im Restaurant "Bavaria" nicht vermiesen. Das Essen und das Bier sind ausgezeichnet, ich meine sogar besser als im echten Bayern. Ich habe mich für ein so genanntes Arbeiteressen entschieden und bekomme nun doch einen Eindruck, wie hart die Arbeiter im Bergwerk arbeiten müssen, so riesig sind die Portionen.
 
9. Tag Samstag:
Ruinen von Pucara
Ein Tor aus
Kakteenholz
Heute haben wir bis Mittag Zeit, bis der LKW/Bus repariert ist. Nach dem Frühstück gehe ich in die Stadt, doch Calama beginnt erst um 10 Uhr aufzuwachen, wenn die ersten Geschäfte öffnen. Die Stadt gibt nicht viel her. Wenn man drei Straßen gesehen hat, kennt man alle fünfzig anderen. Es ist eine reine Industriesiedlung. So verbringe ich die Zeit auf dem einzigen Platz mit etwas Grün, bis es um 1 Uhr in die nähere Umgebung geht.
Wir fahren nach Lasana und besichtigen die große Ruinenanlage Pacara aus der Zeit der Atacamakultur. Die Anlage liegt am Rande einer großen Schlucht, in der Ackerbau noch wie zu Urzeiten mit Pferd und Holzpflug betrieben wird. Dafür haben die Toilettenanlagen bei der Ruine aber 5 Sterne verdient.
Kirche in Chiu Chiu
Ein weiterer Aufenthalt dient dem Dorf Chiu Chiu. Es hat eine sehr schöne Adobe Kirche mit einer Kakteenholzdecke und ist noch ziemlich ursprünglich; vor allem gibt es kaum Touristen. Es hat noch nicht den gleichen Ruf wie San Pedro de Atacama, das am nächsten Tag unser Ziel sein wird. Als Bonbon gibt es dann noch einen Abstecher zu einem See, aber was für einen. Mitten in der Wüste, wo niemand so etwas erwartet, gibt es ein großes Loch mit bestem Süßwasser. Forschungen haben ergeben, dass die Tiefe mindestens 700 m beträgt.
Grundwasserlagune
bei Chiu Chiu
Leider herrscht hier so ein Sturm, dass wir nur kurz herumlaufen können, und jeder von uns verzweifelt versucht, seinen Fotoapparat vom herumwehenden Sand frei zu halten.
Am Abend besuchen wir wieder unser schon bekanntes "Bavaria" Lokal, wieder mit den riesigen Portionen. Was wir nicht schaffen, wird für die unzähligen herumstreunenden Hunde mitgenommen. Heute findet auf dem Platz vor der Kirche ein Wettkampf verschiedener Musik- und Tanzgruppen statt. Weder Musikkapellen noch Tänzer werden müde. Zu immer gleichen Rhythmen, bewegen sie sich fast in Ekstase. Das Ende können wir nicht abwarten, da wir vor Müdigkeit zurück ins Hotel wollen. Diese Kondition haben wir einfach nicht.
 


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