D R U C K V E R S I O N 

Frankreich - Verschwundene Dörfer der Haute Provence -

Wanderungen im Département Hautes-Alpes
sowie ein Aufenthalt in Aix-en-Provence und Marseille

Eine Wikinger Reise vom 25. Mai bis 3. Juni 2013

Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de
 


 

Massif de Dévoluy

Nachdem wir im letzten Jahr in den französischen Seealpen wandern waren, und uns die Reise super gefallen hat, möchten wir dieses Jahr gleich wieder nach Südfrankreich. Wikinger-Reisen bietet im Départment Hautes Alpes eine ähnliche Reise an.
 
Die französische Forstverwaltung stellt dort in längst aufgegebenen kleinen Ortschaften mietbare renovierte Forsthäuser zur Verfügung. Dieses Jahr werden sogar fast alle Zimmer Dusche und WC haben. Ein "Logistiker" wird die Tour von Forsthaus zu Forsthaus begleiten, die Unterkünfte herrichten und für das leibliche Wohl sorgen.
 
Das Programm wird zu Beginn und am Schluss jeweils in Aix-en-Provence abgerundet, wobei auch noch ein Besuch von Marseille geplant ist.
 
Der Termin liegt mit Ende Mai / Anfang Juni sehr früh im Jahr. Hoffentlich haben wir nach dem langen Winter nicht noch zu viel Schnee, aber die Gegend liegt nicht ganz so hoch wie die Seealpen. Wir spekulieren auch darauf, dass die Frühlingsblumen noch voll blühen.
 
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Breitblättriger Enzian
-Gentiana acaulis-

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Gelbe Heuhechel
-Ononis natrix-

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Marseille
 


 
1. Tag:
Wir fliegen am 25. Mai zunächst nach München. Dort sollen wir auf den Rest der Reisegruppe treffen. Zu unserer Überraschung stößt dort bereits auch unsere Reiseleiterin Sibylle dazu -wir hatten sie erst in Marseille erwartet-. Somit fliegen insgesamt 9 Teilnehmer (7 Frauen und 2 Männer!!) von München in die Provence.
 
Wir sind etwas erstaunt, als wir bei bewölktem Himmel und sogar ein paar Regentropfen gegen Mittag den Flughafen in Marseille verlassen. Nach dem kalten Frühjahrswetter in Deutschland hatten wir hier eigentlich strahlenden Sonnenschein erwartet. Vor dem Flughafen werden wir bereits von Dirk, unserem Logistiker erwartet. Seine Aufgabe besteht darin, während unserer Wanderung das Mädchen für alles zu sein: Er wird sich um den Gepäcktransport kümmern, das Essen aus Gastwirtschaften der umliegenden Ortschaften holen und aufbereiten, und sich einfach um alles, was mit dem Hüttenleben zu tun hat, kümmern. Er bringt unser Gepäck mit dem Auto ins Hotel nach Aix-en-Provence, während wir selbst mit dem öffentlichen Bus nach Aix fahren.
 
Ein halbe Stunde später stehen wir bei inzwischen schönem Wetter am Busbahnhof in Aix und nutzen den Weg zum Hotel gleich zu einer kleinen Stadtbesichtigung. Nach der Zimmervergabe -das Hotel macht einen guten Eindruck-, wird die Stadtbesichtigung intensiviert und es geht anschließend direkt zum Abendessen. Während diesem taucht überraschend David, unser Reiseleiter vom letzten Jahr, auf. Er ist mit einer anderen Gruppe unterwegs und hat sich diesen Abend für uns frei genommen.
 
Wir halten uns nicht gar so lange mit dem Abendessen auf, wir wollen noch in eine Bar zum Fernsehen; heute ist Champions League Endspiel zwischen Bayern München und Dortmund. Trotz klarer zahlenmäßiger Überlegenheit der Dortmunder Fans unter uns, werden die Bayern das Spiel gewinnen, was uns aber nicht davon abhält, eine gute Nacht zu verbringen.
 

Reiseverlauf
 

Anflug auf Marseille
 

Rotonde Brunnen
in Aix-en-Provence

Cours Mirabeau
 

Auf dem Weg zum Hotel
in Aix

Rue Fernand Dol

Rue d'Italie

Kirche St-Jean
de Malte

Kirche St-Jean
de Malte

Kirche St-Jean de Malte

Rue Goyrand

Kirchen in
Aix en Provence

Pavillon de Vendôme

Am Rathausplatz

Eingang zum Rathaus in Aix

 
2. Tag:
Nach dem Frühstück im Hotel brechen wir direkt zum Bahnhof auf. Unser Gepäck wird gefahren, wir hingegen laufen bei strahlend blauem Himmel durch die fast menschenleeren Straßen. Man ist im Süden nicht so früh, schon gar nicht an einem Sonntag.
 
Am Bahnhof angekommen, übernehmen wir das Gepäck und fahren dann in einem sehr modernen Nahverkehrszug -er hält an jeder Station- Richtung Norden in die Haute Provence. Nach einer 2½-stündigen Fahrt entlang der Durance mit schöner Aussicht auf die Seealpen erreichen wir Veynes.
 
Hier erwartet uns Dirk. Er übernimmt den Gepäcktransport zur ersten Unterkunft. Wir anderen starten direkt zur ersten Etappe. Nachdem wir den kleinen Ort Veynes durchquert haben, geht es bis zur Mittagspause ziemlich steil bergan. Anschließend wird es flacher. Der Weg ist gesäumt von vielen Orchideen und überall blüht der Enzian. Auch hier hat der Frühling dieses Jahr sehr spät begonnen.
 
Die letzte halbe Stunde laufen wir ziemlich steil nach Agnielles hinab. Bis auf zwei Häuser der Forstverwaltung zeugen nur noch Ruinen von der einstigen Ortschaft, die Anfang des 20. Jahrhunderts bereits aufgegeben wurde. Man kann aber erahnen, wie schwer das Leben vor allem im Winter hier gewesen sein muss.
 
Wir beziehen die Zimmer, und nach dem Duschen haben alle Hunger, den Dirk dann auch mit einem für die beschränkten Verhältnisse erstklassigen Essen stillen kann. Es wird eine ruhige Nacht werden, hier gibt es keine Straßen und außer uns ist niemand auf diesem Flecken Erde.
 

Zug nach Veynes
 

Die Seealpen vom Zug aus
 

Wanderstrecke
 

Start zur ersten Wanderung
in Veynes

Knabenkraut Orchidee

Landschaft bei Veynes
 

Blick auf Veynes
 

Auf dem Weg zum ersten
kleinen Pass

Montagne d'Aurouze
 

Frühlingsenzian
-Gentiana verna-

Was wird hier fotografiert?
 

Holunder-Knabenkraut
-Dactylorhiza sambucina-

Blick über die Berge
der Hautes Alpes

Knabenkraut Orchidee

Blick auf Agnielles
 
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Breitblättriger Enzian
-Gentiana acaulis-
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Hier werden wir nächtigen
 

 
3. Tag:
Heute Morgen ist der Himmel strahlend blau, als wir nach dem Frühstück vor die Hütte treten. Wir haben einen wunderschönen Blick auf die verschneite Tête de Garnesier.
 
Dann wandern wir los, anfangs führt der Weg mäßig steil durch Wald nach oben. Nachdem wir die Baumgrenze unter uns gelassen haben, geht es steil zum Mourre de l'Aigle, immer mit Ausblick auf der einen Seite auf die provenzalischen Voralpen und auf der anderen Seite auf das Massiv de Devouluy mit dem Gipfel Tête de la Cluse auf 2.682 m. Oben angekommen gibt es eine Pause, und wir genießen die Aussicht.
 
Der Weiterweg führt auf einem Bergrücken entlang durch blumenübersäte Wiesen und steigt dann über Restschneefelder an. Auf einem kleinen Pass findet die Mittagspause statt, wieder sehr aussichtsreich. Nach dieser ausgiebigen Pause laufen wir immer an den Durbonas Bergen entlang. Wir machen noch einen Abstecher auf den Col des Tours, bevor es zur Hütte Recours hinabgeht. Diese Hütte ist die kleinste der ganzen Reise und liegt vollkommen alleine mitten im Wald. Wenn man davor steht, meint man gar nicht, dass wir da alle unterkommen. Es ist auch inzwischen ziemlich kühl geworden, Dirk hat für uns den Ofen angeheizt, trotzdem klingt der Tag ziemlich kalt aus, denn der Ofen heizt mehr den Schornstein als den Raum.
 

Tête de Garnesier 2.367 m
 

Tête de Garnesier 2.367 m
 

Schmalblättriges Lungenkraut
-Pulmonaria angustifolia-

Blick beim Aufstieg
nach Süden

Es ist steiler als es aussieht
 

Tête de Garnesier 2.367 m
 

Pause
 

Holunder-Knabenkraut
-Dactylorhiza sambucina-

Pfad mit Aussicht
 

Massif de Dévoluy
mit Tête de la Cluse 2.682 m

Wiesen-Schlüsselblume
-Primula veris-

Knabenkraut Orchidee

Frühlingskrokus -Crocus
vernus subsp. albiflorus-

Massif de Dévoluy
mit Tête de la Cluse 2.682 m

Schachblume
-Fritillaria meleagris-

Aussicht bei der Mittagspause
 

Mittagspause

Irgendwo da unten
liegt die nächste Hütte

Gruppenbild vor dem
Massiv de Dévoluy

Hütte im Wald
von Recours

4. Tag:
Vor dem Frühstück zeigt ein erster Blick nach draußen, dass der blaue Himmel verschwunden ist. Es ist diesig, und die Berge erscheinen milchig verschwommen. Wir ziehen trotzdem los, die nächste Hütte wartet auf uns.
 
Beim ersten Pass Vallon de l'Aup fängt es leicht an zu regnen, und ab dem zweiten Pass Lauteret regnet es richtig. In voller Regenmontur geht es bergab. Vorbei an verfallenden Höfen erreichen wir La Cluse, einen Ort bestehend aus 17 Häusern, aber an einer Straße und bewohnt! Es gibt zwar kein einziges Geschäft aber eine kleine Dorfschule, an der wir unter einem Schuppendach bei strömendem Regen Mittagsrast am späten Vormittag machen.
 
Nach der kurzen kühlen Pause machen wir uns ziemlich eben auf den Weiterweg Richtung Rabioux. Es will einfach nicht aufhören zu regnen. So zieht sich die Gruppe etwas auseinander, jeder will einfach nur durchlaufen bis zu Hütte. Wir erreichen Rabioux schon am frühen Nachmittag. Jetzt gibt es erst einmal heißen Tee und dann den obligatorischen französischen Aperitif, dazu sehr gute Salamischeiben für den kleinen Hunger. Anschließend ist jedem wieder richtig warm.
 
Den Rest des Tages verbringen fast alle mit lesen oder einfach nur mit ausruhen, aber immer nicht allzu weit vom Kamin entfernt.
 

Aussicht beim Aufstieg
am Morgen

Ohne Wald schreitet die
Erosion voran

Von nun an gehts bergab
-im Regen!

So verfallen viele
aufgegebene Häuser

Es ist steiler als es aussieht
 

Das Wetter nach der
Mittagspause

Es kann nur besser werden
 

Die Hütte von Rabioux
ist erreicht

 
5. Tag:
Der nächste Morgen; es hat die Nacht noch geregnet, doch schon kommt die Sonne durch, und man erkennt, dass die letzten an den Berggipfeln hängenden Wolken auch noch verschwinden werden.
 
Bevor es Richtung Les Sauvas losgeht, durchstöbern wir erst noch die Ruinen von Rabioux. Auch hier ist das Haus der Forstverwaltung, indem wir übernachtet haben, das einzige Gebäude was von diesem Ort noch steht.
 
Die Tour beginnt gleich mit einer brückenlosen Bachüberquerung und nach einer Stunde haben wir den Weiler la Montagne erreicht. Hier gibt es auch nur ein paar Häuser, aber diese sind bewohnt und liegen sehr schön direkt unter dem Massiv du Dévouluy.
 
Wir steigen höher immer Richtung Pic de Bure, dem mit 2.709 m höchsten Gipfel des Massiv du Dévouluy. Am Ende des Kessels unterhalb des Gipfelausbaus machen wir Mittagspause, just zu dem Augenblick, als ein plötzlich auftretender Graupelschauer uns in den Nudelsalat schneit. Dies führt dazu, dass Sibylle die Pause abbricht und ziemlich hastig Richtung unserem Tagesziel Les Sauvas aufbricht.
 
Durch diese eigentlich unnötige Eile, denn es war nur ein kurzer Schauer, erreichen wir die Hütte so früh, dass Dirk diese noch gar nicht soweit hergerichtet hat und für uns noch nicht frei gibt. So gibt es halt erst mal Bier und Plätzchen im Freien. Sonst passiert heute, außer dem wie immer sehr guten Abendessen, nicht mehr viel.
 

Morgen
in Rabioux

Tourbesprechung
 
 

Ruinen von Rabioux
 
 

Massif de Dévoluy
mit Tête de la Cluse 2.682 m
 

Weiße Narzisse
-Narcissus poeticus subsp.
radiiflorus-

Tête de la Cluse und
Tête des Pras Arnaud

Die Sicht ist heute besser
als gestern

Tete des Pras Arnaud
 

Wildtulpe
-Tulipa sylvestris-

Hier kam der gestrige Regen
als Schnee herunter

Abstürzen darf man nicht
 

Es graupelt in den Nudelsalat
 

Fetthennen-Steinbrech
-Saxifraga aizoides-

Kiefernzapfen
 

Fichtenzapfen
 

Orchidee

Die Hütte von Sauvas
ist erreicht

 
6. Tag:
Nach dem sehr guten Frühstück -hier muss einmal erwähnt werden, welche Mühe Dirk sich macht, um uns mit besten einheimischen Produkten zu versorgen- brechen wir zur nächsten Etappe auf. Es wird die längste Tour werden. Gott sei Dank ist auch das Wetter darauf eingestellt.
 
Gleich zu Anfang geht es sehr steil hoch bis zum ersten kleinen Pass Matacharre. Auf dem Weiterweg zum Col de Conode mit schönen Ausblicken über das Tal von La Roche-des Arnauds wird der Weg immer mehr zu einem schmalen Pfad, der sich aber sehr gut gehen lässt. Nach dem Pass laufen wir auf der Nordseite über einige Schneereste immer unterhalb der Montagne de Barges abwärts, bis wir ein weites Almgelände erreichen. Hier machen wir Rast.
 
Anschließend geht es immer weiter nach unten, zuerst durch den urwaldähnlichen Bois de Donnes und dann über blumenträchtige Wiesen zu einem Bach, dem wir bis zum heutigen Ziel aufwärts folgen werden. Der Weg wechselt des Öfteren ohne Brücken von der einen auf die andere Talseite, so dass wir einige eiskalte Kneippsche Fußbäder hinter uns bringen.
 
Schließlich erreichen wir den Talkessel von Chaudun. Wie schon gewohnt, gibt es außer unserem Haus nur Ruinen. Auf Schautafeln wird mit alten Fotos anschaulich dargestellt, wie schwer hier das bäuerliche Leben einst gewesen sein muss.
 
Das Haus ist urgemütlich und gefällt mir bisher am besten von allen. Es wird wieder ein sehr schöner Abend, dem eine absolut ruhige Nacht folgt.
 

Corniche de Ceuse und das
Tal von La Roche-des Arnauds

Kartenstudium
 

Auf dem Weg zum
Col de Conode

In der Bildmitte die
Montagne d'Aujour 1.834 m

Abstieg vom
Col de Conode

Aussicht beim Abstieg vom
Col de Conode

Alm unterhalb der
Montagne de Barges

Wolfsmilch -Euphorbia-
 

Im Bois de Donnes
 

Es ist alles voller Enzian
 

Eine Bachquerung
 

Schuhe wieder anziehen, das wird es heute noch mehrmals geben

Stengelloser Enzian
-Gentiana clusii-

Der Weg führt immer nah am Wasser entlang....

..... und manchmal Mitten durch
 

Kuchen und Bier

Die Hütte von Chaudun

Ein schöner
Aufenthaltsraum
7. Tag:
Heute wird der letzte Wandertag sein. Zu Beginn schauen wir uns noch die Reste der ehemaligen Kirche von Chaudun an, bevor zu den ehemaligen Hochalmen des Ortes aufgestiegen wird.
 
Dort stoßen wir auf eine Herde Mufflons, die in einiger Entfernung grasen. Wir sind begeistert von den mit Enzian übersäten Wiesen. Hier oben ist es wunderschön. Wir bleiben auf der Hochebene, überqueren die Wiesen und wandern auf dem schmalen Pfad, der von Schneefeldern unterbrochen ist , gesäumt von immer neuen Blumen und von neugierigen Murmeltieren beobachtet, langsam aus dem Kessel heraus.
 
Nach der Überschreitung eines Passes wechselt das Landschaftsbild und wir folgen dem Lauf eines Baches bis zum bewohnten Dorf Rabou. Hier endet unsere Wandertour und wir werden von einem kleinen Bus abgeholt, der uns in einer ¾ Stunde Fahrtzeit zurück nach Agnielles bringt, wo wir bereits die erste Nacht waren.
 

Blick durch die
Reste der Kirche
St. Jaques in
Chaudun

Auch heute wieder ohne
Brücken

Die Hochfläche ist erreicht
 

Muffelwild (Mufflon)
 

Die Wiesen sind mit
Frühlingsenzian übersät

Frühlingsenzian
-Gentiana verna-

Peggy inmitten von
Enzian

Es geht weiter über die Wiesen
von Chaudon

Murmeltier
 

Frühlings-Küchenschelle
-Pulsatilla vernalis-

Senguirs Hahnenfuß
-Ranunculus seguieri-

Ein paar Altschneefelder
sind zu queren

Küchenschelle -Pusatilla-
 

Im Hintergrund noch einmal
die Montagne de Barges

Corniche de Ceuse 2.016 m
 

Dolden-Milchstern
-Ornithogalum umbellatum-

Seealpen-Schöterich
-Erysimum jugicola-

Wir sind wieder in Agnielles
 

 
8. Tag:
Nachdem wir diese letzte Wandernacht ebenso ruhig wie die anderen verbracht haben, werden wir nach dem Frühstück mit dem gleichen Bus wie gestern zum Bahnhof nach Veynes gebracht. Während unser Gepäck mit Dirk im Auto direkt ins Hotel nach Aix fährt, nehmen wir wie schon auf der Herfahrt den Zug.
 
In Aix angekommen, steht uns der Tag bis zum frühen Abend zur freien Verfügung. Andrea und ich gehen direkt zum Markt in die Altstadt. Die südländischen Märkte gefallen uns immer wieder. Auch wenn es noch Frühjahr ist, und längst noch nicht alle Obst- und Gemüsesorten angeboten werden können, begeistert uns die Vielfalt auch dieses Mal. Hinzu kommt die wunderschöne Lage in Mitten der Altstadt.
 
Von dort aus streifen wir bis zum Nachmittag durch die belebten Gassen, und erst als wir unsere Beine spüren, machen wir uns auf den Weg ins Hotel.
 
Nachdem gemeinsamen Abendessen, ebenfalls in einer kleinen Gaststätte in der Altstadt, hat Aix noch etwas Besonderes für uns zu bieten. Wir wissen zwar nicht was, aber da alle Leute in Richtung Place de la Rotonde laufen, dackeln wir einfach mit. Es scheint, dass kein Bewohner von Aix mehr zu Hause ist. Dort angekommen sehen wir auch warum, heute ist Lichterfest in Aix, und jede menge Vereine und Gruppen haben sich die sonderbarsten Dinge einfallen lassen, um dem Rechnung zu tragen.
 

Auf dem Markt
in Aix en Provence

Honig aus der Provence
 

Auf dem Markt
in Aix en Provence

Auf dem Markt
in Aix en Provence

Knoblauch
 

Blumenmarkt
in Aix en Provence

Blumenmarkt
in Aix en Provence

Kathedrale
Saint-Sauveur
in Aix

Straßencafe
 

Stolperstein in Aix
 

In Aix en Provence

In der Rue d'Italie

In der Rue d'Italie

Hauseingang am
Cours Mirabeau
 

Typisch,
Kirchturmspitzen
aus Eisen

Place Richelme

Altstadt von Aix en Provence

Lichterfest in Aix

 
9./10. Tag:
Heute ist der letzte Tag der Reise, und das Programm ist laut Katalog fakultativ. Zur Auswahl stehen die Besteigung des Hausbergs von Aix dem Mont St. Victoire, oder ein Ausflug in die diesjährige Kulturhauptstadt Europas, Marseille an. Sibylle hat sich bereit erklärt, uns zu begleiten. Bis auf eine Person der Gruppe entscheiden sich alle anderen für Marseille.
 
So streben wir, trotzdem wir ziemlich spät ins Bett kamen, nichtsdestotrotz bei herrlichem Wetter früh wieder zum Bahnhof, um den Zug nach Marseille zu nehmen.
 
Schon vom hoch über der Stadt liegenden Bahnhof haben wir eine sehr schöne Aussicht über die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Wir gehen zum Hafen, schauen uns dort etwas um und kaufen dann ein Ticket, um mit einem Boot zur bekannten Küstenlinie der Calanques zu fahren. Nachdem wir den Hafenbereich verlassen haben, bringt der Wellengang das Boot ganz schön ins Schaukeln, sodass es kaum noch jemand auf dem Vorschiff aushält. Erst in den sehr schönen felsigen Buchten der Calanques wird es ruhiger. Es ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die Rückfahrt wird so schlimm, dass die Schiffsbesatzung mit dem Verteilen von Beuteln für den Mageninhalt kaum nachkommt.
 
Wieder festen Boden unter den Füßen machen wir uns zu der hoch über Marseille liegenden Kirche Notre-Dame de la Garde auf. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt und das Meer. Die restliche Zeit verbringen wir in der Altstadt, bevor es um 17 Uhr mit dem Zug zurück nach Aix geht.
 
Nach dem Essen in Aix laufen wir, die milde Nachtluft genießend, noch durch die Gassen der Altstadt. Keiner will so richtig ins Hotel und sich mit dem Gedanken befassen, dass dieser schöne Urlaub schon zu Ende sein soll. Es hilft alles nichts, dies wird die letzte Nacht in Aix und morgen früh geht es mit dem Bus nach Marseille direkt zum Flughafen.
 
Der Übergang von diesem schönen Urlaub in den Alltag wird uns schon beim Rückflug deutlich gemacht. Während der Start in Marseille noch bei strahlend blauem Himmel erfolgt, gibt der Landeanflug in München den Blick auf das vom erneuten Jahrhunderthochwasser heimgesuchte Bayern frei.
 
Als Fazit möchte ich sagen, es war eine schöne Reise, die man nur jedem empfehlen kann, wenn sie auch nicht ganz an die Reise des Mercantour heranreicht, aber das ist vielleicht nur unser subjektiver Eindruck.
 

Am Bahnhof in Marseille
 

Yachthafen von Marseille
 

Der Fischmarkt ist mehr
als winzig

Sie hat das beste Bouquet garni
 

Unter dem Glasdach am
Quai de la Fraternité

In den Calanques

In den Calanques

Kathedrale und Museum

Notre-Dame
de la Garde

Blick über Marseille

Blick über Marseille
 

Notre-Dame
de la Garde

In den Gassen
von Marseille

Penthousewohnung
a la Marseille

In den Gassen
von Marseille

Am Place des 13 Cantons
in Marseille

Place des
Augustins in Aix
en Provence

Auf dem Rückflug über Marseille

Anflug auf München, unter uns
das überschwemmte Bayern